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Adam Krafft

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Über den Bildhauer und Baumeister Adam Kraft, siehe dort.


Adam Krafft (* 1493 in Fulda; † 9. September 1558 in Marburg) war ein evangelischer Kirchenreformer Hessens.

Krafft wurde als Sohn des zeitweiligen Fuldaer Bürgermeisters Hans Krafft geboren. Er war Schüler der Klosterschule in Fulda und der Lateinschule in Neuburg (Donau) und ab 1512 Student an der Universität Erfurt. Dort verschrieb er sich dem Humanismus. Auf der Leipziger Disputation lernte er Martin Luther und Philipp Melanchthon kennen, was ihn entscheidend prägte. Daraufhin wirkte er als Prediger in Fulda und ging 1524 nach Hersfeld. Am 15. August 1525 wurde er von Landgraf Philipp zum landgräflichen Prediger und Visitator ernannt. Er nahm sowohl am Reichstag zu Speyer sowie an der Homberger Synode teil. 1526 heiratete er Agnes Ibach, die jedoch 1544 starb, woraufhin er 1548 die verwitwete Afra Weißmann heiratete. Er führte den evangelischen Gottesdienst an der Marburger Pfarrkirche ein und war Professor an der neu gegründeten Universität Marburg. Er war beteiligt an der Reformation der Klöster, der Einrichtung des Gotteskastens, der Gestaltung der hessischen Gottesdienstordnung und an der Abfassung des Marburger Gesangbuchs. Neben Martin Bucer gilt er als Reformator der Landgrafschaft Hessen. Krafft ist am Johannisfriedhof (Nürnberg) beerdigt. Hier liegt eine Verwechslung mit dem Künstler Adam Kraft vor. Der erste hessische Landesbischof Adam Krafft (dessen Name seit 1983 ein Verwaltungsgebäude der Evangelischen Kirche in Fulda trägt) wurde nicht in Nürnberg, sondern nach der Trauerfeier am 11. September 1558 in der Pfarrkirche zu Marburg beerdigt, wo seine Grabstelle heute nicht mehr lokalisiert werden kann.

Literatur

  • Quelle: Johannes Schilling: "Adam Krafft, der erste hessische Landesbischof" In: Fuldaer Geschichtsblätter Jahrgang 70/1994 Seiten 87-100 mit umfangreichen Literaturhinweisen.
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