Das Kefk Network Wiki befindet sich im Testbetrieb.


Albumindruck

Aus Kefk.

(Weitergeleitet von Albuminpapier)
Wechseln zu: Navigation, Suche

Der Albumindruck zählt zu den Edeldruckverfahren aus den frühen fotografischen Experimenten und wurde 1851 von Louis-Desire Blanquart-Evard (1802-1872) eingeführt. Albuminpapier ermöglichte detailreichere Fotografien als die bis dahin gebräuchlichen Methoden der Talbotypie sowie Daguerreotypie und ergab warmfarbene Bilder.

Wird das Albuminpapier nach der Entwicklung nochmals mit Eiweiß = Albumin überzogen, liefert es Bilder von hohem Glanz. Mit Stärke (Arrowroot) überzogen liefert es stumpfe Bilder. Das Albuminpapier wurde - und wird von Künstlerfotografen noch heute - verwendet, weil es feinste Details wiedergeben konnte.

Herstellung

Zur Herstellung des Albuminpapiers schlägt man Eiweiß mit Chlorammoniumlösung (Ammoniumchlorid) zu Schaum und lässt den Bogen auf der klaren Flüssigkeit, die sich aus dem Schaum abscheidet, eine Minute schwimmen. Das getrocknete Papier wird in der Dunkelkammer auf eine Lösung von Silbernitrat gelegt, wobei es sich mit Chlorsilber und Silbernitrat imprägniert und getrocknet.

Man legt das Negativ mit der Kollodiumseite nach oben auf die Glasplatte, welche den Boden des sogenannten Kopierrahmens bildet, deckt das Papier mit seiner empfindlichen Seite nach unten auf das Negativ und schließt den Kopierrahmen so, dass das Papier fest gegen das Glasnegativ gepresst wird. Dann dreht man den Rahmen herum, so dass das Negativ dem Licht zugekehrt ist und lässt es so lange am hellen Tageslicht liegen, bis alle Teile des Bildes kräftig sichtbar sind. Zum Entwickeln wäscht man das Bild mit Wasser aus, um das noch in der Schicht befindliche, unbelichtete Silbernitrat auszuwaschen. Daran schließt sich eine Behandlung im sogenannten Tonbad an, einer Lösung von Goldchloridkalium und essigsaurem (Natriumacetat) oder borsaurem Natron (Natriumtetraborat) in Wasser. Der rotbraune Ton des Bildes verwandelt sich darin in einen purpurblauen; man kann aber auch andere Nuancen durch eine passende Abänderung des Bades erhalten.

Das getonte und ausgewaschene Bild wird in einer Lösung von unterschwefligsaurem Natron (Natriumthiosulfat) fixiert und dann sehr sorgfältig ausgewaschen. Wird das unterschwefligsaure Natron nicht vollständig ausgewaschen, so bildet sich Schwefelsilber, welches das Bild gelb färbt. Die getrockneten Bilder werden schließlich passend geschnitten, aufgeklebt und zwischen Walzen geglättet (satiniert).

Albuminpapier war industriell herstellbar und ein Großteil der Weltproduktion wurde in den Dresdener Albuminfabriken hergestellt. 1888 erreichte der Produktionsausstoß bereits fast 9 Millionen Blatt im Format 46x58 cm.

Weblinks

Wikipedia
Dieses Dokument entstammt in seiner ersten oder einer späteren Version der deutschsprachigen Wikipedia. Es ist dort zu finden unter dem Stichwort Albumindruck, die Liste der bisherigen Autoren befindet sich in der Versionsliste; die Originalfassung kann dort auch bearbeitet werden. Alle Texte der Wikipedia und ihre Derivate stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.
Persönliche Werkzeuge
Andere Sprachen