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Annolied
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Das Annolied wurde wahrscheinlich zwischen 1077 und 1081, jedenfalls um 1100, in frühmittelhochdeutschen Reimpaarversen vermutlich von einem Siegburger Mönch verfasst. Als Anhaltspunkt für die Datierung gilt die Erwähnung von Mainz als Krönungsort. Die Krönungen der deutschen Könige fanden üblicherweise in Aachen statt; deswegen kann sich die Angabe nur auf die Zeit nach der Krönung des Gegenkönigs Rudolf von Rheinfelden 1077 oder auf die Krönung Heinrichs V. 1106 beziehen.
Das Annolied war ein Preislied auf Bischof Anno II. von Köln, den Gründer des Siegburger Klosters. Um die Repräsentationswirkung zu erhöhen, wurde das Gedicht in der Volkssprache verfasst.
Der Inhalt gliedert sich in drei Teile, die Heilsgeschichte vom Beginn der Schöpfung bis in die Zeit Annos II., die Profangeschichte bis zur Gründung der deutschen Städte (wobei auch die Weltreichelehre aus der Vision des Propheten Daniel erwähnt wird) und schließlich die "Vita Annonis", das Leben des Bischofs Anno II.
Teile des Annoliedes wurden in die spätere mittelhochdeutsche Kaiserchronik aufgenommen; die beiden Werke werden häufig zusammen besprochen.
Siehe auch: Frühmittelhochdeutsche Literatur, Klosterliteratur, Martin Opitz
Weblinks
- Bibliotheca Augustana, Das Annolied
- Max Roediger (Hg.): Das Annolied, (=MGH, Deutsche Chroniken I, 2), Berlin 1895; Volltext online im Mittelhochdeutschen Textarchiv (mhgta)
- Diplomatischer Text und englische Übersetzung (Graeme Dunphy)
Literatur
- Susanne Bürkle: Erzählen vom Ursprung. Mythos und kollektives Gedächtnis im Annolied. In: Präsenz des Mythos. Hrsg. von Udo Friedrich und Bruno Quast. Berlin, New York 2004, S. 99 - 130 (Trends in Medieval Philology 2).
