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Ahimsa
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Ahimsa (Sanskrit, f., अहिंसा, ahiṃsā
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, nicht-gewaltsam) bedeutet Gewaltlosigkeit und ist eine der wichtigsten ethischen Grundlagen im Hinduismus, Jainismus und Buddhismus.
Inhaltsverzeichnis |
Hinduismus
Alle heiligen Schriften und Legenden der Hindus lehren eindringlich Ahimsa, das Prinzip des Nichtverletzens. Verschiedene Schriften beschäftigen sich mit den grundsätzlichen Tugenden des Einzelnen, die aber in ihrer Beschreibung sehr variieren können. Immer jedoch gehört Ahimsa dazu. Im Patanjali Yoga, dem klassischen Yogalehrbuch, gehört Ahmisa zur ersten (Yama) von acht Stufen, die einen Yogi ausmachen.
Die Interpretation des Gebotes jedoch kann sehr unterschiedlich sein: Für viele bedeutet es ein absolutes Verbot zu töten und folglich gehört dazu strenger Vegetarismus. In einem alten hinduistischen Rechtsbuch, dem Manusmriti etwa heißt es: "Man bekommt kein Fleisch, ohne Lebewesen zu verletzen; die Tötung von Lebewesen aber führt nicht in den Himmel, darum soll man das Fleisch meiden."
Andere dagegen sehen keinen Verstoß des Gebotes darin, Tiere unter Umständen zu Nahrungszwecken zu töten. Auch gibt es heute noch vereinzelt Tieropfer, für die meisten Hindus ein Gräuel, für die Opfernden jedoch kein Vergehen gegen Ahimsa. Einen Widerspruch könnte man auch in der Bhagavadgita annehmen: Beginnt die Ausgangsgeschichte auch auf einem Schlachtfeld, so ist das oberste Ideal trotzdem der Frieden. Nach intensiven, aber erfolglosen Verhandlungen (im Mahabharata beschrieben) den Krieg zu vermeiden, fordert der göttliche Krishna den Fürsten auf, zu kämpfen und die Gegner zu töten, „....denn sie wurden bereits von mir getötet". Hier wird der Kampf nicht als Widerspruch zu Ahimsa gesehen, denn in der weiteren Folge lehrt Krishna, wie äußerer Frieden durch den inneren Frieden erreicht werden kann. Im weiteren Text führt er die fünf wichtigsten Tugenden an, zu denen ausdrücklich Ahimsa gehört.
Unbedingten Verzicht auf Gewalt jedoch fordert Krishna im einem anderen Buch, dem Bhagavatapurana von seinem Freund und Schüler Uddhava: "Wenn du von jemandem schlecht behandelt wirst, sollst du nicht Böses mit Bösem vergelten. Gib Gutes zurück!" Uddhava war Philosoph, der Fürst dagegen musste das Land verteidigen, Ahimsa konnte darum nicht für beide dasselbe bedeuten.
Auch das Mahabharata fordert an vielen Stellen auf Gewaltverzicht: "Man soll niemals Schlechtes für Schlechtes zurückgeben, sondern ehrenhaft gegen jene handeln, die einem Böses angetan haben".
Für die meisten Hindu-Weisen gehört jede Vorstufe schon zur Gewalt, jede Kränkung durch Worte und selbst böse Gedanken. So betrachtet umfasst Ahimsa mehr als Verzicht auf Gewalt, positiv ausgedrückt bedeutet es Güte und Rücksicht gegenüber jedem Lebewesen.
Der im Westen bekannteste Verfechter des Ahimsa-Prinzips war Mahatma Gandhi. Seine Politik des gewaltlosen Widerstands gegen die britische Kolonialherrschaft bezeichnete er als "Satyagraha", "Festhalten an der Wahrheit". Dazu gehörte nicht nur absolute Gewaltlosigkeit, sondern ebenso bestimmte Diätvorschriften sowie Bedürfnislosigkeit. Er propagierte die hinduistische Auffassung wonach Verzicht auf Gewalt nicht schwächt, sondern im Menschen eine unüberwindliche Kraft entwickelt, durch die der Gegner überwunden werden kann.
Manche Spekulationen gehen davon aus, dass Mahatma Gandhi in seiner unbeirrten Haltung durch die Lehren der Jains, in deren Nachbarschaft er aufwuchs, beeinflusst war.
Jainismus
Nach den Lehren ihres Gurus Mahavira, der Ahimsa in den Mittelpunkt stellte, wurde das Gebot im Jainismus konsequent umgesetzt. Mahavira war ein Zeitgenosse Buddhas, der ebenfalls Ahimsa als zentrales Gebot lehrte.
Jain-Mönche tragen oft ein Tuch vor dem Mund, um nicht aus Versehen Kleinstlebewesen zu verschlucken und so zu töten (besonders zur feuchten Monsunzeit wird dies verständlich, da dann alle Insekten schwärmen). Ebenso dient dies dem Respekt vor der Luft, die als "belebt" betrachtet wird, sowie Ahimsa in der eigenen Rede. Die Laien nehmen die Lebensweise der Mönche als Ideal: In Berufswahl und Umgang mit allen Lebewesen soll Ahimsa oberstes Gebot sein. Der Jainismus hat sich deshalb besonders bei den kaufmännischen Kasten, wie z.B. Händlern, etabliert. Viele von ihnen gaben damals ihren kriegerischen Beruf auf und verschrieben sich der Gewaltlosigkeit. Auch für einen Bauern wäre es sehr schwierig, die strengen Maßstäbe des Nicht-Verletztens von Lebewesen so konsequent zu praktizieren.
Siehe auch
Weblinks
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