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Abrogation
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Abrogation (f., lat. abrogatio - Abschaffung) nennt man das vor allem in Koran praktizierte Verfahren, dass man widersprüchliche Aussagen in einem Korpus von autoritativen Texten dadurch beseitigt, dass man frühere Aussagen durch spätere für abrogiert, also aufgehoben, erklärt.
Abrogation im Islam (naskh)
Da der Koran von den meisten Muslimen als das ewige, unverfälschte Wort Gottes gilt, stellen Widersprüche im Text eine besondere Herausforderung dar. Die islamische Theologie und Rechtswissenschaft (fiqh) lösen das Problem dadurch, dass spätere Aussagen des Korans frühere, widersprechende aufheben. Da jedoch die Anordnung der Suren des Korans nicht chronologisch ist, stellen sich hierdurch besondere Probleme. Dies führt, neben den mehrdeutigen Teilen des Koran (Sure 3, Vers 7 spricht selbst davon, dass der Koran unmissverständliche und mehrdeutige Verse enthält), dazu, dass man Koranzitate, die zu bestimmten Zwecken zitiert werden, nicht einfach so für bindend halten kann.
Allerdings hat Mohammed selbst Abrogation von Koranversen nie erwähnt. Auch heute kennen nicht alle islamischen Gruppierungen das Prinzip der Abrogation an.
Die Ahmadiyya lehrt, dass sich durch unvollständiges Verständnis des Koran scheinbar widersprüchliche Aussagen ergeben, welche nicht dadurch behoben werden dürfen, dass Teile des Korans für ungültig erklärt werden. Das widerspräche der Selbstaussage des Korans, dass er ein fehlerloses, vollkommenes Buch sei:
„Wollen sie denn nicht über den Koran nachsinnen? Wäre er von einem andern als Allah, sie würden gewiß manchen Widerspruch darin finden.“
– Koran, Sure 4, Vers 82
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Mirza Ghulam Ahmad und Hakeem Noor-ud-Din argumentieren, dass der Koran
„Wenn wir einen Vers (aus dem Wortlaut der Offenbarung) tilgen oder in Vergessenheit geraten lassen, bringen wir (dafür) einen besseren oder einen, der ihm gleich ist. Weißt du denn nicht, dass Allah zu allem die Macht hat?“
– Koran, Sure 2, Vers 106
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lediglich die Abrogation vorislamischer Gesetze und Religionen feststellen will. Aslam Jairadschpuri und sein Nachfolger Ghulam Ahmad Parwaiz, der Modernist Khalifa Abd al-Hakim sowie Ahmad Din vertreten ebenfalls diese Meinung, während Maududi und Azad an der alten Lehre festhalten.
Auch die Mu´tazila sieht den Koran nicht als ewig oder uninterpretierbar an.
