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Allgemeine Gleichgewichtstheorie

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Die Allgemeine Gleichgewichtstheorie ist ein wichtiger Teil der modernen Mikroökonomie. Sie ist ein Ansatz, um Tausch, Produktion, Konsum und (relative) Preise in einer Ökonomie zu erklären.

Konzept

Die Allgemeine Gleichgewichtsheorie (AGT) ist eine reine Tauschwirtschaft. Am einfachsten ist das Modell der Edgeworth-Box, mit der alle relevanten Aussagen und Erkenntnisse der AGT formuliert werden können. Es gibt eine feste Zahl von Individuen, die mit einer bestimmten Anfangsausstattung an Gütern versehen sind und diese untereinander zu tauschen versuchen. Wenn jedes der Güter zu einem gegebenen relativen Preis (Austauschverhältnis der Güter) auf dem Markt gehandelt wird, wird jedes Individuum so viel anbieten bzw. kaufen wollen, dass es seinen Nutzen optimiert. Dadurch werden sich im Allgemeinen Über- oder Unterangebote für die einzelnen Gütermärkte ergeben. Die zentrale Existenzfrage der Allgemeinen Gleichgewichtstheorie lautet nun, ob es Preissysteme gibt, so dass alle Märkte geräumt werden, d.h. dass genau so viel von einem Gut angeboten wird wie nachgefragt wird. Weiter möchte man wissen, ob die natürlichen Marktkräfte die Ökonomie in Richtung eines Allgemeinen Gleichgewichts bewegen. Dies ist die sogenannte Stabilität des Gleichgewichts.

Es geht also darum, ein umfassendes Verständnis einer marktwirtschaftlichen Ökonomie durch einen Ansatz zu finden, der von unten nach oben gerichtet ist: Man beginnt mit sämtlichen Individuen und Unternehmen, deren Präferenzen und Produktionsmöglichkeiten, und betrachtet die sich ergebende Interaktion bei frei verfügbarer Information und rationalem Verhalten. Die Makroökonomie hingegen fasst Akteure in verschiedene Aggregate zusammen, um die Beziehungen dieser Aggregate zueinander zu modellieren. Große Teile der heutigen Makroökonomie basieren auf der Allgemeinen Gleichgewichtstheorie.

Geschichte

Als erste Vorläufer dieser Theorie könnten (mit Einschränkungen) die französischen Physiokraten und die Politische Ökonomie von David Ricardo und Adam Smith genannt werden.

Der erste Versuch in der Neoklassischen Theorie, ein umfassendes Modell zur Bestimmung der relativen Preise in einer Ökonomie zu entwickeln, stammt von Léon Walras, dem Begründer der Lausanner Schule. Er wollte aus der Politischen Ökonomie von Adam Smith und David Ricardo eine "exakte Wissenschaft" machen. Daher versuchte er, die Wirtschaft mathematisch zu beschreiben. A. Wald und später Maurice Allais, Kenneth Arrow und Gerard Debreu beschrieben die Existenz und die Stabilität eines Allgemeinen Gleichgewichts für eine Marktwirtschaft mit Privateigentum. Arrow, Allais und Debreu erhielten für ihre Arbeiten zur Allgemeinen Gleichgewichtstheorie (AGT) den Nobelpreis für Wirtschaft.

Kritik

Kritikern zufolge liegen die Schwächen der Allgemeinen Gleichgewichtstheorie darin, dass sie nur relative Preise von Gütern erklären kann, nicht aber die Bedeutung des Geldes für eine Ökonomie. Außerdem wird kritisiert, dass die Theorie rein statisch ist. Die Theorie hat keine praktische Relevanz. Schließlich bezweifeln heute einige Wirtschaftswissenschaftler die Stabilität des Gleichgewichts selbst bei vollständigem Wettbewerb, d.h. die kapitalistische Wirtschaft kann im Prinzip effektiv sein, denn Arrow und Debreu haben die Existenz eines Gleichgewichts gezeigt, es könnte jedoch Kräfte geben, die die Stabilität des Gleichgewichts gefährden. Dies führte zur Entwicklung der Ungleichgewichtstheorie, d.h. der Beschreibung des Zustandes einer Ökonomie mit Über- und Unterangebot von Gütern und Arbeit. Das ist jedoch eher das Problem der Mathematik und ihrer Algorithmen, denn eine sinnvolle Bearbeitung des eigentlich wirtschaftlichen Problems.

Siehe auch: Marktgleichgewicht, Allgemeine Gleichgewichtsmodelle

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