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Abonnementzeitung

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Die Abonnementzeitung (kurz: Abo-Zeitung) ist eine vorwiegend, beziehungsweise oft nur im Abonnement bezogene Zeitung (meistens: Tageszeitung). Der Abonnent verpflichtet sich alle Ausgaben innerhalb eines bestimmten abgeschlossenen Zeitraumes zu nehmen. Im Gegensatz dazu wird eine Kaufzeitung nur über den Einzelverkauf vertrieben. Das Abonnement ist die wichtigste Vertriebsform der regionalen und lokalen Tageszeitungen, die deshalb auch als Abonnementzeitungen bezeichnet werden. Aus rechtlicher Sicht ist ein Abonnementabschluss ein Sachkaufvertrag.

Inhaltsverzeichnis

Funktion des Abonnements

Die Abonnements festigen die Leser-Blatt-Bindung. Meist stellen Boten oder die Post Abonnementzeitungen zu. Eine Zeitung ist im Abonnement vergleichsweise preiswerter als beim Einzelkauf. (... praktisch, sie morgens gleich zu haben - zugleich vielen täglich zu viel Lektüre für mehrere hundert Euro jährlich.)

Im Gegensatz zur so genannten Boulevardzeitung, bringt diese Form des Vertriebswegs viele Vorteile für den Zeitungsverlag. Er hat einen gesicherten Absatz und so weder ein Verkaufsrisiko noch Remissionen für diese Exemplare. Die Anzahl der Abonnements erleichtert die Auflagenbestimmung; außerdem kann der Verlag mit den festgestellten Geldeingängen besser disponieren. Die Vorteile für den Abonnenten sind der vergünstigte Preis und die Lieferung frei Haus.

So ist ein Großteil der finanziellen Grundlage sichergestellt, da eine feste, kalkulierbare Abnehmerzahl der jeweiligen Auflagen besteht. In der Zeitungskrise mit ihrem Auflagenrückgang gibt es immer häufiger kostenlose Probeabos, die zunehmend auch von selbst auslaufen (zugkräftiger als mit bürokratischem Aufwand). In Berlin könnte man das ganze Jahr über kostenlos ein Tageszeitungs-Probeabonnement nach dem anderen beziehen.

Typen und Laufzeiten des Abonnements

Es gibt verschiedene Arten von Abonnements von Zeitungen, in der Zustellung, dem Umfang und der Anwerbung. Bei der Zustellung gibt es neben ded bereits erwähnten Post- und Botenabonnements das (seltene) Abholabonnement (man selbst holt sein Exemplar im Verlag direkt, in einer Geschäftsstelle oder in einer Buchhandlung ab). Ortsunabhängiger macht ein Gutscheinheft (so bei der FAZ): es ermöglicht, das Blatt nur bei Bedarf und preiswerter als im Einzelverkauf überall abzuholen - ohne das übliche, nachgeschickte Abo in den Urlaub.

Außerdem ist neben dem Vollabonnement (oft) ein Teilabonnement möglich: es wird meist auf eine Ausgabe wöchentlich abgeschlossen, zum Beispiel nur samstags wegen des ausführlichen Anzeigenteil oder nur die Sonntagsausgabe. Bei der Boulevardzeitung „Bild“ - keine Abonnementzeitung - läßt sich die Sonntagsausgabe „Bild am Sonntag“ abonnieren und durch Boten nach Hause liefern.


E-Paper-Abonnements kann man bei einigen, hauptsächlich überregionalen Tageszeitungen, zusätzlich kostenfrei als Abonnent der gedruckten Zeitung nutzen (so zum Beispiel FAZ, Süddeutsche Zeitung oder Frankfurter Rundschau). Manchmal gibt es ein alleiniges E-Paper-Abonnement.

Schüler- und Studentenabonnements haben reduzierte Preise.

So genannte Mitarbeiterabonnements für die Mitarbeiter des jeweiligen Zeitungsverlags sind auch ermäßigt.

Bei Patenschaftsabonnements bezahlen Unternehmen beispielsweise für Universitäten, Schulen oder gemeinnützige Einrichtungen Zeitungsabonnements.

Man kann Abonnements noch nach der Art des Abschlusses differenzieren, ist es ein Geschenkabonnement, ein Geworbenes von einem anderen Abonnenten (LwL – Leser werben Leser), durch professionelle Abonnentenwerber oder ein festes Probeabonnement.

Mit zahlreichen Mitteln versuchen Zeitungsverlage neue Abonnenten zu gewinnen, zum Beispiel mit Prämien, den Probeabonnements (dürfen maximal zwei Wochen / bei monatlichen Zeitschriften zwei Ausgaben laufen), Gratisexemplaren oder kurzen Laufzeiten des Abonnements.

Die Laufzeiten von Abonnements, für die sich die Abonnenten verpflichten, liegen zwischen drei Monaten und zwei Jahren. Hier kommt es auf das Zustandekommen des Abonnements an: wurden die Neuabonnenten von anderen Abonnenten geworben, wurden beispielsweise Prämien oder Werbegeschenke vergeben? Meist laufen Zeitungsabonnements ein Jahr und werden jeweils um ein Jahr verlängert, wenn keine Kündigung des Lesers vorliegt.

Probeabonnements dürfen heute nicht mehr ohne Anforderung mit Negativoptionen angeboten werden. Negativoptionen heißt, dass das Probeabonnement nach dem Erhalt der letzten Probeausgabe einfach weiterläuft, wenn der Leser nicht ausdrücklich gekündigt hat.

Mit hohen Abonnentenzahlen kann die Anzeigenabteilung sehr gut um Anzeigenkunden werben, denn die sichern die Reichweite der Publikation ab. 2006 erschienen in Deutschland 334 regionale Abonnementszeitungen, insgesamt ist es möglich 353 Tageszeitungen im Abonnement zu beziehen. 14,8 Millionen Exemplare wurden im zweiten Quartal 2006 im Abonnement vertrieben. Die Reichweite von Abonnementzeitungen lag 2006 bei circa 62 %.[1]

Fachzeitschriften werden zu 90 % per Abonnement vertrieben, hierzu Details im Artikel Fachzeitschriften.

Literatur

  • Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger: Zeitungen 2006. Berlin 2006. ISBN 393970500
  • Noelle-Neumann, Elisabeth; Schulz, Winfried; Wilke, Jürgen (Hrsg.): Fischer Lexikon. Publizistik Massenkommunikation. Frankfurt 2000. ISBN 3596122600

Einzelnachweise

  1. Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger: Zeitungen 2006. Berlin 2006. ISBN 393970500

Siehe auch

Wikipedia
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