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Anagrammmethode

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Die Anagrammmethode bezeichnet ein bestimmtes Verfahren, wie aus einer kryptographisch codierten Folge von Buchstaben des lateinischen Alphabets und/oder Ziffernfolgen Anordnungen gefolgert werden können, die zu einer interpretierbaren Umstellung führen.

Ziemlich kompliziert war zu Anfang des 20. Jahrhunderts die Entschlüsselung des deutschen Doppelwürfelverfahrens, dessen Zuverlässigkeit und kryptographische Stärke in der Kategorie von Handschlüsselverfahren als relativ groß anzusehen war.

Die von polnischen Kryptologen angewandte Methode der Entzifferung beruhte auf der Wahrnehmung, daß man bei einer genügenden Menge von Chiffrenmaterial, das an einem bestimmten Tag abgehört wurde, fast immer einige Sprüche von gleicher Länge (der Buchstabenzahl) finden konnte, insbesondere bei kürzeren Sprüchen.

Wenn man sie nun auf einem genügend langen Papierstreifen untereinander aufschreibt und diesen in vertikale Spalten zerschneidet, so dass sich auf jeder Spalte ein Buchstabe aus jedem Spruch befindet, dann kann man versuchen, durch das Wechseln der Reihenfolge von Spalten in einem der Sprüche, zum Beispiel dem oben stehenden, irgendwelche sinnvollen Wörter oder zusammenhängende Partikel zu bilden.

Gelingt es, solche zusammenhängende Teile nur in einer Reihe festzustellen, so sollen ebenfalls in den anderen Reihen solche sinnvollen Inhalte auftreten. Anders gesagt, es ist eine Methode von ständigen Versuchen, diese Spalten entsprechend anzupassen und nachzuprüfen, ob nicht gleichzeitig in allen Sprüchen irgendwelche für die deutsche Sprache typische Bigramme, Trigramme, Tetragramme u.a. bis zu Fragmenten von ganzen Wörtern und Sätzen zum Vorschein kommen.

Diese kryptographische Methode, die man Anagrammmethode nannte, ist zwar nicht nur für dieses spezifische Schlüsselverfahren, sondern auch für alle anderen Transpositionschiffren anwendbar, bei welchen sich als möglich erweist, einige auf gleiche Weise verschlüsselte Texte von derselben Länge zu erhalten.

Bei der Umsetzung der Prozedur zu diesem Verfahren ersetzte man die Papierbögen, bei welchen die aufgeschriebenen Buchstabenreihen in vertikale Spalten zu zerschneiden waren, durch spezielle Sätze von quaderförmigen karierten Stäben aus Kunststoff (Ebonit) zum mehrmaligen Gebrauch.

Auf ihnen konnte man mit dem sogenannten dermatographischen Bleistift die gewünschten Zahlen- bzw. Buchstabenkombinationen schreiben und nach beendeter Arbeit an einer bestimmten Chiffre wieder abwischen.

Siehe auch: WikiProjekt Kryptologie

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