Das Kefk Network Wiki befindet sich im Testbetrieb.
AGSHP
Aus Kefk.
AGSHP ist die Abkürzung für Ausbildungsgerät Schießsimulator Handwaffen/Panzerabwehrhandwaffen. Es handelt sich dabei um einen Schießsimulator, hergestellt von der in Deutschland ansässigen Thales Elektronik Systeme GmbH, einer Tochtergesellschaft des Rüstungshersteller Thomson CSF (Thales Group), mit dessen Hilfe dem Soldaten der sichere Umgang mit den Handwaffen der Bundeswehr vermittelt werden kann, ohne dazu auf die Schießbahn gehen zu müssen. Aufgrund der Unterbringung in einer Halle ist die Ausbildung wetterunabhängig und durch die Unabhängigkeit von Munition erheblich günstiger als der scharfe Schuss. Die Ausbildung am AGSHP kommt vor allem in der Grundausbildung zur Anwendung, wo den Rekruten ein erstes Gefühl für die verschiedenen Waffen vermittelt werden soll. Den scharfen Schuss selbst kann das AGSHP nicht ersetzen, obwohl durch die verwendete Technik ein ziemlich realistischer Eindruck vom Schießen erzeugt wird.
Inhaltsverzeichnis |
Technik
Grundlage der Anlage ist ein Personal-Computer, an den vier Projektoren angeschlossen sind. Diese werfen ihr Bild auf eine Leinwand, die die Schützen über einen Kollimatorspiegel sehen. Dadurch wird ein realistisches Entfernungsgefühl erzeugt. Darstellbar sind einzelne Schießbahnen mit den verschieden Bundeswehr-Zielscheiben oder ganze Landschaften ebenso wie Anlagen und Einrichtungen der Bundeswehr (Fliegerhorste, Schiffe und Hafenanlagen). Es können neben feindlichen Soldaten oder Klappfallscheiben ebenso alle möglichen Fahrzeuge dargestellt werden. Das Szenario wird im Prinzip wie ein Computerspiel-Level geladen und kann an verschiedene Umwelt- und Lichtbedingungen angepasst werden. Anhand eines in jeder Waffe eingebauten Lasers kann der Computer ermitteln, wohin der Schütze die Waffe ausrichtet. Bei Schussabgabe wird der simulierte Schuss berechnet und die Trefferwirkung ggf. im Bild angezeigt. Zur Erhöhung der Realität sind die Waffen mit einem Druckluftsystem ausgerüstet, das an einen Kompressor angeschlossen ist und bei Schussabgabe den Rückstoß relativ gut simuliert. Außerdem ermöglicht die Druckluft das halb- und vollautomatische Schießen. Ebenso wird der Geschossknall sowie weiterer Gefechtslärm über Lautsprecher wiedergegeben. Der Bediener hat jederzeit die Möglichkeit, sich Daten über alle Waffen anzeigen zu lassen und ins Geschehen einzugreifen (Munitionsfreigabe, Übungsunterbrechung, ...)
Möglichkeiten
- Individuelles Schieß-Training des Einzelschützen auf unterschiedliche Entfernungen und Ziele
- Gefechtsschießen der kleinen Kampfgemeinschaft in unterschiedlichen Geländeformen und Bedrohungssituationen.
- Gleichzeitige Verwendung verschiedener Handfeuerwaffen
- Gefahrlose Ausbildung ohne Sicherheitsrisiken
Die verwendeten Waffen ähneln ihren Vorbildern im Hinblick auf Aussehen, Gewicht und Handhabung sehr gut. Sie besitzen alle einen Anschluss für das Druckluftsystem und ein Datenkabel für Laser und Sensoren. Folgende Waffen können simuliert geschossen werden:
- Pistole P1
- Pistole P8
- Gewehr G3
- Gewehr G36
- Granatpistole
- Maschinenpistole
- Maschinengewehr MG3
- Panzerfaust
- Scharfschützengewehr G22
Aufgrund der Vielzahl an Sensoren, die in den Waffen untergebracht sind, können folgende Werte ermittelt und graphisch dargestellt werden:
- Haltepunkt (Einpendeln auf das Ziel)
- Anpressdruck der Schulterstütze
- Verkantung der Waffe nach links oder rechts
- Abzugsposition
- Magazin vorhanden/Magazinwechsel durchgeführt
- Rohrwechsel für das MG3
- Simulation von Ladehemmungen / verkeilten Patronen
Damit können viele Ziel- und Haltungsfehler erkannt und behoben werden.
Das AGSHP kann außerdem problemlos auf neue Waffentypen erweitert werden.
Versionen
Das AGSHP gibt es inzwischen in der zweiten Version. Diese bietet unter anderem eine wesentlich verbesserte Darstellung in 3D gegenüber der ersten Version, welche eher zweidimensional arbeitete. Dieses Gerät ermöglicht auch die Simulation von Bewegung, (wobei die Bewegung vorprogrammiert ist und automatisch abläuft) und das Verwenden mehrerer Waffen je Schütze. Außerdem ist Dank der gestiegenen Rechenleistung der Personalcomputer nur noch ein PC, statt vorher fünf nötig. Auch die Bedienoberfläche läuft mittlerweile zeitgemäß unter einem graphischen Windows-NT-Betriebssystem. Zur Zeit ist eine dritte Version in Arbeit, welche u.a. die grafische Ausgabe realer wirken lassen soll.
Weblinks
- Webseite des Herstellers Thales-Elektronik (englisch)
- Beschreibung des Simulators auf der Seite der Reservistenkameradschaft Gammertingen
| Dieses Dokument entstammt in seiner ersten oder einer späteren Version der deutschsprachigen Wikipedia. Es ist dort zu finden unter dem Stichwort AGSHP, die Liste der bisherigen Autoren befindet sich in der Versionsliste; die Originalfassung kann dort auch bearbeitet werden. Alle Texte der Wikipedia und ihre Derivate stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. |
