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Akdamar

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Die Südostspitze der Insel Akdamar mit der „Kirche zum Heiligen Kreuz“. Im Hintergrund der Berg Çadır.

Akdamar (armenisch Աղթամար, Aghtamar, wissenschaftliche Transliteration Ałt'amar, kurdisch Axtamar) ist die zweitgrößte Insel im Vansee in der Osttürkei. Sie gehörte einmal einer armenischen Adelsfamilie und war das kulturelle Zentrum der Armenier im Armenischen Hochland.

Inhaltsverzeichnis

Lage

Die heute unbewohnte Insel liegt in der Nähe von Gevaş, ca. 45 km südwestlich von Van in der Türkei. Zu erreichen ist Akdamar von dort mit einer Personenfähre, die besonders an Wochenenden häufig, aber unregelmäßig verkehrt. Die Insel ist ein beliebtes Ausflugsziel der einheimischen Bevölkerung und wird gern zum Schwimmen besucht.

Namensherkunft

Der Name der Insel leitet sich der Sage nach von einer armenischen Königstochter namens T'amar ab. Sie wird auch Klosterinsel genannt.

Kirche zum Heiligen Kreuz

Bild:Akdamar kirche.jpg
Die „Kirche zum Heiligen Kreuz“.

Berühmt ist die Insel vor allem für ihre armenische Kirche, die „Kirche zum Heiligen Kreuz“ (armenisch Սուրբ խաչ, Surb Chatsch, wissenschaftliche Transliteration Surb xač').

Sie bildet den Rest einer zwischen 915 und 921 von Gagik Artzruni, König von Armenien, gebauten Stadt mit Kloster- und Palastanlage. Die Außenwände der Kirche sind reich mit Reliefs verziert, die viele bekannte biblische Geschichten darstellen, wie z. B. die von Adam und Eva, Jona und dem Wal oder David gegen Goliath. Ein derart reicher Skulpturenschmuck war damals nirgendwo sonst in der christlichen Welt zu finden. Nicht bei den Armeniern selbst und auch nicht bei den Byzantinern. Auch im Westen setzte die Entwicklung der Bauskulptur erst etwa 100 Jahre später ein. Im Inneren der Kreuzkirche sind die Wände mit zum Teil noch erhaltenen Fresken bemalt.

Im Laufe der Jahrhunderte wurde der Kirchenbau um mehrere Elemente erweitert. So wurde die Dachkonstruktion im 13. Jahrhundert errichtet, nachdem die ursprüngliche in sich zusammengefallen war. Der Glockenturm an der Südseite der Kirche stammt aus dem 19. Jahrhundert.

Bis Ende des 19. Jh. diente die Kirche als Patriarchalkathedrale für das regional bedeutende Katholikat von Aghtamar der Armenischen Apostolischen Kirche.

Aktuelle Entwicklung

Im November 2004 berichtete die türkische Zeitung Milliyet über Schießübungen insbesondere auf die Christusgestalt und ein Bild der Mutter Gottes an der Fassade. Weiterhin wurde von der Verwüstung der Anlage durch illegale Grabungen von Schatzsuchern, darunter ein türkischer Wärter, nach Goldmünzen und wertvollen Weihegegenständen berichtet.

Die in dem Bericht angebrachte Kritik bezog sich jedoch nicht auf einen mangelnden Respekt vor der Kultur eines christlichen Volkes, sondern auf die Zerstörung der Kirche als Touristenattraktion und vor allem als Devisenbringer[1].

Die Regierung hat die antike armenische Kirche zum Heiligen Kreuz auf der Insel Akdamar am 29. März 2007 nicht als Kirche, sondern als kulturelles Denkmal wiedereröffnet. Bei der feierlichen Wiedereröffnung war der türkische Premierminister Recep Tayyip Erdoğan anwesend. Der Patriach von Konstantinopel Bartholomäus I. und der armenische Patriach Mesrop Mutafyan waren bei der Eröffnung anwesend. Letzterer bat den Kulturminister um die Erlaubnis, wenigstens ein mal im Jahr dort eine Messe abzuhalten zu dürfen. Nach einer Einladung des türkischen Kulturministeriums kam auch eine offizielle Delegation des armenischen Kulturministeriums zu der Eröffnungsfeier. Karekin II. Nersissian, der oberste Patriarch und Katholikos aller Armenier, kam trotz offizieller Einladung nicht. Er kritisierte, dass die Kirche nicht als Kirche, sondern als Museum eröffnet wurde. Es wird auch in der Türkei kritisiert, dass die türkische Regierung die Nutzung der Kirche als Gotteshaus und das Aufrichten des Kreuzes auf der Kuppel verboten hat.[1] Die Restaurationsarbeiten an der Kirche kosteten 4 Mio YTL. Der armenische Architekt Zakaryan Mildanoğlu war an der Restauration beteiligt.[1] [1] [1] [1] Die Kirche ist in der Vergangenheit stark beschädigt worden. Es haben auch Lagerfeuer die Mauern geschwärzt. Vor anderthalb Jahren beschloss die türkische Regierung schließlich die Restauration des historischen Bauwerks, nicht zuletzt durch Druck von Öffentlichkeit und Presse. Insbesondere der im Januar ermordete Journalist Hrant Dink hatte sich öffentlich für die Wiedereröffnung der Kirche eingesetzt.[1]

Bilder

Weblinks

Quellen


Literatur

Kunst-Epochen, Band I, Frühchristliche und byzantinische Kunst, Von Susanne Partsch, Reclams Universal-Bibliothek Nr. 18168, Stuttgart 2004, ISBN 3-15-018168-2, Seite 146 ff.

Koordinaten: 38° 20' 30" N, 43° 02' 07" O

Wikipedia
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