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Andokides (Redner)

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Andokides (*um 440 v. Chr. wahrscheinlich in Athen; † nach 391 v. Chr.) war ein attischer Redner.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Andokides war in den Prozess nach dem Hermokopiden- und Mysterienfrevel im Jahre 415 verwickelt. Die näheren Umstände waren folgende: In einer einzigen Nacht wurden in Athen kurze Zeit vor Beginn der sizilischen Expedition eine Vielzahl von Hermen, Figuren die an den Hauseingängen standen, verstümmelt. Im Zuge der Aufklärung dieses Verbrechens, welches einen religiösen Frevel bedeutete, wurden außerdem mehrere Personen beschuldigt, in ihren Häusern private Mysterien abzuhalten, was ebenfalls Häresie war. Einer der Hauptbeschuldigten war Alkibiades, der deswegen auch aus Sizilien abberufen wurde, um verurteilt zu werden und nach Sparta floh (Thukydides 6,27,1–28,2).

In einem Verfahren zu den oben genannten Verbrechen trat Andokides als Kronzeuge auf. Daraufhin musste er ins Exil gehen. Um 411 unternahm er mit seiner Rede „Über seine Rückkehr“ den Versuch, nach Athen zurückkehren zu können. Dieser scheiterte zunächst und erst um 400 wurde er in Athen wieder aufgenommen. Dort verteidigte er sich nochmals mit seiner bekanntesten Rede „Über die Mysterien“, die neben der aufgeführten Thukydides-Stelle die Hauptquelle zu den Ereignissen 415 ist.

Überliefert ist außerdem eine Rede aus dem Jahr 391 v. Chr., in der er seinen Mitbürgern dazu riet, einen mit Sparta ausgehandelten Friedensvertrag zur Beendigung des Korinthischen Krieges anzunehmen. In dieser Rede ist zum ersten Mal der Begriff der koiné eiréne, des Allgemeinen Friedens, belegt. Diese Friedensidee prägte die Politik zwischen den griechischen Poleis in den folgenden Jahrzehnten. Die Verwendung des Begriffs in Andokides’ Rede belegt, dass er damals allgemein geläufig gewesen sein muss.

Nach der Ablehnung seines Vorschlages wurde gegen Andokides Anklage erhoben, so dass er ins Exil ging. Über sein weiteres Leben sowie Ort und Zeit seines Todes ist nichts bekannt.

Quelle

  • Andokides, Über den Frieden mit den Lakedämoniern, übersetzt und erläutert von Albert Gerhard Becker, Quedlinburg, Leipzig 1832.
  • Andocides, ed. and transl. by M. Edwards, Warminster, 1995

Literatur

  • Timothy T. Ryder: Koine Eirene. General Peace and Local Independence in Ancient Greece. Oxford University Press, London 1965.
  • Missiou, A.: The Subversive Oratory of Andokides: Politics, Ideology and Decision-Making in Democratic Athens. Cambridge, 2004

Weblinks

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