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Arado Flugzeugwerke
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Die Arado Flugzeugwerke GmbH firmierten ursprünglich in Warnemünde unter Flugzeugbau Friedrichshafen, welche ihre Tätigkeiten mit Ende des Ersten Weltkriegs aufgrund der Bedingungen der Versailler Verträge einstellen mussten.
1921 kaufte Heinrich Lübbe die Fabrikgebäude auf und begann 1924 mit der erneuten Herstellung von Flugzeugen, die allerdings nur für den Export bestimmt waren. Daher gründete er auch im damaligen Jugoslawien eine Zweigstelle namens Ikarus. Außerdem stellte Lübbe auch Walter Rethel als Chefentwickler ein, der zuvor schon bei Kondor und, wie Lübbe, bei Fokker tätig gewesen war.
1925 nannte Lübbe die Firma in Arado Handelsgesellschaft um, doch die Nationalsozialisten änderten den Namen nach der Machtergreifung in Arado Flugzeugwerke GmbH. Zur gleichen Zeit verließ auch Rethel Arado und wurde von Walter Blume ersetzt, der zuvor noch bei Albatros gearbeitet hatte.
Im September 1934 begannen die Bauarbeiten für ein Zweigwerk in Brandenburg. Obwohl der Aufbau des Werkes bis 1939/40 dauerte, begann man bereits 1937, den Werksteil Neuendorf zu errichten. Am 11. April 1935 verließ die erste in Brandenburg gebaute Maschine, ein Schulflugzeug des Typs Arado Ar 66, die Werkshallen. DiesesDer Aufbau des Werkes Brandenburg dauerte bis 1939/40, doch bereits 1937 begann man, den Werksteil Neuendorf zu errichten.
Die Geschäftsführung setzte sich zunehmend gegen die rüstungspolitischen Ziele der Nationalsozialisten zur Wehr, mit dem Ergebnis, dass man die Arado Flugzeugwerke 1936 verstaatlichte und sie dadurch mehr und mehr zum Nachbaubetrieb degradiert wurden. Dadurch erlangte Arado in dieser Zeit Bedeutung als Lieferant für die Luftwaffe, wobei der Ar 66 zum Standardtrainingsflugzeug - noch bis weit in den Zweiten Weltkrieg hinein - wurde. Arado produzierte darüber hinaus mit dem Ar 65 und dem Ar 68 zwei der ersten Jagdflugzeug-Typen für die Luftwaffe.
Im selben Jahr bestand das Reichsluftfahrtministerium (RLM) darauf, dass Lübbe Parteimitglied der NSDAP werden müsse. Als Lübbe ablehnte, wurde seine Firma zwangsverstaatlicht, und er aus seiner eigenen Firma entlassen. Daraufhin übernahmen Erich Serno und Felix Wagenführ die Leitung der Arado Flugzeugwerke.
Von 1936 bis 1943 entstanden weitere Arado-Zweigwerke in Rathenow, Anklam, Babelsberg, Wittenberg, Alt-Lonnewitz, Landeshut und Sagan. Das Herz des Unternehmens, die Konstruktionsabteilung, wechselte 1935 von Warnemünde nach Brandenburg. Hier entstanden bis 1943 unter der Führung von Walter Blume (1895-1964), dem Chefkonstrukteurs der Arado-Flugzeugwerke, etwa 80 neue Flugzeugprojekte.
Mit Beginn des Zweiten Weltkrieges war Arado zu einem bedeutenden Lieferanten für die Luftwaffe aufgestiegen. Die Ar 96 wurde das meist genutzte Trainingsflugzeug und die Ar 196, ein Aufklärer, wurde zur Standardausstattung der großen Schiffe der deutschen Kriegsmarine.
Im Werk Brandenburg wurden mehr als 20 Flugzeugtypen als Muster oder in Serie gebaut. Trotz umfangreicher Lizenzfertigungen entstand hier 1939 beispielsweise das Weltrekordflugzeug Ar 79 und der erste Kampfzonentransporter der Welt, die Ar 232. Arados bekanntestes Flugzeug ist allerdings die Ar 234. Dabei handelt es sich um den ersten strahlgetriebenen Aufklärer und Bomber. Allerdings kam die Entwicklung dieses zukunftsweisenden Flugzeugtyps zu spät, um noch eine entscheidende Rolle im Krieg zu spielen. Dennoch setzte sie Zeichen für die Entwicklung der Nachkriegsflugzeuge.
Die Zahl der Arbeiter bei Arado in Brandenburg/Neuendorf stieg von 900 Mitarbeitern im Jahr 1935 auf 7900 1940 und erreichte 1944 mit annähernd 10000 den Höchststand. Bereits 1936 war Arado zum größten Betrieb in Brandenburg aufgestiegen. In Folge des Krieges und der Besetzung europäischer Länder kamen zunehmend ausländische Ärbeitskräfte zu Arado nach Brandenburg; die Meisten waren Holländer, Franzosen und Tschechen.
In allen Arado-Werken waren im Juli 1935 3749 Mitarbeiter beschäftigt, im Jahr 1938 14.090 Mitarbeiter und bereits 1942 in Folge von Einberufungen 22.000 deutschen Beschäftigten rund 4.000 ausländische gegenüber. Am Ende des Jahres war die Zahl der ausländischen, überwiegend aus Fremdarbeitern, Gefangenen und Häftlingen bestehende Mitarbeiterzahl auf 17.600 gestiegen, während 9.300 deutsche Arbeitskräfte zur Verfügung standen. Am 30. Juni 1944 verzeichnete das Unternehmen mit 30.670 Mitarbeitern die höchste Beschäftigungszahl.
Ein amerikanische Bombenangriffe am 18. April 1944 auf das Arado Werk in Heidefeld bei Rathenow besiegelte dort die Produktion des Heinkel He 177, welcher zuvor von Balten, Serben, Spaniern, Franzosen, Holländern und Belgiern, die dort zu Tausenden Zwangsarbeit verrichten mussten, produziert wurde. Bei diesem Angriff kamen 121 Amerikaner ums Leben. Nach diesem Angriff konnte auf Grund der Zerstörungen am Kesselhaus und an zwei der drei großen Montagehallen nur noch die leichtere Focke-Wulf Fw 190 hergestellt werden. Die Produktion wurde zum Teil von Rathenower Betrieben wie der optischen Fabrik O. W. Wagener & Co. übernommen. Auch die Ofenfabrik Fritz Brucks für Arado, bis die Fertigung nach 6 Wochen wieder voll aufgenommen werden konnte.
Weitere Luftangriffe am 6. August 1944 und 30. März 1945 unterbrachen den Flugzeugbau zeitweilig. Bis zur Einstellung der Montage im April 1945 verließen mehr als 4000 Maschinen die Brandenburger Werkhallen.
Mit der Besetzung des Werkes in Brandenburg durch die Rote Armee Anfang Mai 1945 endete der Flugzeugbau. Die Werksanlagen wurden dem Potsdamer Abkommen entsprechend zum größten Teil beseitigt, Maschinen und Geräte kamen als Reparationsgut in die UdSSR. Die Anlagen in Rathenow wurden nach dem Kriegs Volkseigentum und 1954 wurde von einem Explosionsunglück auf dem ehemaligen Arado - Gelände berichtet. Dort kamen sechs sowjetische Soldaten ums Leben und zahlreiche andere wurden verletzt, nachdem Artilleriemunition in einem Betonbunker explodiert war. Weitere Gebäude auf dem Areal wurden beschädigt.
1945 wurde die Firma aufgelöst und zerschlagen, jedoch wurde die Ar 96 noch bis 1949 von Avia und Letov hergestellt.
1961 wurde die Arado - Flugzeugwerke GmbH endgültig liquidiert.
Hergestellte Flugzeuge von Arado:
- Arado Ar 64, Jäger (Doppeldecker)
- Arado Ar 65, Jäger/Trainingsflugzeug (Doppeldecker - weiterentwickelte Ar 64)
- Arado Ar 66, Trainingsflugzeug + Nacht-Jäger
- Arado Ar 67, Jäger (Doppeldecker, Prototyp)
- Arado Ar 68, Jäger (Doppeldecker)
- Arado Ar 69, Trainingsflugzeug (Doppeldecker, Prototyp), 1933
- Arado Ar 76, Jäger (Doppeldecker) + Trainingsflugzeug
- Arado Ar 79, Sport- und Reiseflugzeug, 1937
- Arado Ar 80, Jäger (Prototyp)
- Arado Ar 81, Zweisitz-Doppeldecker (Prototyp), 1936
- Arado Ar 95, Küstenpatrouille + Angriff (Doppeldecker Wasserflugzeug)
- Arado Ar 96, Trainingsflugzeug
- Arado Ar 196, Bord-Aufklärungsflugzeug + Küstenpatrouille (Wasserflugzeug)
- Arado Ar 197, Marine-Jäger (Doppeldecker - Abstammung vom Ar 68)
- Arado Ar 198, Aufklärung
- Arado Ar 199, Wasserflugzeug, Trainingsflugzeug
- Arado Ar 231, U-Boot Flugzeug zur Luftaufklärung mit faltbaren Tragfläche (Prototyp)
- Arado Ar 232, Transport
- Arado Ar 233, Wasserflugzeug (Entwurf), 1940
- Arado Ar 234, „Blitz“ Düsenbomber (Strahtriebwerksentwicklung)
- Arado Ar 240, schwerer Jäger + Angriff
- Arado Ar 396, Trainingsflugzeug
- Arado Ar 440, schwerer Jäger + Angriff
- Arado Ar 532, Transport (Entwicklung abgebrochen)
Weblinks
- Anklamjournal.de Persönlicher Bericht eines Fremdarbeiters im Werk Anklam
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