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Anton Mädler
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Anton Mädler (* 1864; † 1925), war ein deutscher Unternehmer und Mäzen, Bauherr der Mädlerpassage in Leipzig.
Er war Inhaber der „Königl. Sächsischen concessionirten Koffer- und Taschen-Fabrik Moritz Mädler“. Dieses Unternehmen war 1850 von Carl Moritz Mädler in Wurzen gegründet worden, seit 1886 mit einer Fabrik in Leipzig-Lindenau ansässig. 1889 wurde Mädler Königlich Sächsischer Hoflieferant. 1908 ließ er für 550.000 Goldmark vom Regierungsbaumeister Robert Leibnitz das sechsstöckige Berliner „Kaufhaus Mädler“ an der Friedrichstraße 58 errichten (im Zweiten Weltkrieg weitgehend zerstört, 1998 rekonstruiert). 1930 übernahm Edgar Moritz Mädler die Firmenleitung, ab 1945 hatte es seinen Geschäftssitz in Offenbach am Main. Die Fabrikgebäude in Leipzig wurden nach dem Zweiten Weltkrieg abgerissen. Taschen und Lederwaren des Unternehmens Mädler genossen in Deutschland höchstes Prestige. Eine Nachfahrin, Stephanie Mädler, betreibt noch heute unter dem Namen „Mädler“ ein Handelsgeschäft für exklusive Lederwaren in Zürich.
Kommerzienrat Mädler, der seine repräsentative Villa im noblen Leipziger Stadtteil Leutzsch hatte, war auch ein Mäzen. So erwarb er einen Flügelaltar aus der Zwickauer Nikolaikirche, der nach der Reformation in Privathände gelangt war, und stiftete ihn 1908 dem Städtischen Kunstgewerbemuseum Leipzig. Auch das Museum für Völkerkunde zu Leipzig wurde von Mädler finanziell bedacht.
Am 1. Januar 1911 wurde Auerbachs Hof sowie ein benachbartes Grundstück an Anton Mädler verkauft. 1912 ließ Mädler den aus den 1530er Jahren stammenden, ihm nicht mehr zeitgemäß erscheinenden Bau abbrechen und bis 1914 unter Beibehaltung des alten Grundrisses vom Architekten Theodor Kösser (1854–1926) einen fünf Stockwerke hohen Neubau als Messehaus für Porzellanwaren errichten. Das Durchgangshaus beinhaltete eine 142 m lange, viergeschossige Passage mit einer zentralen oktogonalen Rotunde nach dem Vorbild der Mailänder „Galleria Vittorio Emanuele II.“. Dieser Durchgang sollte den Naschmarkt mit dem Neumarkt im Südosten und der Petersstraße im Südwesten verbinden. Das ursprüngliche Konzept einer T-Form konnte zu seinen Lebzeiten nicht verwirklicht werden. Die Passage wurde später nach ihm Mädlerpassage benannt. Nach Protesten der Leipziger Bürger und weltweiten Aufrufen, die 1911 den Erhalt des berühmten „Auerbachs Keller“ forderten, setzte der traditionsbewußte Mädler trotz großer technischen Probleme hohe finanzielle Mittel ein, um wenigstens diese historischen Räume zu erhalten. Er ließ den Goethekeller, den Lutherkeller und den tiefer gelegenen Fasskeller von späteren Zutaten befreien und Ende 1913 in beinahe originalem Aussehen wiedereröffnen. Mehrere der dortigen Sepia-Wandgemälde aus dem Jahr 1867 mit Szenen aus Goethes „Faust“ wurden während des Umbaus 1913 auf Tafeln übertragen. Zusätzlich ließ Mädler eine Querhalle einbauen, mit Darstellungen von Alt-Leipzig an den Wänden, und die neue Große Halle im Stil der frühen Goethezeit, mit Wandgemälden zeitgenössischer Künstler nach Motiven aus dem „Faust“.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Mädler, Anton |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Unternehmer und Mäzen, Bauherr der Mädlerpassage |
| GEBURTSDATUM | 1864 |
| STERBEDATUM | 1925 |
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