Das Kefk Network Wiki befindet sich im Testbetrieb.


Aitarak

Aus Kefk.

Wechseln zu: Navigation, Suche

Die Aitarak war eine der gefürchtetsten pro-indonesischen Milizen während der Unruhen von 1999 im indonesisch besetzten Osttimor. Sie erlangte sehr große öffentliche Aufmerksamkeit, da sie die wichtigste Miliz im Distrikt der Hauptstadt Dili war. Ohne sich darum zu scheren, beging sie vor den Augen der internationalen Presse ihre Verbrechen. Sie wird für mehrere Massaker, Morde und Vergewaltigungen verantwortlich gemacht. Das indonesische Wort Aitarak bedeutet zu deutsch Dorn.

Ursprünglich hieß die Organisation Gardapaksi. Als Gegenleistung für den paramilitärischen Dienst, gewährte sie ihren Mitgliedern billige Darlehen für die Gründung kleiner Geschäfte. Das indonesische Militär unterstützte die Miliz tatkräftig. Sie wurde von der Armee militärisch ausgebildet und mit Ausrüstung versorgt.

Der Osttimorese Eurico Guterres wurde 1999 Führer der nun in Aitarak umbenannten Miliz. Er plante, in Zusammenarbeit mit der indonesischen Armee und Polizei, die ganze Destabilisierungskampagne des Referendumsprozesses.

Am Kirchenmassaker von Liquiçá vom 6. April 1999 und dem Angriff auf das Haus von Unabhängigkeitsführer Manuel Carrascalão am 17. April war die Aitarak ebenso beteiligt, wie an der Attacke auf die Residenz von Bischof Belo am 6. September, wohin sich 5.000 Zivilisten geflüchtet hatten, und an dem Kirchenmassaker von Suai. Auch bei den Vertreibungen von Osttimoresen war die Aitarak aktiv.

Die Milizen in Osttimor waren äußerst rücksichtslos im Kampf gegen die Unabhängigkeitsbefürworter. Oft kannten sie ihre Opfer ihr ganzes Leben lang und waren Nachbarn. Die genaue Anzahl der Opfer der Aitarak ist unbekannt, aber Schätzungen gehen klar in die Hunderte. In mehreren Fällen beeinflussten sie auch andere Milizen in anderen Teilen Osttimors über die Guterres Kontrolle hatte.

Eurico Guterres wurde am 27. November 2002 vom Menschenrechtsgerichtshof in Jakarta zu zehn Jahren Haft verurteilt. Das Berufungsgericht senkte 2004 die Strafe auf fünf Jahre. Guterres ist aber bis zu einer weiteren Verhandlung am Obersten Gerichtshof Indonesiens auf freiem Fuß und nun in Papua aktiv, wo er erneut eine Miliz gegründet hat. Acht weitere ehemalige Aitarak-Mitglieder wurden am 25. November 2004 zu Haftstrafen zwischen fünf Jahren und sechs Jahren und acht Monaten verurteilt.

Mateus Carvalho, Chef der Aitarak in Dili, behauptete bei seiner Vernehmung durch die Wahrheits- und Freundschaftskommission 2007, die Gewalt nach dem Referendum sei nicht durch die indonesische Armee begangen worden, sondern in Folge der Emotionen geschehen. Auch indonesische Regierung und Armee bestreiten, jegliche Kontrolle über die Milizen gehabt zu haben, doch reguläre Streitkräfte waren bei nahezu allen Hauptzwischenfällen anwesend und angeblich teilweise daran beteiligt.

Weitere Artikel und Weblinks

Wikipedia
Dieses Dokument entstammt in seiner ersten oder einer späteren Version der deutschsprachigen Wikipedia. Es ist dort zu finden unter dem Stichwort Aitarak, die Liste der bisherigen Autoren befindet sich in der Versionsliste; die Originalfassung kann dort auch bearbeitet werden. Alle Texte der Wikipedia und ihre Derivate stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.
Persönliche Werkzeuge
Andere Sprachen