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Alpha Centauri (Stern)

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Bild:Disambig-dark.svg Dieser Artikel behandelt Alpha Centauri als Sternsystem, für weitere Bedeutungen siehe Alpha Centauri (Begriffsklärung)
Rigil Kentaurus
Bild:Position Alpha Cen.png
Bild:Alpha Centauri relative sizes.png
Größenverhältnis Sonne (Sun)/Alpha Centauri A/
Alpha Centauri B/Proxima Centauri
andere Namen oder Katalognummern
Synonyme Rigilkent;
Rigel Kentaurus; Toliman
Sternbild: Centaurus; Cen
Bayer-Buchstabe: α
Flamsteed-Nummer:
Bright-Star-Katalog: HR 5459
Henry-Draper-Katalog: HD 128620
SAO-Katalog: SAO 252838
Hipparcos-Katalog: HIP 71683
Tycho-Katalog: TYC 9007-5849-1

Alpha Centauri (abgekürzt α Cen) ist das mit ca. 4,4 Lichtjahren dem Sonnensystem nächstgelegene Mehrfachsternsystem und zugleich das hellste Gestirn des auffälligen Sternbildes Centaurus am Südhimmel. Zu ihm gehört auch der derzeit sonnenächste Stern Proxima Centauri.

Alpha Centauri wird auch Rigil Kentaurus oder Toliman genannt (englisch Rigilkent) und ist ein enger, nur im Fernrohr trennbarer, Doppelstern. Mit dem 5° entfernten Beta Centauri bildet er ein sehr helles Sternpaar, an das im Westen das Kreuz des Südens angrenzt. Man sieht hier also 5 Sterne 1. Größe innerhalb einer Handspanne, was die deutlichste Häufung am gesamten Sternhimmel darstellt.

Inhaltsverzeichnis

Vom nahen Doppel- zum Dreifachstern

Der dritthellste Stern des Himmels wurde lange für den nächsten Nachbarstern unseres Planetensystems gehalten, doch entdeckte das Observatorium Johannesburg 1915 einen winzigen Begleiter (α Centauri C), der zur Zeit noch etwas näher steht und daher als Proxima Centauri bezeichnet wird. Zusammen sind sie ein Dreifachsystem, wo die zwei inneren, sonnenähnlichen Sterne (αCen A und B) von dem 20.000 mal schwächeren roten Zwergstern Proxima (C) in etwa 1 Million Jahren umrundet werden.

Der Eigenname „Rigil Kentaurus“ kommt aus dem Arabischen und bedeutet „Fuß des Kentauren“. Der ebenfalls arabische Name „Toliman“ (auch falsch „Tolimann“) bedeutet in etwa „das Vordem und das Hernach“. Seltener fällt auch der Name „Bungula“, welcher vermutlich vom lat. ungula („Huf“) herrührt und ebenso wie „Rigil“ das vordere Bein des Fabelwesens aus Pferd und Mensch bezeichnet.

Eigenschaften der drei Sterne

Die drei Komponenten des Sternsystems sind in mehrfacher Hinsicht verschieden. Der innere Doppelstern ist von uns etwa 4,35 Lichtjahre entfernt und besteht aus den Sternen Alpha Centauri A und Alpha Centauri B. Sie haben zwar etwa Sonnengröße (Durchmesser 1,23- bzw. 0,87-fache des Sonnendurchmessers, Masse 1,1- bzw. 0,85-fache der Sonnenmasse), strahlen aber mit 156 % bzw. 46 % der Helligkeit der Sonne. Bei einem Alter von 6 Milliarden Jahren hat A schon mehr als die Hälfte seiner Lebenszeit hinter sich, der kleinere und rötliche B noch nicht. Sie umrunden sich in 11.2 bis 35.6 AE Abstand (etwas weiter als Uranus-Sonne) mit einer Umlaufzeit von 79,9 Jahren. Die Tabelle unten zeigt ihre gegenseitige Bewegung.

Von der Erde aus ist der Doppelstern mit bloßem Auge nicht zu trennen, sondern erst in einem Fernrohr mit einem Objektiv ab 5 cm Öffnung.

Fast 1000 mal weiter außen – in 13.500 AE – kreist Alpha Centauri C (Proxima Centauri), ein Roter Zwerg von nur 12 % der Sonnenmasse. Weil auch seine Temperatur gering ist, leuchtet er nur mit 0,0055 % der Sonne und war nur schwer zu entdecken. Seine Entfernung von der Erde beträgt (derzeitig) nur 4,23 Lichtjahre, womit er zwar unser nächster Stern ist, doch selbst in großen Fernrohren kaum sichtbar ist. Wäre Proxima nur um ein Drittel kleiner, hätte er im Innern keine Kernfusion mehr und wäre kein Zwergstern mehr, sondern ein Exoplanet.

Unabhängig davon stellten Forscher 2006 eine Top-10-Liste jener Sternsysteme vor, in denen man erdähnliche Planeten vermuten kann. Alpha Centauri B steht auf dieser Liste und dem ersten Beobachtungsprogramm des Terrestrial Planet Finder. Jedoch wurde dieses für 2014 geplante Weltraumteleskop der NASA im Februar 2006 wegen Budgetkürzungen auf unbestimmte Zeit verschoben, sein Bau ist fraglich geworden.

Proxima Centauri ist gravitativ vermutlich an das Doppelsystem α Centauri A/B gebunden, doch schwanken die Angaben seiner Umlaufzeit von einigen 100.000 Jahren bis einige Jahrmillionen. Die Eigenbewegung des Systems A/B läuft schräg auf unser Sonnensystem zu und verringert die Distanz um ca. 22 km/s, der Zwergstern C hingegen um 16 km/s. Wenn diese Daten korrekt sind, wäre letzterer in etwa 7.000 Jahren nicht mehr „Proxima“ (der allernächste), sondern abwechselnd einer der Sterne α Centauri A und B.

Bewegung des Doppelsterns α Centauri A und B

Infolge der nur 80-jährigen Umlaufzeit ändern sich Winkelabstand und Positionswinkel merklich. Die Lage von B relativ zu A beträgt:

Jahr Winkelabstand Positionswinkel
1990 19,7″ 215°
1995 17,3″ 218°
2000 14,1″ 222°
2005 10,5″ 230°
2010 6,8″ 245°

In Summe hat der Doppelstern folgende Daten:

Weblinks

Wikipedia
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