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Alain Cuny

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Alain Cuny (* 12. Juli 1908 in St. Malo, † 16. Mai 1994 in Paris) war ein französischer Schauspieler.

Leben

Alain Cuny, der mit bürgerlichem Namen Rene Xavier Marie hieß, kam nur über Umwege zum Film. Zunächst besuchte er das Institut Libre de Saint-Lo und das College Locroy-Saint-Leon, dann studierte er Architektur an der Ecole Nationale Superieure des Beaux-Arts in Paris. Bei Charles Dullin belegte er Darstellungskunst. Dabei spezialisierte sich Cuny auf Ausstattung und Kostümbildnerei. In dieser Tätigkeit fand er auch Arbeit beim Film, für Regisseure wie Alberto Cavalcanti (für den er auch als Assistant Director tätig war), Jacques Feyder und Jean Renoir.

In den späten 30er Jahren hatte er seine ersten Auftritte als Schauspieler - zunächst nur am Theater. Sein Filmdebüt folgte dann 1941 in Jean Grémillons Remorques. Während des Zweiten Weltkrieges arbeitete er vorwiegend für das Theater, so auch für Jean Vilars Theatre National. Seinen größten Bühnenerfolg hatte er 1947 auf dem Festival in Avignon in Paul Claudels L’Histoire de Tobie et de Sarah. Mitte der 50er Jahre arbeitete er schließlich für Jean-Louis Barrault und dessen Frau Madeleine Renaud in deren Theaterkompanie, was ihm den Ruf eines großen Tragödiendarstellers einbrachte.

1943 engagierte ihn Marcel Carné als Gegenpart Jean Cocteaus für die Produktion Les visiteurs du soir, für die Cuny auch am Drehbuch mitschrieb. Schon zu dieser Zeit spielte er vor allem aufgrund seiner Theatertätgikeit auch im Film psychologisch vielschichtigere Charaktere. In den fünfziger Jahren spielte er vorwiegend in italienischen Filmen, so auch in der italienisch-französischen Co-Produktion Der Glöckner von Notre-Dame, in der er neben Anthony Quinn und Gina Lollobrigida den Claude Frollo mimte. Seinen größten Filmerfolg hatte er schließlich 1960 als Steiner in Federico Fellinis La dolce vita. Danach spielte er weiterhin für namhafte Regisseure, so für Fellini in Fellinis Satyricon oder für Francesco Rosi in Uomini contro (Bataillon der Verlorenen, 1970) und Cristo si e fermato a Eboli (1979), aber seine Filmauftritte wurden rarer. Zudem irritierte sein Auftritt im Softporno Emmanuelle (1974) die ihm zumeist wohlwollende Kritikergemeinde nachhaltig.

Ein letztes Mal machte Cuny 1992 von sich Reden, als er 83jährig auf der Berlinale mit L‘Annonce faite a Marie sein Regiedebut vorstellte. Das brachte ihm zudem einen Eintrag ins Guinness-Buch der Filmrekorde als zu diesem Zeitpunkt ältester Regisseur, der seinen Erstlingsfilm drehte.

1992 erhielt Cuny auf dem internationalen Film Festival Flanderns in Gent den Joseph Plateau Award of Honour für sein Lebenswerk.

Filmografie (Auswahl)

Weblinks

Wikipedia
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