Das Kefk Network Wiki befindet sich im Testbetrieb.


Antagonist (Literatur)

Aus Kefk.

Wechseln zu: Navigation, Suche

In Drama und Prosa ist der Antagonist der Gegner des Protagonisten und diejenige Kraft der Erzählung, die sein Handeln behindert. Die Rolle des Antagonisten besteht ganz allgemein darin, dem Protagonisten Schaden zuzufügen und seine Handlungsabsichten zu frustrieren.


Inhaltsverzeichnis

Eigenschaften

Traditionellerweise verkörpert er das Gegenteil des Protagonisten in mehr als einer Hinsicht, etwa auf ethischer Ebene: ist der Protagonist ein mit positiven ethischen Attributen besetzer Held, so ist sein Antagonist meist ein unmoralischer Bösewicht. Diese Einteilung ist jedoch nicht zwingend: so können Protagonisten, die selbst böse oder Antihelden sind, in moralisch überlegeneren Figuren einen Antagonisten haben. Helden können auf „falsche“ Helden treffen, die zwar auch moralisch wertvollen Zielen zu folgen scheinen, in Wirklichkeit aber Schaden stiften.[1]

Protagonist und Antagonist sind oft auch durch äußerliche dualistische Merkmale klar voneinander zu unterscheiden, etwa über Geschlecht, Alter, Stand und ethnische Zugehörigkeit. Andererseits können sie gerade dadurch gekennzeichnet sein, dass sich beide fast überhaupt nicht unterscheiden, so etwa beim Topos vom „bösen Zwillingsbruder“.

Der Antagonist ist aber auch nicht zwingend eine Person: eine Gruppe von Personen, eine Organisation, die Natur, ein abstraktes Prinzip (der Zeitgeist, die politische Lage, ein Ideal, religiöse und magische Kräfte), ja sogar die eigene Biographie und Vergangenheit des Protagonisten können ihn in seinem Fortkommen behindern und so antagonistische Funktion einnehmen.

In der Mythologie nehmen die Antagonisten meist die Rolle von Wächtern und Prüfern an, sie sind oft lediglich Personifikationen von Schwellen, die der mythologische Protagonist zu überschreiten hat: sie schaden ihm nicht direkt, müssen aber überwunden werden, damit der Held seinen Weg fortsetzen kann. [2]

Handlungsweisen

Der Antagonist muss nicht zwingend handeln, um den Protagonisten zu behindern. Ist der Antagonist etwa die wilde, ungezähmte Landschaft (wie bspw. in vielen Abenteuerromanen), so genügt bereits die Tatsache ihrer Existenz, um als Hindernis zu gelten.

Tritt der Antagonist in Aktion, so gehören zu seinem typischen Handlungsrepertoire:[3]

  • Prüfung des Protagonisten
  • Täuschung des Protagonisten
  • Verfolgung des Protagonisten
  • der Familie / den Freunden des Protagonisten Schaden zufügen
  • den Protagonisten im direkten Zweikampf herausfordern
  • vom Protagonisten besiegt werden
  • anderweitig bestraft zu werden
  • den Protagonisten endgültig besiegen

Siehe auch

Quellen

  1. Vladimir Propp: Morphologie du conte. Paris 1970. p77
  2. Joseph Campbell: Der Heros in tausend Gestalten. Frankfurt am Main und Leipzig 1999. p79ff.
  3. nach Propp, ibid.
Wikipedia
Dieses Dokument entstammt in seiner ersten oder einer späteren Version der deutschsprachigen Wikipedia. Es ist dort zu finden unter dem Stichwort Antagonist_%28Literatur%29, die Liste der bisherigen Autoren befindet sich in der Versionsliste; die Originalfassung kann dort auch bearbeitet werden. Alle Texte der Wikipedia und ihre Derivate stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.
Persönliche Werkzeuge