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Anakreon

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Anakreon (* um 550 v. Chr., andere Angaben 580 v. Chr., in Teos (Ionien), heute Sigacik (Türkei); † 495 v. Chr. in Athen) war ein griechischer Lyriker, der zum Kanon der neun Lyriker gezählt wird.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Anakreon wurde im antiken Teos geboren, einer ionischen Stadt Asiens, deren Einwohner um 540 v.Chr. vor der drohenden persischen Herrschaft ins thrakische Abdera übersiedelten. Auch Anakreon emigrierte dorthin, als die Perser seine Heimat unterwarfen.

Er führte ein unstetes Leben, welches ihn an den Hof des Tyrannen von Samos, Polykrates, trieb. Hier wurde er hoch geehrt und verlebte als angesehener Hofdichter den größten Teil seines Lebens. Nach dem Tod von Polykrates im Jahr 522 v.Chr. trieb es ihn an diverse andere Fürstenhöfe, wie zum Beispiel zum Tyrannen Hipparchos nach Athen, der ihn zu sich rief.

Von Anakreons Leben nach dem Sturz der Peisistratiden weiß man nichts Sicheres.

Eine Legende ist wohl, dass er, im hohen Alter von 85 Jahren, durch Verschlucken einer getrockneten Weinbeere gestorben sei.

Auf der Burg zu Athen stand seine Bildsäule, die ihn als einen vom Wein begeisterten greisen Sänger darstellte, wie er überhaupt bei den Griechen als Typus eines noch im Alter dem Wein und der Liebe huldigenden Dichters galt. Denn der Liebe, dem Wein und der heitern Geselligkeit war die Mehrzahl seiner in dem weichen ionischen Dialekt verfassten Lieder gewidmet, die durch ihre Schönheit und Anmut berühmt waren. Als Lyriker besang er die Liebe, den Wein und die Rosen in anmutigen, leichten Versen, die zahlreiche Nachahmer fanden. (siehe Anakreontik)

Von seinen Werken sind nur drei vollständig und einige fragmentarisch erhalten. Dabei taten sich Theodor Bergk, Johann Wilhelm Ludwig Gleim, Eduard Mörike, Karl Wilhelm Ramler, Johann Peter Uz u.v.a. als Übersetzer hervor. Mit Nachahmungen dieser Art von Lyrik aus verschiedener, zum Teil später Zeit und von verschiedenem Wert bereiten neben Bergk auch Friedrich Mehldorn und Valentin Rose der Anakreontik den Weg.

Trivia

Die Melodie der Nationalhymne der USA stammt aus einem populären englischen Trinklied um 1800 von John Stafford Smith (To Anacreon in Heaven), das einst die Nationalhymne Luxemburgs unterlegte und das Clublied der von 1772 bis 1792 bestehenden Anacreontic Society in London war.

Eine antike Statue des Anakreon (1835 am Monte Calvo gefunden) beherbergt die Villa Borghese in Rom.

Literatur

  • Theodor Bergk: Poetae lyrici graeci, Teubner, Leipzig 1914
  • Giovanna A. Braghetti: Anakreon. Edition und Kommentar, Dissertation, Universität Freiburg 1994
  • Johann W. Gleim: Carmina latina, Halberstadt, 1784
  • Hermann A. Junghans: Anakreon, Reclam, Leipzig 1873
  • Friedrich Mehlhorn: Anacreontea. Quae dictur secundam Levesquii collationem codicis Palatini, Guenter, Glogau 1825
  • Eduard Mörike: Trinkend rühr' ich gern die Leier. Lieder vom Wein und von der Liebe des frühgriechischen Dichters Anakreon, Offizin der goldenen Kanne, Weilrod 2004
  • Karl W. Ramler: Achtzehn Lieder aus dem Anakreon, Klotz, Eschborn 1992
  • Franz W. Richter: Anakreoan. Nach seinem Leben beschrieben und in seinem poetischen Überresten , nebst den Nachdichtungen, Becker, Quedlinburg 1834
  • Valentin Rose u.a.: Anacreontis Teii quae vocantur Symposiaka ¯Emiambia ex anthologiae Palatinae volumine altero nunc Parisienis Teubner, Leipzig 1890
  • Karl R. Uschner: Anakreon. Lieder, Schroeder, Berlin 1864
  • Johann Peter Uz, Johann Nikolaus Götz: Die Oden des Anakreon in reimlosen Versen, nebst einigen anderen Gedichten, Leipzig 1746
  • Martin L. West (Hrsg.): Carmina Anacreontea, Teubner, Stuttgart, 1973, ISBN 3-8154-1025-8

Weblinks

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