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AmigaOS

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AmigaOS
Bild:AmigaOS 3.5 Box.jpg
Basisdaten
Entwickler: Commodore International (1.0-3.1)
Haage & Partner (3.5-3.9)
Hyperion Entertainment (4.0)
Version: 4.0  (24. Dezember 2006)
Stammbaum: -
Architekturen: PowerPC, 68k
Lizenz: Proprietär
Sonstiges: {{{Sonstiges}}}
Website: amiga.com

AmigaOS ist das native Betriebssystem für den Commodore Amiga, das aus den Bestandteilen Workbench, dem AmigaDOS mit der Kommandozeilenebene CLI (später in Shell umbenannt) und dem bei den meisten Amiga-Modellen im ROM befindlichen Betriebssystemkern Kickstart besteht.

Inhaltsverzeichnis

Entwicklung

Bild:68030.jpg
Motorola 68030 Mikroprozessor

Das System wurde von der Firma Amiga von 1982 bis 1984 entwickelt und nach deren Übernahme durch Commodore 1985 in der ersten Version fertiggestellt. Die Komponente AmigaDOS und Teile von Kickstart basieren auf Tripos, einem Multiuserbetriebssystem der Firma MetaComCo, das in der Programmiersprache BCPL entwickelt wurde.

Für seine Zeit, d. h. zwischen 1985 und 1992, hatte das AmigaOS herausragende Eigenschaften:

  • 32-Bit-Architektur
  • präemptives Multitasking ähnlich wie bei Unix-Rechnern (und lange vor Microsoft Windows)
  • Mikrokernel-Architektur mit nachladbaren Libraries und Gerätetreibern (Devices)
  • programmierbare Echtzeit-Interrupts mit geringer Latenzzeit
  • programmierbare Dateisystemgeräte
  • anwendungsunabhängige Druckertreiber
  • fensterorientierte grafische Benutzeroberfläche
  • anwendungsbezogene Desktops (sog. Screens) in unterschiedlicher Grafik- und Farbauflösung
  • ab der Version 2.1 ist eine internationale Lokalisierung (i18n) dynamisch möglich
  • internationaler 8-Bit-Zeichensatz nach ISO 8859-1

Die ersten 68k-CPUs stellten noch keine Memory Management Unit zur Verfügung. Deshalb musste das AmigaOS ohne Speicherschutz auskommen - allerdings war dies Mitte der 80er auch noch kein Thema im Heimcomputersegment.

Die Workbench wurde nicht zwingend zum Funktionieren des Computers benötigt, da der Betriebssystemkern und viele Systembibliotheken im Kickstart-ROM enthalten waren, weshalb die meisten Computerspiele direkt mit Kickstart geladen wurden, um mehr Hauptspeicher nutzen zu können. Dadurch wurden die Multitasking-Eigenschaften des Betriebssystems allerdings meistens außer Funktion gesetzt. Bis zur Version 3.1 (1994) wurde das AmigaOS von Commodore entwickelt. Für die Entwicklung der Versionen 3.5 (1999) und 3.9 (2000) waren Amiga Inc. und Haage & Partner verantwortlich.

Danach arbeitete Hyperion im Auftrag von Amiga Inc. an der Version 4 von AmigaOS, dem ersten AmigaOS, das keine MC68000-Prozessoren mehr unterstützt, sondern ausschließlich auf Motorolas PowerPC-Reihe läuft. AmigaOS 4.0 steht derzeit (Stand: 24. Dezember 2006) als "AmigaOS 4 - The Final Update" registrierten Anwendern für die PowerPC-basierte AmigaOne-Plattform von Eyetech zur Verfügung. Parallel dazu wird an einer Version für traditionelle Amiga-Systeme gearbeitet, die mit einer PowerPC-Prozessor-Erweiterungskarte ausgestattet sind. Diese Version wurde für Anfang 2007 angekündigt (Stand: 12. Januar 2007) und steht derzeit den Betatestern zur Verfügung. Unter AmigaOS 4 werden Programme für 68k-Amigas grundsätzlich in einer Emulation des 68k-Prozessors ausgeführt, für die abhängig von der notwendigen Kompatibilität auch JIT-Compilierung eingesetzt wird.

Mit Hilfe der GNU Hilfsprogramme lässt sich AmigaOS in ein unixoides Betriebssystem verwandeln. In diesem Kontext entstand der Editor vim, außerdem war das AmigaOS Ende der 80er und Anfang der 90er eine Zeit lang die Hauptentwicklungsplattform für zahlreiche GNU-Werkzeuge, unter anderem den GCC.

Versionen

Siehe Kickstart

Von AmigaOS abgeleitete Systeme

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AmigaOS im Verhältnis zu anderen Systemen
  • MorphOS – Eine Alternative zur Ausführung von 68k-AmigaOS-3.1-Programmen auf aktueller PowerPC-Hardware in Form der Pegasos-Rechnerfamilie ist MorphOS. Für die Ausführung von nativer PowerPC-Software verwenden AmigaOS4 und MorphOS unterschiedliche Ansätze, die nicht miteinander kompatibel sind. Durch Bereitstellung wechselseitiger Emulationsansätze (OS4Emu bzw. ppclibemu) wird hier von dritter Seite an Lösungen gearbeitet, die mangels Bereitschaft zur offiziellen Kooperation allerdings eher ein prototypenhaftes Nischendasein führen.
  • AROS und AfA – Das AROS-Projekt ist ein Ansatz, eine freie AmigaOS-3.1-Umgebung auf x86-Prozessoren (und anderen CPUs) nachzubilden. Durch eine genaue Abbildung der AmigaOS-API sollen Amiga-Programme durch Neukompilation auf AROS portiert werden können.
    In Form von AfA (AROS for AmigaOS) existiert außerdem ein Projekt, mit dem angestrebt wird, die von AROS eingeführten Neuerungen per Rückportierung auch unter AmigaOS und auf der Emulationslösung WinUAE verfügbar zu machen.

API

Grafik

2D

  • CyberGraphX von Frank Mariak
  • Picasso 96 von VillageTronic
  • EGS (obsolet)
  • OCS (obsolet)

3D

  • MiniGL von Hyperion Entertainment
  • Warp3D (low-level API) von Haage & Partner
  • StormMesa (agl.library) von Haage & Partner
  • CyberGL von Frank Mariak

Audio

  • AHI von Martin Blom
  • CAMD für MIDI

Video

  • VHI, von IOSPIRIT GmbH
  • tv.library, von Elbox Computer
  • tvcard.library, von Guido Mersmann

Siehe auch

Amiga, OFS, Amiga Fast File System, Kickstart

Literatur

Weblinks

Wikipedia
Dieses Dokument entstammt in seiner ersten oder einer späteren Version der deutschsprachigen Wikipedia. Es ist dort zu finden unter dem Stichwort AmigaOS, die Liste der bisherigen Autoren befindet sich in der Versionsliste; die Originalfassung kann dort auch bearbeitet werden. Alle Texte der Wikipedia und ihre Derivate stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.
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