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Analogie (Sprachwissenschaft)
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Analogie als sprachwissenschaftlicher Begriff bezeichnet die Angleichung einer (vor allem lautlichen) Form an eine oder mehrere bereits vorhandene Form(en). Sie wurde von den Junggrammatikern als Gegengewicht zum Prinzip der Ausnahmslosigkeit der Lautgesetze angenommen und ist somit als Prozess der zweite Hauptfaktor im Sprachwandel.
Die Analogie basiert auf der Assoziation entweder von einander lautlich entsprechenden Wörtern oder einander grammatisch entsprechenden Wortformen, die dann aneinander angepasst werden. Dabei können die ursprünglich überlieferte Form und die neue konkurrierende Form sogar eine Zeit lang koexistieren. Schließlich kommt es so zu einem Ausgleich innerhalb des sprachlichen Systems.
Häufig angeführte Beispiele für die Wirkung der Analogie in der Sprachgeschichte sind dt. backen - Präteritum backte statt buk nach dem Vorbild dt. hacken - Präteritum hackte und dt. des Nachts nach dem dt. Vorbild des Tag(e)s.
In der Spracherwerbsforschung gilt die Analogie als eine Strategie unter mehreren, die Kinder anwenden, um bestimmte Lernvorgänge zu bewältigen. Sie nehmen sich eine bereits gelernte Form zum Vorbild, um noch nicht beherrschte Formen danach zu bilden. So kommt es z.B. zu den häufig beobachteten schwachen Präterita von an sich starken Verben: *"(ich) singte" u. dgl. Auf die gleiche Weise kommen oft abweichende Pluralformen zustande: statt "Hunde" etwa *"Hünde" oder *"Hünder" (Butzkamm & Butzkamm 1999: 215).
Literatur
- Karl Heinz Best: Probleme der Analogieforschung. (= Commentationes Societatis Linguisticae Europaeae; VI). Hueber, München 1973
- Bußmann, Hadumod: Lexikon der Sprachwissenschaft. Kröner, Stuttgart 2002 (3., aktualisierte und erweiterte Auflage Auflage) ISBN 3-520-45203-0
- Wolfgang u. Jürgen Butzkamm: Wie Kinder sprechen lernen. Kindliche Entwicklung und die Sprachlichkeit des Menschen. Francke, Tübingen/ Basel 1999. ISBN 3-7720-2731-8
- Yali Gao: Analogie und Wortbildung. Eine Wortbildungstheoretische Anwendung des Analogiebegriffs Wilhelm von Humboldts. Dissertation, Universität Passau 2000 (Volltext)
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