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Ananas

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Ananas
Bild:Ananasplanze.jpg
Ananas (Ananas), Ananaspflanze mit reifer Frucht
Systematik
Abteilung: Bedecktsamer (Magnoliophyta)
Klasse: Einkeimblättrige (Liliopsida)
Unterklasse: Commelinaähnliche
(Commelinidae)
Ordnung: Süßgrasartige (Poales)
Familie: Bromeliengewächse (Bromeliaceae)
Unterfamilie: Bromelioideae
Gattung: Ananas
Wissenschaftlicher Name
Ananas
Mill. 1754
Bild:Ananas-wilde.jpeg
Blütenstand (Infloreszenz) einer Ananas comosus. Man sieht rote Hochblätter und die blauen Einzelblüten. Aus dem Blütenstand entsteht später die Ananas-Frucht.
Bild:Srilanka ananas.jpg
Ein Ananasfeld bei Negombo im Westen Sri Lankas
Bild:Pineapple seeds.jpg
Samen einer Ananas
Bild:Split ananas.jpg
Ananas-Frucht, aufgeschnitten

Die Ananas (das Wort geht auf guarani ananá in der gleichen Bedeutung zurück) sind eine Pflanzengattung aus der Familie der Bromeliengewächse (Bromeliaceae).

Die Ananas wurde bereits vor Christoph Kolumbus in Süd- und Mittelamerika kultiviert. Sie ist eine tropische Frucht (Obst), die Christoph Kolumbus 1493 auf Guadeloupe für sich, seine Mannschaft und für Europa entdeckte. In Europa wurde sie ab 1690 in Orangerien angebaut.

Inhaltsverzeichnis

Nutzungen der Ananas

Heute wird Ananas überall im tropischen Gürtel zwischen 25° nördlicher und südlicher Breite angebaut. Berühmt sind die Plantagen auf Hawaii, deren Früchte meistens in Blechkonserven zu uns kommen und mit „Riz Casimir“ oder als „Toast Hawaii“ auf den Speiseplan gelangen.

Auch die konservierte (erhitzte) Ananas hat in der Küche ihre Bedeutung. Wegen des zerstörten Enzyms Bromelain macht sie Milchspeisen nicht bitter und ermöglicht das Gelieren von Götterspeise. Andererseits gilt frische Ananas als Zartmacher beim Kochen von Fleisch.

Die bekannteste Art ist die gewöhnliche Ananas (Ananas comosus (L.) Merr.), die aus dem tropischen Amerika stammt und dann auch in Asien, Afrika und Südeuropa kultiviert worden ist. Seit etwa 1830 wird die Ananas in Europa auch in großen Treibhäusern gezogen. Die Frucht müsste botanisch korrekterweise als Fruchtverband angesehen werden, da im Gegensatz zu einer Sammelfrucht viele Einzelblüten sowie die jeweiligen Tragblätter (Hochblätter, Brakteen) an Aufbau und Ausbildung beteiligt sind. Allerdings wird umgangssprachlich nur von der Ananasfrucht gesprochen, weshalb dieser Begriff auch hier weiterverwendet werden soll. Die Frucht besitzt eine goldgelbe Farbe und einen Schopf aus Blättern. Sie muss sorgfältig geschält werden: man schneidet zuerst den Schopf ab, dann wird die Schale von oben nach unten entfernt, die Frucht geviertelt und der Strunk entfernt. Der Geschmack ist süß-säuerlich.

Zum Verzehr sollte die Ananas gut reif sein, dies erkennt man entweder am Duft oder weil sich die grünen Blätter ganz leicht von der Frucht lösen lassen. Die Ananas reift nach der Ernte nicht nach, sie zählt zu den nichtklimakterischen Früchten.

Auch als Zierpflanzen werden einige Sorten der Ananas verwendet. Manchmal werden Pflanzen mit Früchten zum Kauf angeboten und es gibt auch Sorten mit bunten Blättern.

Eine Möglichkeit der Anzucht ist, vom abgeschnittenen Schopf (1 cm der Frucht) das Fruchtfleisch vollständig zu entfernen, so dass die verholzte Verlängerung des Schopfes (ähnlich einer Pfahlwurzel) freigelegt wird. Unter fließendem Wasser gereinigt und gut abgetrocknet, wächst dieser Schopf in einem Sand-/ Kokos- oder Torfgemisch in wenigen Monaten an. Staunässe und restliches Fruchtfleisch können zu Pilzbefall führen. Es kann auch versucht werden, den oberen grünen Teil der Frucht zu bewurzeln, indem man ihn in fingertiefes Wasser stellt, was jedoch selten glückt.

Eine weitere Anzuchtsmöglichkeit ist die Anzucht aus Samen, die man in der Schale findet, wenn man die Frucht schält. Die Samen werden aus der Frucht geholt, getrocknet und 1-2 mm in feuchte Erde gesteckt. Die Keimdauer ist sehr unterschiedlich: Einige Samen keimen nach 2 Wochen, andere brauchen 3 Monate. Da die Anzucht aus Samen nicht sortenecht, teuer und zeitintensiv ist, wird sie nur selten angewandt.

Botanisch gesehen sind die Ananasfrüchte Sammelfrüchte aus Beeren. Unter der Oberfläche dieser sechseckigen Beeren, die jeweils von einer Blüte hervorgebracht wurden, liegt ein Samenkorn. Bei den gezüchteten Sorten sind meist nur noch wenige bis keine Samen mehr zu finden. Die ursprünglichen Ananas-Arten und -Sorten haben stachelbewehrte Blattränder. Durch Selektion hat man einige Sorten entwickelt, die glatte Blattränder haben. Man kann aus ihr Saft pressen.

Wirtschaftliche Bedeutung

Laut FAO wurden 2005 weltweit 16,8 Millionen Tonnen Ananasfrüchte geerntet [1], wobei Thailand (2,2 Mio. t), Philippinen (1,8 Mio. t) und Costa Rica (1,6 Mio. t) die drei größten Produzenten sind.

Inhaltsstoffe

Sie ist reich an Vitaminen und Mineralstoffen sowie auch an Enzymen (u. a. Bromelain oder Bromelin), welche die Verdauung anregen und regulieren, Entzündungen hemmen, den Blutdruck senken und Ablagerungen an den Gefäßinnenwänden abbauen (Ursache für Arteriosklerose) sowie Vitamin E, das als Schutz vor freien Radikalen dient. Auch bei Magenproblemen und Gelenkbeschwerden soll die Ananas helfen. Weitere Inhaltsstoffe sind: Kalium, Magnesium, Phosphor, Eisen, Kupfer, Mangan, Zink, Jod, Carotin.


100g Ananas enthalten:
kcal kJoule Wasser (g) Fett (g) Kalium (mg) Calcium (mg) Magnesium (mg) Vitamin C (mg)
55-59 233-247 84 0,2 173 16 17 19

Quelle: EU Nährwertkennzeichnungsrichtlinie (EU NWKRL 90/496/EWG) & Rewe Nährwerttabelle


Tagesbedarf eines Erwachsenen
Kalium Calcium Magnesium Vitamin C
9% 2% 6% 25%

Quelle: EU Nährwertkennzeichnungsrichtlinie (EU NWKRL 90/496/EWG)

Arten und Varietäten

  • Ananas ananassoides var. typicus
  • Ananas arvensis (Brasilien)
  • Ananas bracteatus (Brasilien)
    • Ananas bracteatus var. albus
    • Ananas bracteatus var. hondurensis
    • Ananas bracteatus var. paraguariensis
    • Ananas bracteatus var. rudis
    • Ananas bracteatus var. striatus (Südamerika)
    • Ananas bracteatus var. tricolor
    • Ananas bracteatus var. typicus
  • Ananas comosus (Brasilien)
  • Ananas erectifolius
  • Ananas genesio-linesii (Brasilien)
  • Ananas guaraniticus (Argentinien, Paraguay)
  • Ananas macrodontes (Brasilien)
  • Ananas microcephalus (tropisches Amerika)
    • Ananas microcephalus var. major (Südamerika)
    • Ananas microcephalus var. minor (Südamerika)
    • Ananas microcephalus var. missionensis (Argentinien)
    • Ananas microcephalus var. mondayanus (Südamerika)
    • Ananas microstachys var. typicus
  • Ananas mordilona
  • Ananas pancheanus (Kolumbien)
  • Ananas parguazensis (Südamerika)
  • Ananas pyramidalis
  • Ananas sativus (tropisches Amerika)
    • Ananas sativus var. hispanorum
    • Ananas sativus var. lucidus
    • Ananas sativus var. muricatus
    • Ananas sativus var. sagenarius
    • Ananas sativus f. typicus
    • Ananas sativus var. variegatus
  • Ananas strictus (Paraguay)
  • Ananas viridis

Siehe auch

Quellen

  1. Aktuelle Zahlen der FAO

Weblinks

<imagemap>-Fehler: Bild ist ungültig oder nicht vorhanden Commons: Ananas – Bilder, Videos und/oder Audiodateien
wikt:
Wiktionary
Wiktionary: Ananas – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme und Übersetzungen


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