Alles-Rot
Aus Kefk
Alles-Rot ist ein Signalsteuerungstyp an Lichtzeichenanlagen. Es werden zwei Varianten unterschieden:
Variante I
Diese Variante kommt bei Signalanlagen mit wenig Kraftverkehr und demgegenüber viel Fußgängerverkehr zur Anwendung.
Alle zuführenden Straßen und die Fußgänger haben zunächst immer Rotsignal. Bei Anforderung einer Richtung (Fußgänger per Druckknopf, Kraftfahrzeuge per Induktionsschleife) kann das Signalprogramm ohne Zwischenzeit eine Freigabe für die angeforderte Verkehrsrichtung schalten. Die Wartezeit nach der Anforderung reduziert sich deutlich.
Die kurze Schaltzeit nach der Anforderung ist hier der Hauptvorteil, dem stehen jedoch eine Reihe von Nachteilen gegenüber:
- Alle Verkehrsteilnehmer müssen zunächst warten.
- Die Errichtung von Anforderungssystemen in allen Zuflüsssen ist erforderlich.
- Bei häufigen Anforderungen entstehen doch längere Wartezeiten und die Anlage wird verkehrsabhängig gesteuert.
- Es besteht die Gefahr, dass die Rotsignale häufig von Verkehrsteilnehmern missachtet werden.
Variante II
Bei Anforderung von Fußgängern wird den Fahrzeugen aller Richtungen Rot gezeigt. Zwar werden so Konflikte zwischen Fußgängern und gleichzeitig freigegebenen Abbiegern, also Unfälle, verhindert, jedoch ergeben sich dadurch auch zusätzliche Schaltphasen und deshalb ein langer Umlauf mit wenig Leistungsfähigkeit. Diese Variante wird auch als Rundum-Grün für Fußgänger bezeichnet. Eine gebräuchliche Variante hiervon ist das Diagonalqueren. Hierbei können Fußgänger die Kreuzung auch diagonal queren. Der Nachteil ist, dass hierfür auch längere Räumzeiten für Fußgänger vorzusehen sind. Diese Variante eignet sich dann, wenn ein starker diagonaler Querungsverkehr vorliegt und damit in der Regel langere Wartezeiten für Fußgänger vermieden werden.
