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Air Berlin
Aus Kefk.
| Air Berlin | |
|---|---|
| Bild:Air-Berlin-Logo.svg Bild:IMG 157g.jpg | |
| Gründung: | 1978 |
| IATA-Code: | AB |
| ICAO-Code: | BER |
| Rufzeichen: | Air Berlin |
| Sitz: | Berlin |
| Drehkreuz: | Berlin-Tegel, Düsseldorf, London Stansted, Nürnberg, Palma de Mallorca |
| Heimatflughafen: | Flughafen Berlin-Tegel |
| Firmenstruktur: | plc & Co. KG |
| Allianz: | Niki,LTU |
| Vielfliegerprogramm: | Top Bonus |
| Flottenstärke: | 81 |
| Ziele: | national und international |
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Air Berlin ist eine deutsche Fluggesellschaft mit Sitz in Berlin. Air Berlin hatte im Jahr 2006 19,6 Millionen Passagiere (inklusive dba), fliegt derzeit mit 93 Maschinen und beschäftigt rund 4.000 Mitarbeiter. Nach der Übernahme der LTU kommt die Air Berlin auf 119 Flugzeuge und ca. 6000 Mitarbeiter.
Inhaltsverzeichnis |
Geschichte
Gründung
Air Berlin wurde 1978 von dem Amerikaner Kim Lundgren als Berliner Charterfluggesellschaft unter US-Zulassung (FAA) im US-Bundesstaat Oregon gegründet, da nach dem Zweiten Weltkrieg bis zur deutschen Wiedervereinigung 1990 nur Flugzeuge der Siegermächte West-Berlin anfliegen durften. Der erste Flug der Gesellschaft ging am 28. April 1979 mit einer Boeing 707 von Berlin nach Palma de Mallorca, später wurden auch Ziele in den USA angeflogen. Schon bald wurde die Boeing 707 durch zwei kleinere Boeing 737 ersetzt und Air Berlin spezialisierte sich auf Ziele in der Mittelmeerregion. Auch heute noch ist Mallorca das wichtigste Ziel von Air Berlin. Täglich verkehrt der so genannte Mallorca Shuttle von 16 deutschen Städten aus nach Palma de Mallorca.
Wachstum
Nach der deutschen Einheit fiel auch die Lufthoheit der Alliierten, sodass ein Zulassungswechsel zum Luftfahrt-Bundesamt (LBA) notwendig wurde. Dieser weltweit einmalige Vorgang, 1992 von dem Geschäftsführer Joachim Hunold vollzogen, änderte das Firmenprofil grundsätzlich. Aus der vormals kleinen Nischengesellschaft entstand die zweitgrößte Fluggesellschaft Deutschlands mit über 40 Boeing 737 und einem linienähnlichen Netzwerk. Seit 2004 kooperiert Air Berlin mit der österreichischen Fluggesellschaft NIKI. 2005 beförderte das Unternehmen 13,5 Millionen Fluggäste, was eine Steigerung von 12,5% im Vergleich zum Vorjahr bedeutet.
Zusammenarbeit mit Germania
Die Fluggesellschaft Germania, die derzeit 577 Mitarbeiter beschäftigt und über eine Flotte von 44 Flugzeugen verfügt, soll in Kürze durch einen Managementvertrag an Air Berlin gebunden werden. Vorbild hierfür ist die bereits bestehende Partnerschaft der Air Berlin mit Niki. Bereits vor eineinhalb Jahren gingen beide Gesellschaften erstmals aufeinander zu: Air Berlin mietete Flugzeuge von Germania, im Gegenzug stellte Germania die von beiden stark umkämpften Flüge nach Zürich und Wien ein.
Börsengang
Zum 1. Januar 2006 änderte Air Berlin seine Unternehmensform von einer GmbH & Co. KG in eine Kapitalgesellschaft nach britischem Recht (plc & Co. KG). In diesem Fall ist die plc, anstelle einer Deutschen juristischen Person, ausländischer persönlich haftender Gesellschafter (Komplementär) der deutschen KG. Als Grund für diese Änderung werden bilanzrechtliche Vorteile und bessere Abschreibungsmöglichkeiten genannt.
Der Börsengang war zunächst für den 5. Mai 2006 angesetzt. Das Volumen für diesen von der Commerzbank und Morgan Stanley organisierten Vorgang betrug 870 Millionen Euro. Am 4. Mai 2006 wurde der Börsengang jedoch verschoben. Offizielle Gründe hierfür wurden nicht angegeben. Gerüchten zufolge wurden im Vorfeld jedoch nicht genügend Aktien gezeichnet, da die Preisspanne von 15 Euro bis 17,30 Euro zu hoch angesetzt gewesen sei [1].
Am 10. Mai 2006 wurde der Preis dann mit 12 Euro je Aktie bekannt gegeben, woraus sich ein Gesamterlös von 510 Millionen Euro ergibt, also rund 360 Millionen Euro weniger als geplant. Die meisten Aktien hält der Geschäftsführer der Air Berlin. Die Erstnotierung fand am 11. Mai 2006 statt. Zum Börsengang von Air Berlin schrieben die Medien daher u. a. „Air Berlin schafft die Notlandung“ [2] und „der Börsen-Neuling wurde nicht mit offenen Armen empfangen“ [3].
Aufkauf von dba
Im August 2006 kaufte Air Berlin die deutsche Fluggesellschaft dba von der Intro Verwaltungs GmbH und der ATON, deren Preis laut Nachrichtenmagazin Focus 120 Millionen Euro betragen haben soll [4]. Der Kaufpreis wird mit Barmitteln der Air Berlin bezahlt. Zusammen kamen beide Fluggesellschaften 2006 auf ein Passagieraufkommen von 19,7 Millionen (2005: 17,5 Mio.). Daran hatte Air Berlin einen Anteil von gut 15,2 Mio. und dba einen Anteil von knapp 4,5 Mio. Die Marke dba blieb nicht bestehen und wurde bis April 2007 vom Markt verbannt. Die Flugpläne der beiden Gesellschaften wurden mit Beginn des Sommerflugplans 2007 aufeinander abgestimmt; bereits seit November 2006 flogen Teile der Flotte der ehemaligen dba in den Farben von Air Berlin mit dem Zusatz (als kleiner Sticker bei der Türe 1 L) „powered by dba“. Dieser Zusatz wird sukzessive bis Ende 2007 entfernt und die Marke dba ganz verschwunden sein.
Aufkauf von LTU und Belair
Am 27. März 2007 wurde bekannt gegeben, dass Air Berlin die Traditionsairline LTU übernimmt. Dies bedarf jedoch noch der Zustimmung des Bundeskartellamts. Der Name LTU soll zunächst im Langstreckenverkehr bestehen bleiben, die Kurz- und Mittelstreckenflugzeuge werden komplett in Air Berlin aufgehen. Sobald die Langstreckenrechte von der LTU auf die Air Berlin übertragen sind, wird der Name LTU vom Markt verschwinden. Die Zusammenarbeit (Codesharing) wird von TUIfly umgestellt auf Condor Flugdienst. Air Berlin will sich mit 49 Prozent an der kleinen Schweizer Fluggesellschaft Belair Airlines AG beteiligen. [5]
Air-Berlin-Konzern
Zum Air-Berlin-Konzern gehören folgende Fluggesellschaften:
Streckennetz
Das Streckennetz von Air Berlin wurde sukzessive zunächst in Deutschland und kurze Zeit später in ganz Europa am jeweiligen regionalen Bedarf an Non-Stop-Flügen zu Zielen innerhalb Europas ausgerichtet. Ein Hauptziel im Streckennetz von Air Berlin ist seit ihrer Gründung Palma de Mallorca, das mit dem Sommerflugplan 2007 über 360 Mal pro Woche angesteuert wird. Auch andere bekannte Ferienziele am Mittelmeer, auf den Kanarischen Inseln, in Portugal, der Türkei und in Nordafrika werden im Linienbetrieb angeflogen. Daneben gibt es zahlreiche Verbindungen zu europäischen Metropolen, z. B. in Italien, Großbritannien, Österreich und in den Niederlanden. Mit der Übernahme der LTU werden nun auch Langstrecken angeboten.
Abflughäfen mit besonders breitem Spektrum an Air Berlin-Zielen haben dabei die Funktion von dezentralen Flotten-Stützpunkten. Die Anzahl der dort jeweils stationierten Flugzeuge richtet sich wiederum nach dem jeweiligen Fluggastaufkommen. Bei manchen von diesen Schwerpunktflughäfen handelt es sich um Drehkreuze (z.B. Berlin, Palma de Mallorca, Nürnberg und Stansted).
Flotte
Die Air Berlin-Flotte besteht zur Zeit (April 2007) aus folgenden Flugzeugen:
- 4 Airbus A319 (erste Auslieferung am 25. März 2006)
- 19 Airbus A320 (erste Auslieferung 14. Oktober 2005)
- 5 Boeing 737-700
- 39 Boeing 737-800 (erste Auslieferung am 7. Mai 1998)
- 14 Fokker 100 (Wet-Lease von Germania)
Im November 2004 bestellte Air Berlin gemeinsam mit seinem Partner NIKI bei Airbus 70 Flugzeuge des Typs A320 (davon 60 für Air Berlin selbst), für 40 weitere Maschinen wurde eine Kaufoption vereinbart. Die Flugzeuge für je 180 Passagiere sind für Flüge innerhalb Europas vorgesehen. Im Juli 2006 wurde diese Bestellung in Bestellungen der Typen A319 (15) und A320 (45) umgewandelt. Die Airbus A319 werden mit 150 Sitzen und Notausgängen über den Flügeln ausgestattet.
Am 18. Oktober 2005 wurde der erste Airbus A320 von Air Berlin auf dem Flughafen Berlin-Tempelhof offiziell vorgestellt und eingeweiht.
Mit der Übernahme der dba erwarb Air Berlin auch den Kaufvertrag über 25 Boeing 737.
Im November 2006 bestellte Air Berlin insgesamt 60 Flugzeuge des Typs Boeing 737 Next Generation für den Ersatz für die auslaufenden Leasingverträge und für weiteres Wachstum in den kommenden Jahren[6].
Im Jahr 2007 kommen neben den neubestellten Flugzeugen auch mehrere gebrauchte zur Flotte:
Offene Flugzeug-Bestellungen von Air Berlin (Airbus und Boeing Stand 4. April 2007):
- 15 Airbus A319 (nächste Auslieferung im Juni/Juli)
- 30 Airbus A320
- 25 Boeing 737-700 (alte dba-Order)
- 60 Boeing 737-800 (Order vom 22. Dezember 2006)
Kritik
Air Berlin wird von verschiedener Seite für seine Mitarbeiterpolitik kritisiert. Stein des Anstoßes sind dabei nicht zuletzt die wiederholten öffentlichen Äußerungen des Geschäftsführers (Joachim Hunold), die Mitarbeiter seines Unternehmens brauchten keine Gewerkschaften oder Mitbestimmung. Bislang sind die Mitarbeiter der Air Berlin und der zugehörigen Unternehmen kaum organisiert. Während dies von Seiten der Air Berlin mit dem Hinweis auf ein gutes Betriebsklima kommentiert wird, vermuten Kritiker u. a. auf Seiten der Vereinigung Cockpit, dass das Unternehmen die Gründung von Betriebsräten systematisch unterbindet. Auch im Wechsel der Gesellschaftsform weg von der deutschen GmbH hin zur limited (plc) nach britischem Recht wird ein taktischer Schachzug zur Beschneidung der Arbeitnehmerrechte gesehen.
Verbraucherschützer werfen Air Berlin und anderen Luftverkehrsanbietern vor, sich einer Zusammenarbeit mit der vom Bund finanzierten „Schlichtungsstelle Mobilität“ noch immer zu verweigern.
Im Streit mit dem Land Berlin um die Verlegung des Flugbetriebs von Tegel nach Schönefeld versuchte Air Berlin Druck auszuüben und drohte mit Verlegung des Sitzes und der Änderung des Firmennamens. Eine Klage, die Air Berlin wie auch andere Fluggesellschaften gegen die Schließung des [[Flughafen Berlin-Tegel|Flughafens Berlin-Tegel]] angestrengt hatte, wurde inzwischen jedoch letztinstanzlich abgewiesen.
Vorfälle
Air Berlin hatte bis dato weder einen tödlichen Unfall noch einen Maschinenverlust zu beklagen.
Quellen
- ↑ Air Berlin vertagt IPO, n-tv, 4. Mai 2006
- ↑ Börsengang: Air Berlin schafft die Notlandung, sueddeutsche.de/ddp/dpa, 11. Mai 2006
- ↑ Harte Landung für Air Berlin, boerse.ARD.de, 11. Mai 2006
- ↑ Karl-Heinz Steinkühler: Air Berlin schluckt Konkurrenten dba. in: Focus. Focus, München 17. August 2006. ISSN 0943-7576
- ↑ www.tagesschau.de - Air Berlin schluckt LTU - vom 27.03.2007
- ↑ FAZ: „Air Berlin: Airbus-Geschäft von Boeing-Order nicht betroffen“ (28. November 2006)
Siehe auch
Literatur
- Air Berlin fliegt Gewerkschaft davon. in: Handelsblatt. Düsseldorf 13. Januar 2006. ISSN 0017-7296
- Gericht macht Weg frei - Tegel darf geschlossen werden OVG weist die Klage von fünf Fluggesellschaften zurück - Revision nicht zugelassen. in: Berliner Morgenpost. Berlin 25. November 2005.
- Fliegende Schnitzel in: Wirtschaftswoche. Düsseldorf (wiwo-online). ISSN 0042-8582
- Schwarzbuch Air Berlin. in: taz. Berlin 5. Mai 2006. ISSN 0931-9085
Weblinks
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