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Anasazi

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Bild:Anasazi-es.svg
Verbreitungsgebiet der Kultur
Bild:Mesa Verde1.jpg
Cliff Palace im Mesa-Verde-Nationalpark

Anasazi (Navajo-Sprache: "die Alten") ist eine indianische Kulturtradition, die im Südwesten der USA, in den Staaten Utah, Colorado, New Mexico und Arizona bestand und noch besteht. Heute nennt man die Anasazi in Amerika "ancestral puebloans" oder nimmt einen Begriff, den die Pueblo Indianer selbst gewählt haben (Chacoans oder Hisatsinom), da Anasazi richtig übersetzt die alten Feinde heißt (<anaa- "Feind", sází "Vorfahre") und die Verwendung dieses Begriffes zu einem Streit mit den Hopi führte.

Zeitlich wird sie von ca. 1 n. Chr. bis in die Gegenwart angesetzt. Die Anasazi-Tradition entwickelte mehrere Varianten, an denen Stämme mit verschiedenen Sprachen beteiligt waren: Hopi, Tewa, Tiwa, Towa, Keres und Zuni, bzw. deren Vorfahren. Die Anasazi-Tradition brachte einige der außergewöhnlichsten Baudenkmäler des amerikanischen Südwestens hervor, wie zum Beispiel Pueblo Bonito im Chaco Canyon und das Cliff Palace im Mesa-Verde-Nationalpark.

Inhaltsverzeichnis

Entstehung

Die Anasazi-Kultur entstand aus zwei Kulturen, die sich gegenseitig beeinflussten: Die Mogollon-Kultur, die zur Cochise-Kultur zu rechnen sind und Landwirtschaft betrieben sowie die nomadischen Gruppen der Oshara-Kultur (auch Basketmaker genannt). Die Mogollon übernahmen das architektonische Wissen der Basketmaker, die wiederum den Ackerbau von den Mogollon übernahmen.

Etwa um das Jahr 700 hatten die Basketmaker mit dem Bau überirdischer Häuser begonnen. Sie verwendeten dazu meist Halbhöhlen, die sie zumauerten, Fenster und Türen einbauten und die sie vor allem als Vorratslager für den Winter benutzten. Diese in Reihe direkt aneinandergebaut, waren die ersten Pueblos. Errichtet wurden diese freistehend oder auch unter Felsüberhängen, in dieser Form als Cliff Dwellings bezeichnet.

Kulturelle Eigenheiten

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Anasazi-Pueblos

Speziell im Chaco Canyon, der im Westen des heutigen US-Bundesstaates New Mexico liegt, führte die Vermischung der beiden Kulturen zu einer Entwicklung der Gesellschaft und zu einem Anstieg der Bevölkerungszahl. Es entstand eine Gesellschaft, die auf Arbeitsteilung basierte und die komplexe Strukturen annahmen, eigentliche Staaten mit Herrscher und einer Priesterkaste. Die Anasazi-Völker unterwarfen große Gebiete des amerikanischen Südwestens. Es setzte eine rege Bautätigkeit ein. Vom 11. bis ins 13. Jahrhundert wurden die meisten dieser Cliff Dwellings gebaut. Insbesondere die Siedlungszentren um den Chaco Canyon wurden mit einem guten Straßennetz miteinander verbunden, das auf eine Gesamtlänge von 2400 km geschätzt wird. Die Straßen waren mit neun Metern Breite sehr komfortabel.

Bild:ChalcedonyKnifeNPS.jpg
Chalcedonisches Messer, gefunden im Chaco Culture National Historical Park

Die Grundlage der Anasazi-Tradition war die Landwirtschaft. Sie pflanzten Mais, Bohnen, Kürbisse und Sonnenblumen an. Allerdings mussten sie mit schwierigen Umweltbedingungen zurechtkommen. So zwangen verheerende Dürrekatastrophen, verstärkt durch den Raubbau an der Natur und durch die gestiegenen Bevölkerungszahlen, oftmals die Aufgabe ehemals blühender Gemeinden, zum Beispiel Pueblo Bonito.

Daneben produzierten die Anasazi verschiedene Töpferwaren, die sie exportierten. Und sie lieferten den Tolteken im heutigen Mexiko Türkise. Eine bedeutende Stellung nahm dabei der Chaco Canyon ein.

Niedergang

Bild:Kiva Bandelier NMexico USA1.jpg
Eine Kiva (Versammlungsraum) in New Mexico

Ab 1150 n. Chr. setzte eine schlimme Dürre ein, die etwa 1270 n. Chr. ihren Höhepunkt erreichte. Bislang fruchtbare Gebiete in den heutigen Bundesstaaten Kalifornien, Nevada, Utah und Colorado wurden zu Wüsten oder Trockensteppen. Dies führte zu einer Völkerwanderung. Gruppen der Nun-Kultur (Vorfahren der heutigen Paiute und Ute) drängten von Kalifornien herbei und Gruppen der Fremont-Kultur (Vorfahren der Diné, Apachen, Yuma) von Nevada und Utah. So bedrängt verließen die Anasazi-Völker ab 1270 ihre Heimat und zogen zum Rio Grande, in die Sierra Madre del Norte oder auf die Black Mesa. Letztere waren die Vorfahren der Hopi.

Bei den Tolteken führte die Dürre zu einem Bürgerkrieg, der den Türkis-Handel zusammenbrechen ließ. Dies führte letztlich zum Untergang des Chaco-Staates. Einige Gruppen blieben zwar in der Region und errichteten Pueblo-Gesellschaften, doch viele zogen nach Süden oder Osten. Als die Dürreperiode immer schlimmer wurde, wanderten vermutlich um 1250 auch die letzten Anasazi aus der Chaco-Region aus. Die Acoma, Laguna im Süden sowie verschiedene kleine Pueblogruppen im Osten werden als Nachkommen der Chaco-Anasazi gehandelt.

Die Anasazi-Tradition besteht bis heute in den oben genannten Stämmen fort.

Bekannte Siedlungen der Anasazi

Siehe auch

Literatur

  • Diamond, Jared (2005): Kollaps. Warum Gesellschaften überleben oder untergehen. Frankfurt am Main: S. Fischer Verlag. ISBN 3100139046
  • Stoll, Günter, Vaas, Rüdiger: Spurensuche im Indianerland. Hirzel. Stuttgart 2001.
  • von Papen, Helmut (2004): Anasazi - Kritische Bemerkungen zu aktuellen Thesen. In: Magazin für Amerikanistik, Heft 1.
  • (Roman) Barbara Wood, Gesang der Erde, EAN 9783810523556
  • (Roman) Douglas Preston, Lincoln Child, Thunderhead, EAN 9783426621585

Weblinks

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Wikipedia
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