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Aphärese

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Bild:Disambig-dark.svg Dieser Artikel beschäftigt sich mit dem stilistischen Mittel Aphärese. Für das ähnlich geschriebene Blutreinigungsverfahren, siehe: Apherese.

Die rhetorische Figur der Aphärese (gr. ἀφαιρέιν „wegnehmen“), auch Ablatio genannt, ist eine Form des Metaplasmus.

Bei der Aphärese handelt es sich um einen Anlautschwund, d. h. am Beginn eines Wortes fällt ein (zumeist schwacher) Vokal („'S ist vollbracht!“), ein Diphthong („Das ist 'ne flotte Biene!“) oder gar eine ganze Silbe („raus“ statt „heraus“) weg, zumeist mit dem Ziel einer erhöhten Sprachdynamik oder der Einhaltung des Metrums. Sehr häufig kommt die Aphärese bei umgangssprachlichen oder dialektischen Formen vor (als Sprachökonomie).

Im Lateinischen betrifft die Aphärese oft das anlautende e in es oder est nach ablautendem Vokal oder m beim vorangehenden Wort, wobei die Weglassung schriftlich auch in Form einer Zusammenfügung der beiden Wörter erfolgen kann.

Literarische Beispiele

Und der wilde Knabe brach
s Röslein auf der Heiden.

(Johann Wolfgang Goethe, Heideröslein)


poscebatur humus, sed itum est in viscera terrae

sprich:

poscebatur humus, sed itumst in viscera terrae

(Ovid, Metamorphosen, 1,138)
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