Anklam

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Wappen Deutschlandkarte
Bild:Wappen Hansestadt Anklam.svg
Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Ostvorpommern
Koordinaten: Koordinaten: 53° 51′ N, 13° 41′ O53° 51′ N, 13° 41′ O
Höhe: 5 m ü. NN
Fläche: 41,65 km²
Einwohner: 14.342 (29. Juni 2006)
Bevölkerungsdichte: 344 Einwohner je km²
Postleitzahl: 17389 (alt: 2140)
Vorwahl: 03971
Kfz-Kennzeichen: OVP (alt: ANK)
Gemeindeschlüssel: 13 0 59 002
Adresse der
Stadtverwaltung:
Markt 3
17389 Anklam
Webpräsenz:
Bürgermeister: Michael Galander (parteilos)
Lage der Kreisstadt Anklam im Landkreis Ostvorpommern
Bild:Anklam in OVP.png

Die amtsfreie Hansestadt Anklam ist Kreisstadt des Landkreises Ostvorpommern in Mecklenburg-Vorpommern (Deutschland).

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Die Stadt liegt an der Peene kurz vor ihrer Mündung in den zur Ostsee fliessenden Peenestrom. Östlich von Anklam befindet sich eine (von zwei) Straßenbrücken über den Peenestrom auf die Insel Usedom. Zu Anklam gehört der Ortsteil Gellendin.

Geschichte

Anklam wurde 1243 erstmals als Ortschaft und 1264 erstmals als Stadt erwähnt. Im Jahr 1283 trat die Stadt der Hanse bei und erhielt daraufhin 1292 das Lübische Stadtrecht. Der frühe Beitritt Anklams zur Hanse und der Reichtum der Stadt zu damaligen Zeit ist mit dem umfangreichen Heringshandel in der Stadt zu erklären.

Der erste größere Rückschlag erfolgte im Jahr 1377. In diesem Jahr brannte die Stadt bis auf die Marienkirche und einige Häuser in deren Umgebung völlig ab. Die Stadt wurde innerhalb weniger Jahre wieder aufgebaut . Im Jahr 1387 kam es zum einem Bürgeraufstand, in dessen Folge der Bürgermeister und sämtliche Ratsherren erschlagen wurden. Den Anlass hatte ein Streit über die Größe von Messgefäßen beim Fischhandel gegeben.

Als die Hanse im Jahr 1427 gegen die Dänen in den Krieg zog, weigerte sich die Stadt zum zweiten mal daran teilzunehmen. Dafür wurde sie zeitweise aus der Hanse ausgeschlossen. Dafür wurde die Beziehung zu Dänemark nachhaltig so gut, daß im Jahr 1713 Anklam durch den Einspruch des dänischen Königs davor bewahrt wurde, von den Russen niedergebrannt zu werden. Im Jahr 1580 begannen die Anklamer Bürger mit dem Bau mit dem Bau eines Fernwasserversorgungssystems.

Während des Dreißigjährigen Krieges fallen im Jahr 1627 kaiserliche Truppen mordend, plündernd und brandschatzend in Anklam ein, wodurch 1.600 Einwohner ums Leben kommen. Drei Jahre später besetzten schwedische Truppen Anklam. Diese werden 1637 von den kaiserlichen Truppen vertrieben. Diese tragen die Pest in die Stadt und die Stadt verliert wiederum über 1.400 Einwohner. Durch den Westfälischen Frieden im Jahre 1648 wird Anklam schwedische Grenz- und Garnisionsstadt.

Zwei Jahre später erfolgt der Wiederaufbau der Nikolaikirche. Die Schweden lieferten das Kupfer für das Dach, im Gegenzug zahlte die Stadt 73.000 Taler für die Versorgung der schwedischen Truppen. Während des Zweiten Nordischen Krieges im Jahr 1657 fallen die Polen in Anklam ein und brachten ebenfalls Tod und Zerstörung. Im Schwedisch-Brandenburgischen Krieg belagerten von 1676-1679 die Brandenburger unter Kurfürst Friedrich Wilhelm Anklam und eroberten die Stadt. Sie müssen sie aber nach dem Friedensschluss wieder räumen.

aus einem älteren Werk über die Stadgeschichte
aus einem älteren Werk über die Stadgeschichte
. Schon wenig später im Jahr 1711 wurde Anklam während des Großen Nordischen Krieges durch eine große Allianz aus Sachsen, Russen, Dänen, Polen und Preußen erobert und die schwedischen Schutztruppen mussten sich zurückziehen. Nach dem Friedensschluss im Jahr 1720 wurde die Stadt geteilt. Der Teil nördlich der Peene verbleibt in schwedischer Hand und der größere südliche Teil kommt zu Preußen. Nach der preußischen Niederlage bei Jena und Auerstedt marschierten 1806 die Franzosen in Anklam ein und besetzen sie bis 1809. In dieser Zeit gibt sich Anklam eine neue Städteverfasung. Nach dem Wiener Kongress wurde die gesamte Stadt preussisch. Im Jahr 1863 erhält Anklam einen Bahnanschluss an der Eisenbahnlinie Berlin - Pasewalk - Anklam – Stralsund. Drei Jahre später starben bei einer Choleraepedemie vierhundert Einwohner. Im Jahr 1876 wurde ein neues Rathaus in der Peenstraße errichtet, 1905 die zentrale Wasserversorung fertiggestellt und im Jahr 1921 die Stadt elektrifiziert. Die neue Peenebrücke wird im Jahr 1927 eingeweiht. Als bedeutender Wirtschaftsfaktor wurde 1936 während der deutschen Wiederaufrüstung vor dem Zweiten Weltkrieg in Anklam eine Garnision und ein Flugplatz angelegt. Ein Jahr später eröffneten die ARADO-Flugzeugwerke. Die Einwohnerzahl stieg auf über 20.000.

Durch einen Angriff auf die Aradowerke wurden bei einem amerikanischen Bombenangriff 1943 Teile der Innenstadt zerstört. Im Jahr 1945 erfolgte die Besetzung durch die Rote Armee. Infolge der Kämpfe um den Peeneübergang wurden zirka achtzig Prozent der Innenstadt zerstört. Anklam wurde während der Kampfhandlungen von der deutschen Luftwaffe bombardiert. Anklam ist damit die einzige deutsche Stadt, neben Freiburg und Eberswalde, die von der eigenen Luftwaffe bombardiert wurde, wobei es sich bei Freiburg um ein Versehen handelte.

Mit dem bei Deutschland verbliebenen Teil Vorpommens kam Anklam 1945 zum neugebildeten Land Mecklenburg-Vopommern. Im Jahr 1950 wurde eine neues Rathaus am Markt eröffnet. Nach Auflösung der Länder in der DDR 1952 wurde Anklam Kreisstadt des gleichnamigen Kreises Anklam im Bezirk Neubrandenburg. In den 1970-er Jahren wurde der Stadtteil Südstadt gebaut. Es entstanden Neubauwohnungen für etwa 6.000 Einwohner. Zum 725-jährigen Stadtjubiläum 1989 zählte Anklam etwa 21.300 Einwohner.

Im Jahr 1994 wurde Anklam Kreisstadt des Landkreises Ostvorpommern.

Einwohnerentwicklung

Zu Zeiten der DDR hatte die Stadt über 20.000 Einwohner. Aufgrund von geringen Zukunftsaussichten und der anhaltenden hohen Arbeitslosigkeit kam es aber zu massiven Abwanderungen der Bevölkerung in wirtschaftlich aussichtsreichere Regionen. Eine besonders hohe Abwanderung ist vor allem bei den jungen, gut ausgebildeten Leuten zu beobachten.

Politik

Wappen

Blasonierung: „Das Wappen der Hansestadt Anklam zeigt auf blauem Grund eine silberne, gezinnte Mauer in der Mitte ein offenes Torhaus mit goldenem Dach und Knauf, auf der Mauer ein halbaufgerichteter roter Greif mit goldener Bewehrung, ausgeschlagener roter Zunge und aufgeworfenem Schweif mit goldener Schwanzquaste, in den Vorderklauen einen goldenen Dreistrahl haltend.“ (Hauptsatzung §1 Abs.4)

Stadtvertretung

Die Stadtvertretung besteht aus 25 Abgeordneten, von denen ein Mandat mangels Wahlvorschläge seitens der NPD zur Zeit vakant ist.

Sitzverteilung

Partei Sitze
CDU 8
IfA ** 5
Die Linke.PDS 4
UBL '94 * 3
SPD 3
NPD 1

* UBL '94 = Unabhängige Bürgerliste ** IfA – Initiativen für Anklam

Städtepartnerschaften

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehrsanbindung

Anklam liegt an der schiffbaren Peene. Es besitzt einen Bahnhof an der Eisenbahnstrecke von Berlin über Greifswald nach Stralsund. Die Bundesstraßen 109, 110, 197 und 199 verlaufen sternförmig auf die Stadt zu. Westlich von Anklam befindet sich eine Autobahnabfahrt der Bundesautobahn 20. Südlich der Stadt liegt der Flugplatz Anklam.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Sehenswert sind die Marienkirche, die Nikolaikirche, die römisch-katholische Pfarrkirche Salvator, sowie Reste der alten Stadtbebauung. Das letzte erhaltene Stadttor, das Steintor wurde nach aufwändiger Rekonstruktion 1989 als Stadt- und regionalgeschichtliches Museum übergeben. Die ständige Ausstellung widmet sich dem Kulturraum Peenetal und der durch den Fluss geprägten hanseatischen Stadtgeschichte. Die oberste Etage bietet außerdem einen Ausblick über die Stadt und die Peeneniederung. Das dem berühmtesten Sohn der Stadt gewidmete Otto-Lilienthal-Museum gehört zu den national bedeutenden kulturellen Gedächtnisorten und wurde mit nationalen und internationalen Auszeichnungen geehrt. Ein vom Warener Bildhauer Walther Preik entworfenes Denkmal für den Pionier der Luftfahrt (eine Säule aus glasfaserverstärktem Polyesterharz mit einer Höhe von 16 m) wurde am 8. Juni 1982 am Anklamer Markt errichtet.

Theater

Kino

  • Kino-Center Anklam

Bildung

Neben dem nach Otto Lilienthal benannten Gymnasium gibt es folgende Schulen:

  • Grundschule „Gebrüder Grimm“
  • Grundschule „Villa Kunterbunt“
  • Cothenius-Grundschule (seit September 2006 nicht mehr eigenständig; jetzt Nebenstelle der „Villa Kunterbunt“)
  • Evangelische Schule
  • Realschule „Friedrich Schiller“
  • Regionale Schule „Käthe Kollwitz“
  • Haus der Bildung (Volkshochschule)
  • Grafik- und Design-Schule

Bauwerke

  • 32 m hohes Anklamer Steintor mit Heimatmuseum (vermutlich von 1250)
  • St. Nikolai Kirche 1280 Baubeginn, Ruine restauriert, Wiederaufbau geplant
  • Marienkirche 1296 erstmalig urkundlich erwähnt, Baubeginn vermutlich 40 Jahre früher
  • Gotisches Giebelhaus (1406 erbaut, somit ältestes Bürgerhaus in Anklam)
  • Katholische Pfarrkirche Salvator (1901 erbaut nach Entwürfen von Engelbert Seibertz, 2005-2006 vollständig innen saniert)
  • Die 110-kV-Leitung Anklam-Bansin ist eine Stromleitung über die Peene, die durch die ungewöhnliche Konstruktion ihrer Masten (Seilverspannung) bemerkenswert ist.

Regelmäßige Veranstaltungen

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

Söhne und Töchter der Stadt

Literatur

  • Rosemarie Fret: Anklam (Innenansichten). Konrad Reich Verlag Rostock 1991, ISBN 3-86167-028-3.
  • Historisches Bezirksmuseum Neubrandenburg (Hrsg.): Heimatgeschichtliches Jahrbuch des Bezirkes Neubrandenburg - Neubrandenburger Mosaik 1984 - . 1984.

Weblinks

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