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Agnotology

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Agnotology bezeichnet als Wortschöpfung neueren Datums eine Forschungsrichtung, welche die kulturelle Erschaffung und Aufrechterhaltung von Unwissen untersuchen soll. Ihr Erkenntnisgegenstand ist, wie Unwissen durch Manipulation, Unterdrückung von Informationen, Zensur oder durch andere Formen absichtlicher oder versehentlicher kulturpolitischer Selektivität geschaffen oder gesichert werden kann.

Der Begriff wurde im Umfeld der US-amerikanischen Stanford University eingeführt. Dort fand im Oktober 2005 ein Workshop unter dem Titel Agnotology: The Cultural Production of Ignorance statt, der von den Wissenschaftshistorikern Londa Schiebinger und Robert N. Proctor organisiert wurde. In einer wissenschaftlichen Arbeit Schiebingers aus dem gleichen Jahr nennt diese Proctor als Wortschöpfer und Agnotology als Gegengewicht (counterweight) zu Epistemologie; Unwissen sei oft nicht das Fehlen von Wissen, sondern das Resultat politischer, kultureller und kommerzieller Kämpfe.

Beispielsweise können Unternehmen im "agnotologischen" Sinn Unwissen schaffen, genauer: vorhandenes, ihrem Geschäftsinteresse abträgliches Wissen relativieren oder tilgen, indem sie Gegengutachten anfertigen lassen. Paradigmatisch hat Proctor dies anhand von Untersuchungen über die Schädlichkeit des Zigarettenrauchens demonstriert, wo die Industrie zudem über Jahrzehnte die Karte ausgespielt hat, dass es gerade die Nazis waren, die Kampagnen gegen das Rauchen betrieben hatten.

Literatur

Robert N. Proctor: Blitzkrieg gegen den Krebs. Stuttgart: Klett-Cotta 2002 ISBN 360891031X (orig. 1999)

Siehe auch

Weblinks

Wikipedia
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