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Angela Davis
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Angela Yvonne Davis (* 26. Januar 1944 in Birmingham, Alabama, USA) ist eine US-amerikanische Bürgerrechtlerin, Soziologin und Schriftstellerin, die in den 1970er Jahren zur Symbolfigur der Bewegung für die Rechte von politischen Gefangenen wurde.
Inhaltsverzeichnis |
Leben
Davis entstammt einer schwarzen Mittelschichtsfamilie. Angela war ein hochintelligentes Kind und bekam als 15jährige ein Stipendium des American Friends Service Committee für eine Privatschule in New York. Hier kam sie zum erstenmal mit dem Marxismus in Berührung, und fand viele Übereinstimmungen mit ihren eigenen Überzeugungen. Sie schloss sich dem marxistischen Zirkel an ihrer Schule an. Sie studierte nach der Schule an der Brandeis University Französisch und verbrachte ein Jahr in Frankfurt. Sie war im Sommer-Semester 1966 als Gasthörerin an der Universität in Frankfurt am Main. Dort besuchte sie im Institut für Sozialforschung Veranstaltungen von Theodor W. Adorno. Während dieses Auslandaufenthalts setzten in ihrem Heimatort Mitglieder des Ku-Klux-Klan die Kirche in Brand. Nach diesem Jahr im Ausland nahm sie das Studium in Brandeis wieder auf. Hier traf sie mit dem Philosophen Herbert Marcuse zusammen.
1967 trat sie dem Student Nonviolent Coordinating Committee (SNCC), später der Black Panther Party und der Kommunistischen Partei der USA (CPUSA) bei. Den SNCC verließ sie aber schnell wieder, da ihre Mitgliedschaft in der Kommunistischen Partei zum Problem avancierte. Dem bereits seit seinem 18. Lebensjahr in Haft sitzenden George Jackson, der im Gefängnis Mitglied der Black Panther Party wurde, schlug Davis vor, ein Buch über seine Haftbedingungen zu schreiben, was er mit „Soledad Brother” auch tat. Aufgrund dieser Verbindung wurde sie wenig später verhaftet. Jacksons Bruder Jonathan Jackson hatte in einem Gerichtssaal eine Schießerei mit der Polizei begonnen, und Davis wurde vorgeworfen, die Waffe für diesen Überfall geliefert zu haben.
Seit diesem Vorfall saß sie in Untersuchungshaft, ihr drohte wegen des Vorwurfs der „Unterstützung des Terrorismus” die Todesstrafe. Ein enormer Protest in der Öffentlichkeit entstand gegen ihre Verhaftung. Sie wurde nach zwei Jahren in allen Punkten der Anklage freigesprochen und begriff sich damals wie heute als politische Gefangene. Den Menschen, die damals gegen ihre Verhaftung protestierten, fühlt sie sich auch heute noch verpflichtet und kämpft unter anderem als Schriftstellerin und Journalistin für die Rechte der jetzigen Gefangenen. Davis trat 1991 aus der CPUSA aus.
Heute arbeitet sie als Professorin an der University of California, Santa Cruz in Santa Cruz.
Sie erhielt 2004 den Menschenrechtspreis der Gesellschaft für Bürgerrechte und Menschenwürde.
Davis ist Ehrenbürgerin der Stadt Magdeburg.
John Lennon widmete ihr 1972 den Song Angela auf dem Album Some Time in New York City.
Werke
- If They Come in the Morning: Voices of Resistance, 1971
- Frame Up: The Opening Defense Statement Made, 1972
- Angela Davis. An autobiography, 1974
- Women, Race & Class, 1981
- Rassismus und Sexismus. Schwarze Frauen und Klassenkampf in den USA. Berlin: Elefanten Press, 1982. ISBN 3-88520-093-7
- Violence Against Women and the Ongoing Challenge to Racism, 1985
- Women, Culture and Politics, 1989
- Blues Legacies and Black Feminism. Gertrude "Ma" Rainey, Bessie Smith, and Billie Holiday, 1999
- The Angela Y. Davis Reader, 1999
- Are Prisons Obsolete?, 2003
- Eine Gesellschaft ohne Gefängnisse? Der gefängnisindustrielle Komplex der USA. Schwarzerfreitag 2004, ISBN 3-937623-32-9
Literatur
- Robert Lumer und Siegfried Hanusch: Angela Davis oder Der unaufhaltsame Prozeß. Regie: Albrecht Surkau. Prod.: Rundfunk der DDR, 1971. (Radio-Feature)
- Angela Davis Solidaritätskomitee: Am Beispiel Angela Davis. Der Kongreß in Frankfurt. Reden, Referate, Diskussionsprotokolle. Frankfurt am Main: Fischer, 1972. ISBN 3-436-01603-9
- Regina Nadelson: Who is Angela Davis? The biography of a revolutionary. New York: Yaden, 1972.
- Walter Kaufmann: Unterwegs zu Angela Davis. Vorwort von Victor Grossman. Bremen: Atlantik, 2005. ISBN 3-926529-96-2
- "Ehrenbürger-Gastfrage zum Geburtstag". In: Magdeburger Volksstimme, 20. Januar 2005.
Siehe auch
Weblinks
- Literatur von und über Angela Davis im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- http://www.jungewelt.de/2005/01-07/003.php
- kalenderblatt.de: Angela Davis freigesprochen
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Davis, Angela |
| KURZBESCHREIBUNG | US-amerikanische Bürgerrechtlerin, Soziologin und Schriftstellerin |
| GEBURTSDATUM | 26. Januar 1944 |
| GEBURTSORT | Birmingham, Alabama, USA |
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