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Angeln (Fischfang)

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Flussangler auf einer Buhne

Unter Angeln versteht man die Ausübung der Fischerei mit einer Handangel. Die Angel besteht im einfachsten Fall nur aus Angelschnur, Haken und Köder, im Allgemeinen jedoch noch aus der Angelrute, der Angelrolle zum Aufrollen der Schnur und dem sogenannten Vorfach, einer dünnen Schnur zwischen Hauptschnur und Haken. Als Bindeglied zwischen Hauptschnur und Vorfach werden bei einigen Angelmethoden Wirbel eingesetzt.

Inhaltsverzeichnis

Angelmethoden

Es gibt verschiedene Angelmethoden. Allen gemeinsam ist, dass der Fisch dazu gebracht wird, einen Haken aufzunehmen, der ihn an die Schnur bindet, so dass er aus dem Wasser gezogen werden kann. Da alle Fische fressen müssen, können prinzipiell auch alle Fische geangelt werden. Manche Fischarten nehmen ins Wasser geworfene blanke Haken sofort an, weil sie nicht zwischen diesen und Futter unterscheiden können. Die übrigen Fische müssen mit einem Köder getäuscht werden, der den Haken kaschiert. Nur wenige Fischarten sind sehr schwer zu täuschen. Die Täuschung ist auch umso leichter, je aufgeregter die Fische sind, weshalb sie oft angefüttert werden, um ihren Futterneid zu schüren.

Die Angelmethoden unterscheiden sich in der Art und Weise, wie und wo der Fisch an den Haken gebracht wird.

Brandungsfischen

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Brandungsfischen vom Ufer aus

Brandungsangeln erfolgt vom Strand oder von der Klippe aus. Dabei wird mit relativ schweren Gewichten (typisch 100-250 g) gearbeitet. Der Köder (meist Wattwurm oder Fischfetzen) möglichst weit ausgeworfen, oft über 100 m weit. Klassische Rutenlängen sind 3,9 m und 4,2 m. Zur Steigerung der Wurfweite finden spezielle Weitwurfvorfächer Verwendung. Sie dienen hauptsächlich zur Reduzierung des Luftwiderstandes und zur Stabilisierung des Vorfaches. Da die Fliehkräfte beim Wurf so groß werden können, dass die Angelschnur überlastet wird und reißen kann, werden sogenannte Schlagschnüre erhöhter Festigkeit in doppelter Rutenlänge als Vorschnur genutzt. Typische Zielfische in Deutschland sind der Dorsch und die diversen Plattfische. Als Beifang werden aber auch Aale und Aalmuttern gefangen.

Feederfischen

Das Feederfischen ist eine Angelmethode, die meistens für den Fang von Weißfischen betrieben wird.

Sie verbindet die ursprüngliche Grundmontage mit einem Weg, das Grundfutter unmittelbar zum eigentlichen Köder, der auf dem Haken sitzt, zu bringen. Das wird durch die Verwendung eines Futterkorbes erreicht. Das Futter verteilt sich nach dem Einwerfen der Montage am Bodengrund und lockt so die Fische in die Nähe des Hakenköders.

Für das Feederfischen empfiehlt es sich eine besonders feine Rute mit einer entsprechend feinen Spitze und geflochtene Schnur (wegen der geringeren Dehnung) zu verwenden, da sich der Biss des Fisches ausschließlich durch die Straffung der Hauptschnur und durch das „Zucken“ der Rutenspitze bemerkbar macht. Man spricht bei diesen Ruten auch von „Winklepicker“. Für das Angeln in starker Strömung und großen Flüssen (Rhein) sind diese jedoch nur bedingt tauglich. Hier bedarf es stärkerer Ruten mit einem entsprechend hohen Wurfgewichten bis zu 250 g. Man bezeichnet solche Ruten als „Heavy Feeder“. Die Angelgerätehersteller haben sich bereits seit einigen Jahren intensiv mit dieser Methode befasst und entsprechende Geräte entwickelt. Inzwischen gibt es im Fachhandel eine enorme Bandbreite an Feederruten.

Fliegenfischen

Das Fliegenfischen ist eine aktive Art des Angelns. Nachdem der Zielfisch ausgemacht ist, erfolgt die Präsentation des Köders mit der Fliegenrute und Fliegenrolle. Der Köder imitiert die natürlichen Nahrung der Fische, wie zum Beispiel Insekten. Die Meistbenutzten Köder sind Fliege, Streamer und Nymphe. Fliegen sind ca. 1 cm groß und bestehen aus leichten Federn. Hier wird unterschieden zwischen Trocken- und Nassfliegen. Trockenfliegen schwimmen auf der Wasseroberfläche, Nassfliegen schwimmen im Film der Wasseroberfläche oder direkt im Wasser. Streamer sind größer als Fliegen (bis zu ca. 20 cm), sie imitieren in der Regel kleine Fische und wird meist unter der Wasseroberfläche angeboten. Nymphen werden nur unter Wasser angeboten, sie imitieren zur Wasseroberfläche aufsteigende Insekten.

Hegenefischen

Als Hegene bezeichnet man eine Schnur (von Anglern Vorfach genannt), von der seitlich bis zu fünf kürzere, in der Höhe versetzte Schnüre abgehen. An diesen Seitenarmen befestigt man Nymphen (Köder in Fliegenlarvenform) oder andere kleine Kunstköder. Am Ende der Hegene befindet sich ein Senkblei oder ein weiterer Köder, beispielsweise ein Pilker. Es wird also mit mehreren Ködern gleichzeitig gefischt.

Es gibt verschiedene Arten, mit der Hegene zu fischen. Bei der gebräuchlichsten Methode wird die Hegene mit der Rute langsam angehoben und dann schnell wieder abgesenkt. Durch die Bewegung soll der Fisch angelockt werden. Bei der Schwimmermethode wird die Hegene unter eine Schwimmer/Posenmontage montiert, die Köder treiben somit in verschiedenen Höhen im Wasser und erhöhen die Wahrscheinlichkeit dass ein Fisch anbeißt. Beim Fang von Raubfischen, die im Oberwasser räubern (Barsche, Rapfen), wird die Hegene mit einem schlanken Pilker über weite Distanzen geworfen und kurz nach dem Auftreffen auf der Wasseroberfläche schnell eingeholt.

Diese Art des Angelns wurde vermutlich in der Schweiz entwickelt, wo es zahlreiche Spezialisten für das Binden einer fängigen Hegene gibt. Während man in der Alpenregion Felchen/Maränen mit dieser Methode überlistet, wird sie im norddeutschen Raum oft auf Barsch eingesetzt. Dort ist allerdings die Zahl der erlaubten Köder oft auf zwei bis drei begrenzt.

Karpfenangeln (Carpfishing)

Karpfenangeln ist der spezialisierte Fang von Karpfen (engl. Carp). Der meist benutzte Köder ist der so genannte Boilie, eine gekochte Teigkugel, welche in verschiedenen Geschmacksrichtungen erhältlich ist, zum Beispiel in Erdbeer, Banane, Scopex und Birdfood. Aber auch Mais, Tigernüsse, Erdnüsse und gekochte Kartoffeln sind beliebte und mehr oder weniger gute Köder. Üblich ist, die gefangenen Fische nicht zu töten, sondern sie nach schonendem Wiegen und Vermessen zu fotografieren und wieder in ihr Element zu entlassen. Diese Methode wird als „Fangen und Freilassen“ oder „Catch and Release“ bezeichnet und ist in der Bundesrepublik Deutschland aus Tierschutzgründen umstritten. Damit sich die Tiere nicht verletzen, werden besondere Methoden angewandt. So kommen zum Beispiel fischhautschonende Keschernetze, Abhakmatten und besondere Hakenmontagen (zum Beispiel Haken ohne Widerhaken) zum Einsatz. Dennoch stehen die Fische durch das Drillen und Landen mit dem Kescher unter erheblichem Stress.

Eine Besonderheit ergibt sich durch den langwierigen Ansitz. Oft verbringt der Karpfenangler mehrere Tage und Nächte am Wasser damit, auf einen Biss zu warten. Um Bisse in der Nacht nicht zu versäumen, gibt es so genannte elektronische Bissanzeiger, welche bei einem Biss einen mehr oder weniger lauten Ton erzeugen. Gebräuchlich sind sogenannte Karpfenstühle oder Karpfenliegen, um den mehrtägigen Ansitz bequemer zu gestalten.

Meeresfischen

In Nordeuropa werden auf hoher See u. a. Dorsch, Köhler (auch Seelachs genannt) und Makrele geangelt. In Küstennähe sind je nach Saison auch Hering, Meerforelle, Scholle, Aal, Sprotte und Hornhecht zu beangeln.

Das Angeln auf dem Meer wird zumeist über einen gecharterten Kutter betrieben. Die größte Kutterflotte Deutschlands liegt in Heiligenhafen an der Ostsee. Der Hauptzielfisch in der Ostsee ist der Dorsch.

Gefangen werden die Dorsche vom Kutter entweder durch künstliche Köder wie Pilker und oder Jigs. Oder an längeren Ruten durch Naturköder wie Watt- und oder Seeringelwürmer.

Bei dem Pilkangeln werden, nachdem der Kutter das Zielgebiet erreicht hat, die Köder durch Öffnen der Rolle zu Grund gelassen. Einige wenige Kurbelumdrehungen ziehen den Köder über den Grund. Durch das Anheben und Senken der Rute wird dem Köder Leben eingehaucht. Die taumelnden Bewegungen beim Absinken des Köders verleiten den Fisch zum Biss.

In den Sommermonaten Juli und August können auf der Nordsee vorrangig Makrelen gefangen werden. Die Ortung der Fischschwärme erfolgt durch das gezielte Anfahren von Möwenschwärmen. Das Beangeln von Makrelen erfordert ein Paternostersystem, an dem 3 bis 5 Haken untereinander geknotet werden. Ansonsten werden ebenfalls Pilkbewegungen zur Köderführung angewandt.

Nachtangeln

Als Nachtangeln bezeichnet man jegliches Fischen zwischen Sonnenuntergang und Sonnenaufgang. Als Hilfsmittel dienen dabei Stirnlampe, elektronische Bissanzeiger und Elektro- oder Knicklichtposen. Auch die klassische Aalglocke kommt dabei häufig zum Einsatz. Geangelt wird auf alle nachtaktiven Fischarten, vor allem aber auf Aal, Zander und Karpfen. Besonders große, erfahrene Fische dieser Arten werden nachts erbeutet.

Hochseeangeln auf Großfischarten (Big Game Fishing)

Das Angeln von großen Fischarten (z. B. Haie, Marlin, Schwertfisch) wird als Big Game Fishing vom normalen Meeresfischen unterschieden. Man angelt nach dem Prinzip des Schleppangelns von seetüchtigen Motorbooten, meist mit ortskundigen Skippern und einheimischen Hilfskräften - was schon deshalb unabdingbar ist, weil die beangelten Fische 100 Kilogramm schwer und noch erheblich schwerer sein können. Inwieweit das Big Game Fishing Anteil am sinkenden Bestand der beangelten Fischarten hat, ist umstritten.

Immer populärer unter Big Game-Anglern wird das sogenannte „catch and release“, bei dem der Fisch gefangen, bis zum Boot gedrillt, fotografiert und wieder freigelassen wird. Auch diese Art der Fischerei wird oft als Tierquälerei angesehen, schont aber zumindest die Fischbestände.

Teilweise werden dabei aber auch an den Fischen Markierungen angebracht für wissenschaftliche Zwecke.

Die Verwendung des Fanges ist also abhängig von den Motiven des Anglers und der Region in der gefischt wird sehr unterschiedlich.

Reviere sind unter anderem die Karibik, die Kap Verden und die Malediven. Seit einigen Jahren zählt auch die kleine Insel Ascension im Atlantik zu den Top-Revieren. Das Problem ist die Anreise, welche nur mit der RAF ab Brize Norten Military Airport möglich ist.

Schleppfischen

Als Schleppfischen, Trolling oder auch Schleppangeln bezeichnet man das Angeln mit einer Angelrute in einem fahrenden Boot (Motor- oder Muskelbetrieben), wobei der nachgeschleppte Köder durch die Geschwindigkeit des Bootes in Bewegung gerät. Auf diese Art werden vorzugsweise Raubfische geangelt .

Spinnfischen

Spinnfischer mit Fang vom Boot
Spinnfischer mit Fang vom Boot

Spinnfischen, auch Spinnen genannt (aus dem Englischen to spin - sinngemäß drehen, wirbeln, kreiseln) ist eine Art des Angelns, bei der überwiegend Kunstköder wie Blinker, Wobbler, Weichplastikköder (Twister und Shads) oder eben Spinner eingesetzt werden. Vibrationen und optische Reize beim Einholen der Köder verleiten Raubfische anzubeißen. Spinnfischen wird vom Boot oder vom Ufer aus praktiziert. Es ist eine Kunst für sich den Köder richtig zu führen, ob man kurze Stops einlegt oder einfach schnell einholt. Bei dieser Methode wird in aller Regel nicht lange an einem Platz verharrt, sondern das Gewässer wird nach beisswillligen Fischen abgesucht.

Stippfischen

Das Stippfischen ist eine Angeltechnik, bei der eine Rute ohne Rolle benutzt wird.

Die Schnur wird an der Spitze montiert und sollte nicht länger als die Rute selbst sein. Die Rute kann eine Länge von 3 m bis 16,5 m haben. Diese Methode wird hauptsächlich zum Fang von Weißfischen benutzt.

Um den Biss eines Fisches deutlich zu erkennen, werden hier feine Schwimmer (auch Posen genannt) als Bissanzeiger eingesetzt.

Des Weiteren ist das Angeln mit verkürzter Schnur eine weitere beliebte Variante des Stippfischens. Die Schnur ist am oberen Ende einer 9 bis zu 16 Meter langen Rute montiert, reicht allerdings nur bis zum 4. oder 5. Teil der meist steckbaren Kopfrute. Durch die kürzere Schnur, meistens 1 m mehr als der Gewässergrund, wird ein genaueres Führen des Köders erzielt, da man auf einer Entfernung von 9 bis 13 Metern direkt unter der Rutenspitze angeln kann. Um die Fluchten des gehakten Fisches abzufangen, ist dazu meist ein Gummizug in die oberen 2-3 Teile eingezogen. Dieser übernimmt im Drill die Funktion eines Puffers, ähnlich der Bremse beim Angeln mit der Stationär-Rolle.

Eisangeln

Biss beim Eisangeln ohne Rute
Biss beim Eisangeln ohne Rute

Unter Eisangeln versteht man das Angeln im Winter auf zugeforenen Gewässern. Dazu wird mittels eines Eisbohrers oder einer Kettensäge ein Loch in das tragende Eis gebohrt oder gesägt und dann entweder nur mit Schnur oder einer kurzen Rute geangelt. Neben natürlichen Ködern, wie Wurm, Köderfisch oder Fischfetzen, wird beim Eisangeln auch häufig mit der Mormyschka gefischt.

Unsportliche Methoden

Angeln ist heute in Deutschland ein Sport und dient nur nachrangig der Ernährung. Der schmackhafte Fisch, der gegessen werden kann, ist für viele Angler lediglich eine kleine, feine Belohnung. Der eigentliche Reiz ist das Angeln selbst und nicht wenige Sportangler setzen einen großen Teil der Fische, die sie fangen, wieder aus, selbst wenn sie diese aufgrund Größe und Art behalten dürften. Der Angelsport ist naturverbunden und der Schutz der Gewässer, Seen und der Fischbestände wird von Angelvereinen maßgeblich getragen.

Es gibt einige Methoden, die nicht sportlich oder illegal sind und darauf abzielen, mit wenig Aufwand viel Fisch zu erbeuten. Teilweise sind diese Methoden wenig selektiv oder mit keinerlei eigentlicher Angeltätigkeit verbunden. Darunter fallen lange, quer durchs Gewässer ausgelegte Schnüre, an denen sich in regelmäßigen Abständen Haken befinden und die oft über Nacht im Wasser verbleiben, um am nächsten Morgen eingeholt zu werden. Hierbei werden irgendwelche Fische unterschiedlichen Alters gefangen, im Grundbereich oft gründelnde Fische oder Aale. Sie sind oft bereits tot, wenn sie eingeholt werden. In Ländern, in denen die Bevölkerung vom Angeln lebt oder in denen es ein überreiches Fischangebot gibt, ist diese Methode jedoch oft erlaubt.

Auch das Auswerfen von Angelschnüren mit dutzenden Vorfächern in einen angefütterten Fischschwarm wird als unsportlich angesehen. Darüber hinaus sind weitere Methoden verpönt oder verboten, wie beispielsweise das Schleppangeln in stehenden Gewässern.

Zu den im Höchstmaße unsportlichen und illegalen Methoden zählt auch die Dynamitfischerei, die in Deutschland vor allem in Nachkriegsjahren betrieben wurde und heute sehr schwer bestraft wird, sowie das Cyanidfischen. Beide Methoden werden heute in Ostasien häufig angewendet und sind für massive Naturzerstörungen verantwortlich.

Angelzubehör

Für das Ausüben der Angelei sind mittlerweile etliche Hilfsmittel erfunden wurden, vom Angelhaken in der Steinzeit bis hin zum tragbaren Sonar in der Neuzeit. Mehr als ein Angelhaken und eine Angelschnur wird nicht für die Angelei benötigt, jedoch schreiben einige Landesgesetze das Mitführen von Messer und Kescher vor. Beim Nachtangeln sind Bissanzeiger ein beliebtes Hilfsmittel. Hakenlöser und Abhakmatte erleichtern das Lösen des Fischs vom Haken und machen den Fang somit schonender für den Fisch, während das Gaff in manchen Bundesländern sogar verboten ist, da der Fisch damit unnötig verletzt werden kann. Als Rod-Pod wird eine Auflage für die Angelruten während des Angelns, die mit einem elektronischen Sensor zur Bissanzeige ergänzt werden kann bezeichnet. Der Setzkescher ist das Aufbewahrungsnetz in der Angelfischerei, um Fische im Wasser schonend darin aufzubewahren fachlich „hältern“ genannt.

Ruten

zum Hauptartikel siehe Angelrute

Die Angelrute ist ein Gerät, mit dem der Aktionsradius beim Angeln erweitert und das Fangen erleichtert wird. Eine Angelrute hat die Aufgabe, das Positionieren des Angelhakens mit Köder an der Angelschnur zu erleichtern, den Anhieb (Haken des Fisches) sicher zu setzen und den Fisch schnell und waidgerecht zu drillen (den Fisch ermüden) um ihn dann sicher zu landen.

Bei Angelruten unterscheidet man grundsätzlich zwischen Steck- und Teleskopruten. Moderne, hochwertige Angelruten werden aus Glasfaser und/oder Kohlefaser gefertigt seltener aus Bambus. Mit Ausnahme von Stippruten, auch Kopfruten genannt, sind Angelruten mit Schnurlaufringen versehen. Angelruten können zwischen 0,45 (Eisangel-Ruten) und 14,5 Meter (Kopfruten/Wettkampfruten) lang sein.

Es gibt dennoch auch in der Länge noch unterschiede, wie z.B. das Wurfgewicht. Kurzum: Es gibt für jeden Zielfisch, für jedes Gewässer und für jede Angelmethode Ruten die speziell darauf abgestimmt sind.

Posen

Posen dienen als Bissanzeiger und durch die Pose kann man festlegen, in welcher Tiefe der Köder angeboten werden soll. Es gibt 2 verschiedene Arten von Posen. Eine Art ist die Laufpose, die andere die Feststellpose.

Laufpose

Das System der Laufpose ist wie folgt aufgebaut: als erstes zieht man einen Stopperknoten auf die Schnur, umso höher man den Knoten zieht, desto tiefer wird der Köder angeboten. Danach schiebt man eine im Pack der Stopperknoten befindliche Perle auf die Schnur. Dies dient dazu, dass der nun aufgeschobene Wirbel mit Karabinerhaken nicht über den Stopperknoten rutschen kann. Danach schiebt man eine zweite Perle auf. Ans Ende der Schnur bindet man wie gewöhnlich seinen Wirbel, um dort das Vorfach zu befestigen. An den Wirbel in der Mitte hängt man nun die Laufpose ein.

Feststellpose

Eine Feststellpose wird, wie der Name schon sagt, direkt an die Schnur fest gemacht. Dies erfolgt i.d.R. durch Zwei kleine Gummibänder die um die Pose gespannt sind. Die Schnur wird zwischen Pose und Gummi gezogen. Anschließend kann man die Pose dann auf die jeweilige Tiefe einstellen.

Kleidung

Köderarten

Unterschieden werden Kunstköder und Futterköder. Künstliche Köder können mehrfach verwendet werden und bestehen aus Metall oder Kunsstoffen. Futterköder bestehen aus für Fischen genießbaren Materialien wie Fleisch, kleineren Fischen oder speziell angerichteten Teigen aus Mehl und anderen Zusatzstoffen, für die es bestimmte Rezepte gibt oder die industriell vorgefertigt im Handel angeboten werden. Viele dieser Teige enthalten Geruchsstoffe. Auf die richtige Beschaffenheit wird große Sorgfalt verwendet. Gute Köder haften lange am Haken und locken Fische an.

Mit der Wahl des Köders legt sich der Angler auf bestimmte Fischarten fest. Es gibt zudem Fischarten, die je nach Begleitumständen (Tageszeit, Ort, Lebensalter) auf verschiedene Köderarten stehen. Für aasfressende Fische gibt es zudem auch Lockstoffe, die im Wasser einen entsprechenden Geruch verbreiten. Damit ist es möglich, diese Fische zu angeln, ohne verfaultes Ködermaterial bereit halten zu müssen.

Typische Arbeitsschritte beim Angeln

Vorbereitungen

Die Vorbereitung erfolgt vom Angler zu Hause, im Angelfachgeschäft und vor allem vor Ort am Gewässer. Sie hängt mit der Wahl der Zielfische und der Angelmethode zusammen.

Am Gewässer werden die Gerätschaften bereit gelegt und die Köder vorbereitet. Über die Wahl der richtigen Köder gibt es unter Anglern sehr unterschiedliche Ansichten. Allgemein geht man davon aus, dass der Köder einen großen Einfluss auf die Angelerfolge hat.

Auswerfen der Angel

Mit dem Auswerfen der Angel bringt der Angler das fertig vorbereitete Vorfach mit allen dran befestigten Gegenständen an die Stelle, an der er die Fische vermutet. Angeln ist auch ohne Rute möglich, aber sie vereinfacht das Auswerfen der Leine über größere Strecken. Mit gezieltem Schwung bewegt der Angler die Schnur schnell übers Wasser und platziert den Haken. Misslingt der Wurf, kann die Angel eingeholt und erneut geworfen werden.

Das Auswerfen ist Übungssache. Geübte Angler können den Haken über weite Strecken sehr zielgenau platzieren. Durch das Schwungholen treten am Haken oft sehr starke Beschleunigungskräfte auf, die zum Verlust des Köders oder zum reißen der Schnur führen können. Auch an der Zahl der auf dem Wasser entstehenden Wellenkreise kann der Angler den Verlust von Köder oder anderem Zubehör erkennen. Mit unsachgemäßem Auswerfen ist auch eine gewisse Verletzungsgefahr durch den schwungvoll bewegten Haken gegeben. Angeln mehrere Angler gemeinsam, halten sie oft Sicherheitsabstände ein.

Warten auf den Biss

Ob sich Fische am Köder zu schaffen machen und daran herum fressen, kann vom Angler an den Bewegungen der Pose bemerkt werden. Ein Biss kündigt sich oft an, kann aber auch spontan eintreten. Beim Angeln in bewegten Gewässern ist der Widerstand, den die Schnur den Bewegungen des Anglers entgegen setzt, ein Zeichen für einen Biss. Bei manchen Angelmethoden wird die Rute immer wieder Ein- und Ausgeworfen, wie z.B. beim Spinnfischen. Bei dieser Methode des Angelns wird ein Biss sofort gemerkt.

Während des Wartens muss die Schnur gelegentlich eingeholt und der Köder überprüft werden. Auch werden zwischendurch öfters die Köder und die Positionen des Köders im Gewässer u.a. auch Ködertiefe geändert. Die überprüfung des Köders entfällt, wenn spezielle permanente Köder verwendet werden.

Einholen der Angel

Wenn ein Fisch gebissen hat, muss die Angel so eingeholt werden, dass der Fisch bis zum Schluss am Haken bleibt. Dies erfordert insbesondere bei größeren oder lebhaften Fischen Erfahrung. Viele Angler verwenden für die letzten Meter einen Kescher. Ist der Fisch an Land gebracht, ist er weidgerecht zu behandeln. Soll er am Leben bleiben, wird er in ein vorher bereit gestelltes geignetes Gefäß mit Wasser aus dem Lebensraum des Fisches gesetzt. Die meisten Fische müssen jedoch sofort getötet werden. Dies kann auf verschiedene Weise geschehen.

Manche Fische stellen im lebenden Zustand ein gewisses Risiko für den Angler dar. Insbesondere Raubfische können schmerzhaft beißen und müssen vorsichtig gehandhabt werden. Es empfielt sich, den Fisch vorsichtig aus dem Kescher zu nehmen und mit einem Betäuber oder Stein einige Male auf seinen Kopf zu hauen, bis er nicht mehr zuckt.

Rechtliche Aspekte

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Das Angeln unterliegt grundsätzlich dem Landesfischereigesetz und der Landesfischereiordnung.

Zur Ausübung benötigt man in Deutschland im wesentlichen zwei Papiere:

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Fischereipapiere

Das Fischereirecht kann beim Gewässereigentümer liegen oder auch von einem Pächter (z. B. ein Angelverein) erworben werden. Dabei besteht die Möglichkeit das Gewässergrundstück einschließlich dem Fischereirecht zu pachten oder nur das Fischereirecht. Angelvereine pachten oft das Fischereirecht für viele Gewässer in einer Region und geben Fischereierlaubnisscheine für ihre Pachtgewässer aus. An solchen Angelgewässern sind dann die Gewässerordnungen der Vereine zu beachten die in Punkten wie Schonzeiten, Schonmaß und Fangbeschränkungen durchaus strenger (aber niemals weicher) als die Landesgesetze sein können. Vereine können das Mitführen von Gewässerordnung und Fangbuch an ihren Gewässern vorschreiben.

Bei einigen Gewässern ist das Fischereirecht auch ganz vom Grundstückseigentum losgelöst, dies beruht meist auf historischen Hintergründen (z. B. alte Berufsfischerfamilien). Solche Fischereirechte nennt man selbstständige Fischereirechte.

Neben dem Landesfischereigesetz sind für Angler auch noch die folgenden Gesetze und Verordnungen von Relevanz: Tierschutzgesetz, Bundesartenschutzverordnung, Tierschutz-Schlachtverordnung, Bundesnaturschutzgesetz.

Das so genannte Schwarzangeln ohne Papiere gilt als Fischwilderei und wird mit empfindlichen Geldstrafen geahndet.

Wirtschaftliche Bedeutung

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Die wirtschaftliche Bedeutung der Freizeitfischerei ist in Deutschland etwa ebenso groß wie die des gewerblichen Fischfangs. Nach Schätzungen setzen Unternehmen, die mit Freizeitfischerei beschäftigt sind, in der Bundesrepublik jährlich 6,4 Milliarden Euro um. Sie beschäftigen dabei 52.000 Arbeitnehmer. Die meisten dieser Arbeitsplätze sind in der Nahrungs- und Futtermittelindustrie, im Einzelhandel und in der Fischerei (z. B. in Fischzuchtbetrieben) sowie im Beherbergungs- und Gaststättengewerbe anzusiedeln. Am beliebtesten ist das Angeln in in Bundesländern Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein, wo nach Schätzungen in jeweils 22-23 % der Haushalte mindestens eine Person aktiver Angler ist. Wieviele Angler es genau gibt, ist unbekannt. Eine Million Menschen sind in Deutschland in einem Anglerverein organisiert. Laut einer Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach sagen rund fünf Millionen Deutsche, sie würden ab und zu oder regelmäßig angeln. Ungefähr 94 % der deutschen Angler sind männlich, eine ähnliche Quote gilt in der Schweiz. 2002 angelten sie etwa 45.000 Tonnen Fisch; die gewerbliche See- und Flussfischerei fing in derselben Zeit etwa 4.000 bis 7.000 Tonnen.

Siehe auch

Wikipedia
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