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Allen Welsh Dulles

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Allen W. Dulles

Allen Welsh Dulles (* 23. April 1893 in Watertown, New York; † 29. Januar 1969 in Washington (D.C.)) war von 1953 bis 1961 einflussreicher Direktor des CIA und ein Mitglied der Warren-Kommission. Dulles war außerdem der jüngere Bruder von John Foster Dulles, dem damaligen Außenminister der USA.

Inhaltsverzeichnis

Wall Street Anwalt

Allen Welsh Dulles und sein Bruder John Foster vertraten im Rahmen ihrer Tätigkeit als Anwälte bei der Wirtschaftskanzlei Sullivan & Cromwell US-amerikanische ebenso wie deutsche und europäische Unternehmen. Hierzu zählten die Chase Bank, Ford, ITT, SKF, I.G. Farben, Belgische Nationalbank. Sie vertraten Unternehmen aber nicht nur rechtlich, sondern auch als verdeckte Platzhalter für Gesellschaftsanteile und als politische Lobbyisten. Dulles Bruder John Foster Dulles war der amerikanische Generalrepräsentant der I.G. Farben. Noch nach Kriegseintritt der USA belieferten US-Firmen wie die von Sullivan & Cromwell vertretene Standard Oil deutsche Kriegsschiffe.

Als CIA-Direktor bzw. US-Außenminister brachen die Brüder ihre vorherigen Aktivitäten keineswegs ab. (Quelle: Werner Rügemer: Die Berater, Bielefeld 2004)

OSS

Dulles war während des Zweiten Weltkrieges Vertreter der mitteleuropäischen Zentrale des US-Geheimdienstes Office of Strategic Services im schweizerischen Bern. Er arbeitete bei der Aufklärung über deutsche Pläne und Aktivitäten. Dulles Karriere startete als Vermittler von Informationen des deutschen Diplomaten und Widerstandskämpfers Fritz Kolbe. Kolbe hatte Geheimdokumente über aktive deutsche Spione und Pläne über das Jagdflugzeug Messerschmitt Me 262 geliefert. Dulles stand in enger Verbindung zu dem Mitverschwörer des 20. Juli 1944 Hans Bernd Gisevius, der in Zürich als Agent der Abwehr tätig war. Das Urteil über Dulles Erfolge fällt zwiespältig aus. Viele wichtige Informationen aus dem Widerstand wurden verkannt. So wußte Dulles u.a. vom Holocaust. Wie viele US-Militärs war der stramme Antikommunist der Ansicht, der vorzugswürdigere Gegner seien die damals mit den USA verbündeten Sowjets, denen sie etwa durch die Abhörprogramme ULTRA und MAGIC gewonnenen taktischen Erkenntnisse vorenthielten (Quelle: Philip Knightley: Geheimdienste des 20.Jahrhunderts (1989)).

Im Februar 1945 nahm Karl Wolff über Schweizer Mittelsmänner (Max Waibel u.a.) Kontakt mit Dulles auf. Die Verhandlungen führten zum vorzeitigen Waffenstillstand in Italien am 2. Mai 1945, also sechs Tage vor der deutschen Gesamtkapitulation am 8. Mai 1945 (siehe Operation Sunrise).

Denkfabrik und CIA

Ende der 40er Jahre wurde derselbe Allen Dulles Präsident des Council on Foreign Relations (CFR), der mächtigsten Beratungsgesellschaft für künftige US-amerikanische Außenpolitik, über die offiziell nur sehr wenig bekannt ist und über die seit Beginn nur äußerst selten in der Öffentlichkeit berichtet wird. 1948 war er Vorstand im American Committee for a United Europe.

US-Präsident Harry S. Truman setzte Dulles 1953 als Direktor der aus der 1946 aufgelösten OSS und weiteren Geheimdiensten 1947 neu geformten Central Intelligence Agency (CIA) ein. Gleichzeitig fungierte Dulles Bruder John Foster Dulles als Außenminister.

Dirty Tricks

Unter Dulles' Führung hatte die CIA die ersten Erfolge im geheimen „Ausschalten” ausländischer Staatsoberhäupter. Der zu ungewöhnlichen Methoden neigende Dulles gab 1953 den Befehl für das CIA-Programm MK ULTRA, bei dem man u.a. hoffte, durch Psychodrogen Menschen gefügig zu machen. Dulles akzeptierte Mord als legitimes geheimdienstliches Mittel. Begleitet von allerhand Desinformationskampagnen wie mit falschen Hoheitszeichen lackierte Flugzeuge und imitierten Rundfunknachrichtensprechern inszenierte er scheinbare Staatsstreiche, in denen er u.a. den gewählten Premierminister des Iran Mohammad Mossadegh 1953 und den Präsidenten Guatemalas Jacobo Arbenz 1954 stürzen ließ. Arbenz hatte zuvor die bislang von der United Fruit Company kontrollierte Landwirtschaft verstaatlicht, an der Dulles Aktien hielt und die er als Anwalt vertreten hatte. Diese Geheimoperationen machten einen wichtigen Bestandteil der neuen Politik Eisenhowers während des Kalten Krieges aus, die als New Look bekannt war. Dulles befürwortete die Operation Mockingbird, ein Programm, das US-amerikanische Medienunternehmen beeinflussen sollte.

Konflikt mit McCarthy

Im März 1953 startete der US-Senator Joseph McCarthy eine Reihe von Untersuchungen zur potentiellen kommunistischen Unterwanderung der CIA. Obwohl keine der Untersuchungen Erfolg hatte, gefährdeten die Anhörungen nicht nur den Ruf der CIA, sondern angeblich auch die Sicherheit sensibler Informationen. Auf Bitten von Dulles forderte US-Präsident Eisenhower, dass McCarthy die Untersuchungen einstelle.

Konflikt mit Kennedy

Während der Regierungszeit John F. Kennedys wurde Dulles Ziel immer größerer Kritik. Die erfolglose Invasion in der Schweinebucht unterminierte die Glaubwürdigkeit der CIA, und die proamerikanischen Regimes im Iran und in Guatemala wurden als brutal und korrupt angesehen. Schließlich entließ Kennedy Dulles, nachdem dieser in den Operation-Northwood-Dokumenten gefordert hatte, dass die USA ein unbesetztes, angebliches US-Passagierflugzeug abschiessen und die Kubaner dafür verantwortlich machen solle, um Unterstützung für den Krieg gegen Kuba zu gewinnen. Nach der Ermordung John F. Kennedys war Dulles ein umstrittenes Mitglied der Warren-Kommission bei der erfolglosen öffentlichen Aufklärung der Ermordung Kennedys. So forcierte Dulles von Anfang an die Alleintäterthese, was Ermittlungen in andere Richtung blockierte.

Der Begründer der Präsidenten-Dynastie der Familie Bush, Prescott Bush, pflegte mit den Brüdern Allen und John Foster Dulles täglich zu speisen.

1969 starb Dulles mit 75 Jahren an Grippe, die durch eine Lungenentzündung kompliziert wurde.

Weblinks

Wikipedia
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