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AG Weser

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Die Aktien-Gesellschaft "Weser" (umgangssprachlich oft nur AG Weser genannt) war eine Schiffswerft in Bremen. Sie wurde 1843 gegründet und 1983 geschlossen. In beiden Weltkriegen hatte sie großen Anteil am Bau von U-Booten. Es wurden aber auch zahlreiche Fracht- und Passagierschiffe gebaut.

Die AG Weser entstand 1872, als das 1843 gegründete Unternehmen Waltjen & Leonhard in eine Aktiengesellschaft umgewandelt wurde. Zuvor hatte Waltjen & Leonhard bereits Dampfschiffe und Baggerschiffe gebaut. Die Werft erhielt viele Aufträge der Kaiserlichen Marine und spezialisierte sich 1883 auf Torpedoboote.

1905 zog die Werft nach Gröpelingen auf einen größeren Bauplatz. Dadurch konnten auch größere Kriegsschiffe gebaut werden. Bis zum Ersten Weltkrieg wurden zudem etwa 40 Fracht- und Passagierschiffe gebaut.

Während des Ersten Weltkrieges wurden ausser einigen zivilen Schiffen insgesamt 96 U-Boote fertiggestellt. Nach dem Weltkrieg wurde die sogenannte Werften-Konzentration durchgeführt, welche die AG Weser mit acht anderen Werften zur Deutschen Schiffs- und Maschinenbau Aktiengesellschaft (DeSchiMAG) zusammenfasste.

1926 wurde im Auftrag des Norddeutschen Lloyds ein Schnelldampfer gebaut, der eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 27 Knoten laufen sollte. Die Bremen holte am 23. Juli 1929 das Blaue Band. Die Jahre vor dem Zweiten Weltkrieg waren wirtschaftlich schwierig; es wurden nur wenige Schiffe gebaut und teilweise wurden Flugzeuge auf der Werft repariert. 1935 wurden vier Zerstörer und acht U-Boote gebaut.

Im Zweiten Weltkrieg wurden dann nur noch Kriegsschiffe und insgesamt 146 U-Boote gebaut. Die U-Boote waren hauptsächlich Boote der Typen IX (Überseeboote) und XXI (Elektroboote). Im Oktober 1944 wurde die Werft bei Bombenangriffen so schwer beschädigt, dass nicht mehr gebaut werden konnte. Unter den 20.000 Werftarbeitern waren fast ein Fünftel Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene, 1944 kamen zudem noch 1.500 KZ-Häftlinge aus dem KZ Neuengamme hinzu.

Nach dem Krieg sollte die Werft zerlegt und der Sowjetunion übergeben werden. Die Demontage wurde jedoch verhindert, sodass ab 1949 wieder Schiffe repariert werden konnten. 1951 wurden die Schiffsbaubeschränkungen aufgehoben und es wurden unter anderem sechs große Tanker gebaut. Ab 1963 war es mit dem Ausbau der Werft möglich, Schiffe bis zu einer Größe von 150.000 tdw zu bauen.

In den folgenden Jahren wurde die Werft immer weiter ausgebaut, was zur Folge hatte, dass viele Großtanker in Auftrag gegeben wurden. Der letzte Ausbau in den frühen siebziger Jahren vergrößerte die Werft so, dass sie Schiffe bis zu 650.000 tdw (tons dead weight - Ladegewicht, 1tdw = 1 t) hätte bauen können. Durch die Ölkrise 1974 kam es aber nicht mehr dazu, da keine weiteren Tanker mehr gebraucht wurden.

Nach langen, schließlich gescheiterten Verhandlungen und einer Besetzung der Werft durch die Arbeiter, die für einen Erhalt der Werft kämpften, wurde die AG Weser am 31. Dezember 1983 geschlossen.

Die Bremer und Bremerinnen nennen oder nannten die AG Weser auch umgangssprachlich "Use Akschen", also "Unsere Aktien(gesellschaft)". Die damalige Verbundenheit der Bürger und Bürgerinnen mit der AG Weser wurde damit unterstrichen und zeigt sich noch heute im Stadtteil Gröpelingen.

Auf dem Gelände der AG Weser befinden sich heute der Space Park Bremen und die Veranstaltungshalle Pier 2.

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Koordinaten: 53° 6' 45" N, 8° 44' 55" O

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