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Affirmation

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Affirmation (aus dem Lateinischen) bedeutet soviel wie Bejahung, Zustimmung (Gegenteil: Negation).

Inhaltsverzeichnis

Affirmation als politischer Begriff

Als politischer Begriff wird Affirmation in einem Sinn gebraucht, der die Zustimmung zu oder Teilnahme an einer etablierten Gesellschaftsordnung, oder einem herrschenden Mainstream unterstreicht (siehe auch Konformismus oder Opportunismus). Das Gegenteil wären dabei z. B. Opposition, Rebellion oder Subversion. In der Kulturkritik der Frankfurter Schule war es insbesondere Herbert Marcuse der den Begriff in seinem seinem 1937 erschienenen Aufsatz "Über den affirmativen Charakter der Kultur" prägte.

Affirmation als spiritueller Begriff

Geschichte der spirituellen Affirmation

Die Entstehung der Affirmation kann nicht genau bestimmt werden. Das Wiederholen von heiligen oder positiven Selbstsuggestionen ist wohl so alt wie die Spiritualität an sich. Eine positiv gehaltene, möglichst selbstverstärkende Aussage, die in Rezitation wiederholt wird, gilt in diesem Bereich als freie, selbstgewählte Selbstkonditionierung. Diese kann in Form eines Mantra, einer selbsterfüllenden Prophezeiung oder eines Postulates vorkommen. Zu jeder Religion gehören, selbst wenn sie nicht so genannt werden, praktische Sinnsprüche mit denen der Gläubige sich konditioniert. Unabhängig von bestimmten religiösen Konzepten kann die Affirmation jedoch als universelles Instrument der Selbstbeeinflussung betrachtet werden, da sie, im Gegensatz zum ähnlich gehandhabten Mantra, auch völlig ohne einen religiös gefärbten Zusammenhang auskommt.

Funktion der spirituellen Affirmation

Die Wirkungsweise einer gelungenen Affirmation ist untrennbar mit der Bejahung des Lebens, des eigenen Lebens bzw. der Wiederherstellung ausbalancierter körperlicher, ökonomischer oder geistiger Zustände verbunden. Da das menschliche Unterbewusstsein keine Verneinung akzeptiert (und demnach die Autosuggestion mit einem "nicht" oder "kein" o. ä. die innere Aufmerksamkeit genau auf den unerwünschten Zustand lenken würde), ist der wichtigste Grundsatz bei der Erstellung einer Affirmation die positive Formulierung in Gegenwartsform.

Die Affirmation kann, wie z. B. im autogenen Training einige wenige male oder, wie z. B. bei yogischen oder muslimischen Kontemplationen, bis zu mehrere Tagen rezitiert werden. Wichtig für den Erfolg der Affirmation soll, so die spirituelle Praxis, die liebevolle Aufmerksamkeit für den Inhalt sein. Dabei kann eine kurze Rezitation ebenso wirkungsvoll sein, wie eine lang anhaltende.

Im Gegensatz zum Mantra, das in der Regel eine universelle bzw. allgemeine Formulierung enthält (z. B. das islamische "Lā ʾilāha ʾillā llāh" - "Es gibt keinen, den man mit Wahrheit und Recht anbetet außer Allāh"), ist die Affirmation immer auf das eigene Selbst gerichtet. Sie wird daher nicht in Gemeinschaft laut wiederholt, sondern in Stille, manchmal leise geflüstert wenn es um die persönliche Verbesserung der Lebenssituation geht. Einige wenige Mantras, wie das hinduistische "lokah smastah sukhino bavantu" ("Mögen alle Wesen Glück und Harmonie erfahren") markieren semantisch den fließenden Übergang von Mantra zur Affirmation.

Praktische Beispiele

Allgemeine Affirmationen

  • Ich liebe und akzeptiere mich und traue dem Prozess des Lebens. Ich bin in Sicherheit.
  • Ich bin Liebe, ich bin Licht, ich bin Freude.
  • Das Leben meint es gut mit mir, das Leben ist ein wunderbares Geschenk, es geht mir gut.
  • Ich bin absolute Harmonie, ich bin Weisheit und Freude, ich bin reicher Erfolg, ich bin strahlende Schönheit, ich bin vollkommene Freude, ich bin Gesundheit, ich bin bedingungslose Liebe.
  • Ich erhalte jetzt Liebe, Freundschaft, Gesundheit und Wohlstand.

Autofahrerschutzformeln

  • Gott ist allsehend und allwissend. Er sieht meinen Weg voraus und macht ihn eben und heiter.
  • Gott steuert diesen Wagen während ich umsichtig lenke.
  • Die Liebe ist mein Ziel, ich komme wohlbehalten an.


Affirmationen bei Krankheiten und Depressionen

  • Es geht mir mit jedem Tag in jeder Hinsicht immer besser und besser.
  • Ich erkläre Frieden und Harmonie in mir und um mich. Alles ist gut.
  • Ich bin willens, mich zu wandeln und zu wachsen.
  • Ich erhebe mich über die Begrenzungen der Angst und erschaffe mein Leben selbst.

Literatur

  • Dr. Joseph Murphy: Die Macht der Suggestion
  • Louise L. Hay: Heile deinen Körper und Gesundheit für Körper und Seele
  • Herbert Marcuse: Über den affirmativen Charakter der Kultur in Kultur und Gesellschaft I, Suhrkamp, Frankfurt am Main 1965, ISBN 3-518-10101-3

Weblinks

Wikipedia
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