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Aram Nahrin
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Aram Nahrin (Aram Naharaim oder Aram Beth-Nahrin), bedeutet "Aram der zwei Flüsse" (Mesopotamien), ursprüngliches Siedlungsgebiet der Aramäer.
Mothan Aram Beth-Nahrin
In der nördlichen Hälfte des Zweistromlandes gab es seit ältester Zeit und bis tief ins Mittelalter, ja bis heute, eine überwiegend syrisch-aramäische Bevölkerung. Zu Syrien zählt das Land bis zum Chabur hinab, so der einzige Augenzeuge der persischen Zeit, der griechische Schriftsteller, Historiker und Soldat (um 428-354 v. Chr.) Xenophon.
Das Land zwischen den beiden Flüssen Euphrat und Chabur scheint daher in der aus dem Alten Testament bekannten Bezeichnung "Syrien/Aram der beiden Flüsse“, Aram-Naharaim gemeint (Genesis 24,10), welchem der einheimische Ausdruck Aram Beth-Nahrin "Syrien/Aram zwischen den Flüssen (Euphrat und Tigris)“ entspricht. Es wird im allgemeinen mit der griechischen Bezeichnung "Mesopotamien“ wiedergegeben.
Der berühmte griechische Geschichtsschreiber Strabo gebraucht den Begriff Mesopotamien, meint jedoch nur den nördlichen Teil der Tiefebene zwischen den Flüssen, während er den südlichen Teil "Babylonien“ nannte. (Vgl. Bildatlas der Weltkulturen. Mesopotamien. München 1991, S.18; vgl. auch Enzyklopädie des Altertums. Frankfurt o.J. S. 281)
Der Name "Mesopotamien“ stammt aus der Zeit des Hellenismus, als die griechischen Geographen der alten Zeit den Siedlungsraum an den Flüssen Euphrat und Tigris das Land "Aram Naharaim“ oder "Aram-Nahrin“ ins Griechische übersetzten. (Vgl. Bildatlas der Weltkulturen. Mesopotamien. München 1991, S. 18)
Aram Naharaim gilt als die Heimat des Stammvaters Abraham. Nach dem biblischen Bericht stammt er aus der Gegend am Euphrat und wandert auf Befehl Gottes mit seiner Frau Sara und seinem Neffen Lot nach Palästina aus (Genesis 12,1-5). Aram Beth-Nahrin wurde Wiege der Hochkultur.
Dieser südöstliche Landesteil bis zum Chaboras und Singara wurde nach der vorübergehenden Besitzung unter Trajan, definitiv im Jahre 156 durch L. Verus, den Mitregenten des Marc Aurelius Antonius, den Parthern entrissen und zur römischen Provinz gemacht und blieb es in seinem Hauptteil (auch nach Abtretung von Nisibis und Singara im Jahre 364 an die Perser) bis zur arabischen Eroberung ein halbes Jahrtausend. Dadurch erhielt in engeren als den oben bezeichneten geographischen Grenzen der Name Mesopotamien auch eine politisch-administrative Bedeutung. Diese wurde durch die Teilung der größeren Provinz unter Diocletian (römischer Kaiser, 284-305) auf die nordöstliche, auf armenische Gebiete bis zum oberen Tigris reichende Hälfte eingeschränkt.
Im nördlichen Grenzgebirge der mesopotamischen Ebene gegen südarmenische Landschaft am oberen Tigris, beim Masios (syrisch-aramäisch: turo d-mosch) (Masios ist die gräzisierte Form des aramäischen Namens Masch bzw. Mosch. Masch oder Mosch ist nach dem Alten Testament der jüngste Sohn Arams (Genesis 10, 23). Die Masch-Aramäer -ein aramäischer Stamm- lebten nach Übereinstimmung aller Historiker auf dem Berg Masch bzw. Masios, der nach ihnen benannt wurde und nachchristlicher Zeit bis heute Tur Abdin heißt) entspringen bei unbedeutender Höhe, nicht über 1500 bis 1600 m, nach Süden hin wenig wasserreiche, im Sommer den Chabur kaum erreichende Bäche. Die Steppe reicht daher hier fast unmittelbar an den südlichen Fuß des Gebirges. Von großer Bedeutung war daher seit ältester Zeit inmitten dieser schmalen Kulturzone das Gebiet am größten der Masch- oder Masios-Flüsse, dem Hirmas (von den Griechen Mygdonios genannt), die die Verbindung zwischen dem Osten und dem Westen beherrschende Lage von Nisibis.
Zwei Jahrhunderte war dort die wichtigste Grenzfestung des Römerreiches gegen die Parther und Neuperser. Schon im altassyrischen Reich war die von Aramäern bewohnte Stadt unter dem Namen Nasibina (Nsibin), liegt geographisch nordöstlich von Aram-Naharaim (Aram-Nahrin) und heißt heute Nusaybin auf dem türkischen Territorium. Die Aramäer von Nisíbis/Nsíbin haben sehr früh das Christentum angenommen und errichteten dort eine damals berühmte Schule oder Universität. Die aramäische Stadt hieß einst auch Soba, Sitz eines der vier obersten Reichsbeamten und unter den Seleukiden Stätte einer blühenden griechischen Kolonie, welche den Namen Antiocheia Mygdonia annahm. Als äußerster, südöstlich vorgeschobener Grenzposten der Römer in dieser Landschaft erscheint in den Kriegsgeschichten häufig Singara, Stadt in fruchtbarer Oase inmitten der Steppe, am Südfuße eines langgestreckten, aber niedrigen vulkanischen Bergzuges, des Siggaras horos bei Ptolemaios, Turo d-Schigar der Aramäer (Syrer), noch bis heute Sindjar im Irak.
Ein ähnlicher Oasenstrich ist die ganze Flusslinie des Chabur von der N.W. Hauptquelle an, welche der Stadt Resaina (syr. Risch`ayno "Haupt der Quelle“) den Namen gab, bis hinab zur Mündung in den Euphrat, die noch das Itinerar des Isidoros einfach als Ortschaft Phaliga (Peleg "Fluß, Bach, Kanal“) bezeichnet. Im 3. Jh. entstand hier die römische Grenzfestung Kirkesion. In den Inschriften wird dieses Gebiet, in welchem auch zahlreiche Stadtnamen genannt werden, von dem Lande der Aramu unterschieden und speziell Guzana genannt, ein Name, den auch das Alte Testament und die Griechen als Gauzanitis kennen.
Siehe auch
Weblinks
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