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Adaptive Transform Acoustic Coding

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ATRAC ist die Abkürzung für Adaptive Transform Acoustic Coding (in etwa: Anpassungsfähige Tonumwandlungskodierung).

Inhaltsverzeichnis

Technik

ATRAC ist ein Audiodatenkompressionsverfahren, das auf psychoakustischen Grundregeln basiert. Es komprimiert Audio-Dateien auf einen Bruchteil des ursprünglichen Datenvolumens. Der ATRAC-Codec wurde von Sony mit der Einführung der MiniDisc im Jahre 1992 vorgestellt und bis heute stetig weiterentwickelt.

Vorteile

Der Vorteil des Codecs gebenüber anderen Formaten besteht im Gapless Playback und im relativ geringen Decodierungsaufwand der komprimierten Daten, so dass bei tragbaren Endgeräten eine längere Akkulaufzeit möglich ist, als z.B. beim Abspielen von MP3-Dateien (hier ca. 20% längere Akkulaufzeit bei gleicher Bitrate).

Digital Rights Management

Der Codec beinhaltet verschiedene Kopierschutzmechanismen, seit ATRAC3 auch Digital Rights Management. So sollen Urheberrechtsverletzungen unterbunden werden, gleichzeitig werden aber auch die Nutzungsmöglichkeiten von ATRAC eingeschränkt. Hier hat Sony mit dem Erscheinen der Software SonicStage 3.4 nachgebessert (2006). Der Kopierschutz lässt sich nun nach Belieben abschalten und ist damit wirkungslos geworden. Lediglich bei Kaufmusik aus Sonys CONNECT Onlinestore bleibt er bestehen.

Verbreitung

Neben der MiniDisc unterstützen auch andere mobile Abspielgeräte der Firma Sony ATRAC, beispielsweise die PlayStation Portable, Audioplayer mit Flash-Speicher, tragbare ATRAC-CD-Player und alle aktuellen Walkman-Produkte. Außerdem wird es bei dem professionellen Filmtonformat SDDS (Sony Dynamic Digital Sound) zur Komprimierung der Daten eingesetzt.

Heute findet man neben Sony nur noch wenige Firmen, die ATRAC-kompatible Geräte herstellen. Darunter sind Sharp, Aiwa (von Sony aufgekauft) und Panasonic. Als Grund werden hohe Lizenzgebühren vermutet.

Geschichte

Dass ältere Geräte von Sony nur ATRAC, neuere Geräte aber auch MP3, AAC und andere Formate unterstützen, gilt als Hinweis darauf, dass Sony den Versuch aufgegeben hat, ein eigenes Format neben verbreiteteren Formaten (z. B. MP3) im Markt zu etablieren. ATRAC sollte als proprietäres Format untrennbar mit den bis dato erfolgreichen Walkmans eine marktbeherrschende Stellung einnehmen (ein ähnliches Vorgehen ist auch bei anderen Firmen wie z. B. Apple zu beobachten, die mit dem iPod und iTunes ebenfalls ein abgeschlossenes System betreiben).

Die Folge dieser Strategie war ein starker Umsatzrückgang bei tragbaren Audioplayern, die nur ATRAC unterstützten, da aus Verbrauchersicht die notwendige Umwandlung von MP3-Dateien in das ATRAC-Format zu aufwändig war. Erst 2004 lenkte Sony ein und brachte mit dem NW-HD3 den ersten mp3-fähigen Walkman auf den Markt. Inzwischen unterstützen alle digitalen Audioplayer von Sony mehrere Dateiformate.

Versionen

Folgende Versionen des ATRAC-Codecs sind bisher erschienen:

ATRAC-Version (Erscheinungsjahr) - [Bitrate]
ATRAC-1 (nur MiniDisc) (1992) - [292 kbit/s]
ATRAC-2 (MiniDisc + SDDS) (1994) - [292 kbit/s]
ATRAC-3 (nur MiniDisc) (1995) - [292 kbit/s]
ATRAC-3.5 (nur MiniDisc) (1996) - [292 kbit/s]
ATRAC-4 (nur MiniDisc) (1996) - [292 kbit/s]
ATRAC-4.5 (nur MD-Decks) (1996) - [292 kbit/s]
ATRAC3 (mit MDLP) (2000) - [132/105/66 kbit/s]
ATRAC DSP Type-R (nur MiniDisc) (2001) - [292 kbit/s]
ATRAC DSP Type-S (nur MiniDisc) (2002) - [292 kbit/s]
ATRAC3plus (2003) - [48-352 kbit/s]
Atrac Advanced Lossless (2006) - [352 kbit/s]

Siehe auch

Weblinks

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