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ARD-Fernsehlotterie
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Die ARD-Fernsehlotterie "Ein Platz an der Sonne" ist eine gemeinnützige, soziale Lotterie im Auftrag der ARD und der kommunalen Spitzenverbände zugunsten hilfsbedürftiger Menschen, bei welcher die Mitspielerinnen und Mitspieler durch den Kauf von verschiedenen Losen mit einer aufgedruckten Nummer jeweils an Haupt-, Wochen- und Prämienverlosungen teilnehmen. Als Gewinne werden Geldpreise (Festbeträge gestaffelt von 10 bis 1 Mio. Euro), Sachpreise (Häuser, Autos), Reisen oder monatliche "Sofortrenten" ausgespielt. Die ARD-Fernsehlotterie hat die Aufgabe, durch den Losverkauf möglichst viele Geldmittel einzuspielen. Die Einspielerlöse werden zu mindestens 30 Prozent, in der Regel zu rund 40 Prozent, als Reinerlös dem Deutschen Hilfswerk für die Förderung sozialer Maßnahmen zur Verfügung gestellt. Mindestens 30 Prozent, in der Regel rund 40 Prozent, sind Ausschüttungen von Gewinnen, 16,67 Prozent werden als Lotteriesteuer abgeführt, der Rest der Loseinnahmen (ca. 2 Prozent) wird für die Organisation und Verwaltung eingesetzt.
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Geschichte
Die ARD-Fernsehlotterie hat ihre Wurzeln in der Zeit der Berliner Blockade von 1948. Damals flogen die so genannten Rosinenbomber der Alliierten, später dann auch andere Fluggesellschaften wie die Deutsche Lufthansa, KLM, Pan Am und British Airways Kinder aus dem isolierten West-Berlin nach Westdeutschland aus, damit diese dort ein paar erholsame Ferienwochen auf dem Lande unter dem Motto Ein Platz an der Sonne erleben konnten.
Diese Hilfsaktion wurde ab 1956 vom Ersten Deutschen Fernsehen unterstützt, indem die Losziehung erstmals am 28. April unter dem Motto „Ferienplätze für Berliner Kinder“ im noch jungen Medium Fernsehen übertragen wurde. Dies war die 'Geburtsstunde' der ARD-Fernsehlotterie. Als ihr Gründervater gilt Jochen Richert, damals Pressesprecher des Hilfswerks Berlin. Von ihm stammt auch der Slogan der Ziehung „Mit 5 Mark sind Sie dabei“. Aufgrund der ständig wachsender Beliebtheit und des Erfolgs der Lotterie wurde 1960 die Deutsche Fernsehlotterie GmbH gegründet, die auf gemeinnütziger Basis seither die Fernsehlotterie organisiert. Nachdem anfänglich vor allem Kindern geholfen wurde, dehnte man die Zielgruppe ab 1959 auch auf kranke und ältere Menschen aus.
Im Jahr 1961 wurde die damals größte Lostrommel der Welt, der „Glückswirbel“ in Betrieb genommen. Es wurden bei einem Umsatz von rd. 14 Mio. DM 2,8 Mio. Teilnehmer gezählt.
Die Einnahmen der Fernsehlotterie wuchsen immer weiter, so dass die Millionen-Erlöse schließlich in geordneter Art und Weise und nach bestimmten Förderrichtlinien an soziale Projekte vergeben werden mussten. Dazu wurde 1967 die Stiftung des privaten Rechts Deutsches Hilfswerk mit Sitz in Hamburg gründete. Der Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland hat die Schirmherrschaft über diese Stiftung übernommen. Initiatoren der Stiftung waren der Norddeutsche Rundfunk als federführende Rundfunkanstalt der ARD und die Bundesvereinigung der kommunalen Spitzenverbände, zu dem der Deutsche Städtetag, der Deutsche Städtebund, der Deutsche Landkreistag und der Deutsche Gemeindetag gehören. Die Stiftung dient der Verteilung des Reinerlöses der ARD-Fernsehlotterie unter allen Altersgruppen in allen Regionen Deutschlands. Das Deutsche Hilfswerk und die ARD-Fernsehlotterie sind organisatorisch eng verbunden. Inzwischen fördert die ARD-Fernsehlotterie über das Deutsche Hilfswerk auch Senioren- und Behinderteneinrichtungen, Hospize, heilpädagogische und Reha-Einrichtungen, Sozialstationen sowie soziale Träger der Kinder- und Jugendhilfe u.a.m. Im Kuratorium und im Vorstand des Deutschen Hilfswerks sind neben der ARD, den kommunalen Spitzenverbänden, dem Senat von Berlin und dem Senat der Freien und Hansestadt Hamburg auch Vertreter der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege vertreten. Sie alle wirken an den Entscheidungen zur Förderung sozialer Projekte und Maßnahmen mit.
Seit 1971 unterstützten viele deutsche Städte die ARD-Fernsehlotterie. Unter dem Motto „Ein Platz an der Sonne“ organisieren sie Flohmärkte und Prominenten-Fußballspiele, veranstalten Konzerte und Straßenfeste. Den Auftakt hierzu machte die Stadt Wolfsburg.
Im Jahr 1989 wurde die Fernsehlotterie unter dem Namen "Die Goldene 1" erstmals das ganze Jahr über durchgeführt. Moderator der Sendung war zunächst bis 1996 Max Schautzer, von 1996 bis 2002 dann Ingo Dubinski, ein früherer Moderator aus dem Jugendprogramm des DDR-Fernsehens. In Januar 2003 wurde der Name "Die Goldene 1" wieder durch den ursprünglichen Titel ARD-Fernsehlotterie "Ein Platz an der Sonne" ersetzt. Der Showmaster Frank Elstner übernahm die öffentliche Rolle des Botschafters der ARD-Fernsehlotterie und moderierte die NDR-Show zur ARD-Fernsehlotterie "Einfach Millionär!" im Ersten. Im Jahr 2006 feiert die ARD-Fernsehlotterie ihr 50-jähriges Jubiläum, sie ist damit die traditionsreichste Fernsehlotterie der Welt.
Lieder der ARD-Fernsehlotterie
Die ARD-Fernsehlotterie wurde anfangs nur über eine Zeit von meist vier Monaten veranstaltet. Dabei gab es eine Auftaktveranstaltung und eine Schlussveranstaltung mit der Hauptziehung. Dazwischen fanden die Wochenziehungen und sonstigen Veranstaltungen statt. Die Lotterie wurde jährlich von einem Lied der ARD-Fernsehlotterie begleitet, das die Sendungen und Veranstaltungen der Lotterie repräsentieren sollte. Die Lieder nahmen im weitesten Sinne die Thematik der Lotterie auf. Jährliche Lieder gab es zunächst bis 1989. Zumeist von bekannten Schlagersängern gesungen , wurden die Titel teilweise zu großen Erfolgen für ihre Interpreten.
Seit 1989 wird die Lotterie das ganze Jahr veranstaltet und es gab monatlich eine Sendung unter der Bezeichnung Die Goldene 1 im ARD-Programm. In dieser von Moderator Ingo Dubinski (davor Max Schautzer) geleiteten Sendung traten Künstler der Unterhaltungsbranche in einer Hitparade auf. Ein besonderes Lied der ARD-Fernsehlotterie gab es daher nicht mehr. 1999, 2001 und 2003 wurde die Tradition der Lieder jedoch wieder neu belebt. Im Jahr 2003 wurde das Lied anlässlich einer Galaveranstaltung von den Zuschauern im ARD-Fernsehprogramm unter mehreren Wettbewerbstiteln ausgewählt.
Übersicht
| Jahr | Titel | Interpret |
|---|---|---|
| 1958 | Kleine Leute, große Reise | Schöneberger Sängerknaben |
| 1959 | Hätt ich doch einen Wagen | Frank Forster |
| 1960 | Ich fahr' mit dir und du mit mir | Maria und Franco Duval |
| 1961 | Mach's doch so wie Aladin | Willy Hagara |
| 1962 | Fortuan-Melodie | Orchester Bela Sanders |
| 1963 | Junge Herzen haben Sehnsucht | Bully Buhlan und die Schöneberger Sängerknaben |
| 1964 | Bald klopft das Glück auch mal an deine Tür | Gerhard Wendland |
| 1965 | Miteinander, füreinander | Lawrence Winters |
| 1966 | So schön, so leicht, kann unser Leben sein | Vico Torriani |
| 1967 | Schmiede dein Glück | Lolita |
| 1968 | Deine Welt, meine Welt | Freddy Quinn |
| 1969 | Wie schön ist diese Welt | Anneliese Rothenberger |
| 1970 | Ich hab geträumt, das Glück kam heut zu mir | Roy Black |
| 1971 | Zeig mir den Platz an der Sonne | Udo Jürgens |
| 1972 | Hans im Glück | Mireille Mathieu |
| 1973 | Aber deine Ruhe findest du nicht mehr | Reinhard Mey |
| 1974 | Der Weg zum Glück ist frei | Olivia Molina |
| 1975 | Das ganz große Glück | René Kollo |
| 1976 | Ein Lied für alle, die einsam sind | Udo Jürgens |
| 1977 | Du bist mein Hauptgewinn | Rudi Carrell |
| 1978 | Schalt mal dein Herz auf Empfang | Michael Schanze |
| 1979 | Zweimal Glück und zurück | Salvatore Adamo |
| 1980 | Ist das nichts? | Udo Jürgens |
| 1981 | Mach dir das Leben doch schön | Tony Marshall |
| 1982 | Und die Sonne wird wieder scheinen | Karel Gott |
| 1983 | Sonnenschein - Glücklichsein | Heino |
| 1984 | Worauf wartest du? | Freddy Quinn |
| 1985 | Gib dem Glück eine Chance | Heinz Schenk |
| 1986 | Mensch sag doch einfach "Na und" | Katja Ebstein |
| 1987 | Unser Land | Marianne und Michael |
| 1988 | Lasst uns singen | Fischer-Chöre |
| 1999 | Ganz weit vorn | Roland Kaiser |
| 2000 | You're welcome | Billie Fleck |
| 2001 | Ein Platz an der Sonne | Die Jungen Tenöre |
| 2003 | Das Lied vom Glück | Johannes Kalpers |
Weblinks
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