Das Kefk Network Wiki befindet sich im Testbetrieb.
Alexander Olbricht
Aus Kefk.
Alexander Gustav Georg Olbricht (* 5. Juni 1876 in Breslau, † 11. November 1942 in Weimar) war ein Weimarer Maler. Sein Werk umfasst ca. 2000 Grafiken, Radierungen, Scherenschnitte, Ölgemälde, usw.
Inhaltsverzeichnis |
Leben
Kindheit & Jugend
Alexander Olbricht wurde am 6. Juni als das zweite von vier Kindern geboren. Der Vater Gustav Olbricht (* 1851; † 1892) war Landschaftsmaler und Restaurator am Breslauer Museum. Die Mutter hieß Martha Olbricht, geborene Durin.
Als Kind brachte Olbricht auffallend viele schlechte Zensuren mit nach Hause, er interessiert sich nur für Zeichnen und Musik.
Mit 16 Jahren (1892) arbeitete Olbricht als Lehrling in dem Breslauer Geschäft P. Strunk. Kunstmaterialienmagazin. Nach dem Tod seines Vaters wurde Olbricht an der Kunstakademie Breslau aufgenommen, wo er eine solide Grundausbildung in der Malerei genoss. Zu seinen Lehrern zählte unter anderem der Landschaftsmaler Carl Ernst Morgenstern.
1899 ging Olbricht an die Kunsthochschule Weimar, wo er in die Landschaftsklasse des Malers Theodor Hagens eintrat. Im gleichen Jahr beteiligt er sich an Ausstellungen in Breslau und Weimar und erhielt im Dezember 1899 in einem Wettbewerb für das beste Ölgemälde von einem Landschaftsmotiv der Weimarer Umgebung den ersten Preis.
1903 lernte er in Weimar Marcus Behmer kennen, mit dem ihn von da an eine tiefe Freundschaft verband.
Ehe & Lehrtätigkeit
1904 heiratete Olbricht seine Kommilitonin, die Kunststudentin Margarethe Thurow (* 1882; † 1972), die er in ihrer Heimat in Mecklenburg besuchte und eine besondere Sympathie für das Land zwischen Elbe und Ostsee entwickelte, dessen Landschaften er in seinen Werken immer wieder darstellte. Die Ölmalerei trat immer mehr in den Hintergrund und Olbricht konzentrierte sich zunehmend auf zeichnerische und druckgraphische Arbeiten. Die erste Serie kleinformatiger Landschaften in Wasserfarbe entstand, die zum Teil Weimarer Landschaften, zum Teil aber auch Fantasielandschaften darstellte.
1904 hatte Olbricht seine Studien an der Kunsthochschule aufgegeben und sich entschlossen in Weimar zu bleiben, wohin er auch seine Frau aus Mecklenburg holte. Das junge Paar teilte sich zunächst eine bescheidene, kleine Wohnung.
1906 entstand die Serie farbiger Landschaften aus Schlesien.
1907 zog das Ehepaar in die eigene kleine Villa mit Atelier, Druckwerstatt und großem Garten. Das Haus wurde von da an Olbrichts schöpferisches Refugium.
Im Sommer 1908, während einer Reise durch Mecklenburg, entstanden unzählige Bilder, von denen ein Teil in dem Buch "In Mecklenburg" (ISBN 3-88-132-405-4) zu sehen sind. Außerdem entstanden die großformatigen Radierungen Der kleine Nachbargarten, Der große Nachbargarten und die Serie Am Schweriner See.
1909 wurde sein erste Sohn Peter geboren. Im gleichen Jahr entstanden 20 kleinformatige Radierungen mit Landschaftsmotiven aus Weimar und Umgebung, von denen der Leipziger Insel-Verlag 1910 "Zwölf Radierungen aus Weimar" herausgab.
Tochter Charlotte wurde 1911 geboren. 1913 zeichnete Olbricht eine Folge von Pflanzensilhouetten in schwarzer Tusche.
Der 1. Weltkrieg
1914 wurde Olbricht eingezogen und verrichtete in Weimar Burschendienste bei einem Offizier. Doch aufgrund seiner körperlichen Gebrechlichkeit dauert der Dienst nicht lange.
Während der Kriegszeiten gestaltete er eine Reihe von Holzschnitten mit Pflanzen- und Blütenmotiven, von denen einige 1920 als Illustrationen zu Andersens Märchen "Garten des Paradieses" und andere 1922 in der Anthologie "Stille Musik" veröffentlicht werden. Zudem entstanden viele Faltscherenschnitte.
1918 folgte ein längerer Mecklenburg-Aufenthalt, während dem er mit Bleistift und Wasserfarbe Landschaften verewigt.
Die Weimarer Kunsthochschule wurde 1921 offiziell eröffnet und Olbricht als Professor berufen. Einer seiner Schüler war der spätere Landschaftsmaler Fritz Lattke.
Ab 1922 entstanden besonders zahlreiche ornamental-abstrakte Phantasien, meist als Serie mit kleinen handkolorierten Landschaften. Im Jahr darauf erschien im Weimarer Reiher-Verlag die Ausgabe "Dreißig Radierungen".
Während einer Reise mit Sohn Peter im Jahr 1929 entstand die Aquarell-Serie Elblandsschaften
Nationalsozialismus
Mit Aufkommen des Nationalsozialismus begannen für Olbricht die Probleme. Seine humanistische Gesinnung und seine Kunst passten nicht in die neue totalitäre Weltanschauung. 1935 hatte man ihn unter fadenscheinigen Gründen aus dem Hochschuldienst entlassen. 1939 vollendete Olbricht sein letztes, bedeutendstes Werk: Die 37 aquarellierten Zeichnungen Der erste Schnee. Ende der 30er Jahre litt Olbricht an schweren Depressionen.
Am 11. November 1942 starb Alexander Olbricht nach einem Schlaganfall. Er wurde auf dem Oberweimarer Friedhof beerdigt.
Kunst
Alexander Olbrichts Werke sind zu meist geprägt durch einen klaren, sensiblen und bescheidenen Stil. Zu seinen Motiven gehörten vor allem Wege, Zäune, Blumen, Blätter, Äste, Mühlen, Boote, Gärten, Stege, Bahnübergänge.
Während seines Lebens hat Alexander Olbricht über 2000 Werke geschaffen.
Sonstiges
Weimar hat eine Straße nach ihm benannt, sein Atelier im Bertuch-Haus rekonstruiert und sein Haus in der Merketalstrasse mit einer Gedenktafel versehen.
Einige Bücher mit seinen Illustrationen wurden im Insel Verlag veröffentlicht. Bisherige Ausstellungen u. a. in Weimar, Berlin, Schwerin.
Marcus Behmer über Alexander Olbricht: "Klein von Gestalt, fast winzig infolge eines Unfalls in frühster Kindheit; zart und von unendlich feinem Gliederbau, trug dieser nur scheinbar gebrechliche Körper genau das, was man einen Kopf nennt, ja: ein Haupt von zugleich strahlender und leiser Schönheit. Schwarz die Mähne, elfenbeinern das Antlitz mit der fast durchscheinenden zarten Haut. Unter der klaren, leuchtenden Stirn, Augen wie Sterne. Das war die äußere faszinierende Erscheinung; aber von Priesterlichkeit etwa - keine Spur! Ein Temperament von sprühender Lebendigkeit, Beweglichkeit, ja - Streitbarkeit."
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Olbricht, Alexander |
| KURZBESCHREIBUNG | Weimarer Maler |
| GEBURTSDATUM | 5. Juni 1876 |
| GEBURTSORT | Breslau |
| STERBEDATUM | 11. November1942 |
| STERBEORT | Weimar |
| Dieses Dokument entstammt in seiner ersten oder einer späteren Version der deutschsprachigen Wikipedia. Es ist dort zu finden unter dem Stichwort Alexander_Olbricht, die Liste der bisherigen Autoren befindet sich in der Versionsliste; die Originalfassung kann dort auch bearbeitet werden. Alle Texte der Wikipedia und ihre Derivate stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. |
Kategorien: Mann | Deutscher | Geboren 1876 | Gestorben 1942 | Maler | Wikipedia
