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688 Attack Sub

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688 Attack Sub
Entwickler: John W. Ratcliff
Verleger: Electronic Arts
Publikation: 1988
Plattform(en): PC (MS-DOS, Sega Mega Drive, Commodore Amiga)
Genre: Marinesimulation
Spielmodi: Einzelspieler, Mehrspieler
Steuerung: Tastatur, Maus
Systemminima: 5 MHz Prozessor
384 KB RAM
MS-DOS ab 4.0
VGA/MCGA/EGA/CGA/Hercules
Medien: 1 Diskette 5.25" oder 3.5"
Sprache: Englisch
Altersfreigabe: PEGI:
Keine
Klassifizierung
USK:
Bild:USK12.svg
Wikipedia
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688 Attack Sub ist eine U-Boot-Simulation des amerikanischen Herstellers Electronic Arts aus dem Jahre 1988. Es erschien zunächst für PC, Commodore Amiga und wurde 1991 auch für Sega Mega Drive umgesetzt.

Das Spiel wurde von John W. Ratcliff programmiert und gilt nicht nur als Genre-Klassiker, sondern stellte auch die erste realistische Simulation eines Atom-U-Bootes dar.

Inhaltsverzeichnis

Spielinhalt

Der Spieler stellte sich als Kommandant eines Atom-U-Bootes entweder an die Seite der amerikanischen oder der sowjetischen Marine. Er befehligte entweder die titelgebende USS Los Angeles (SSN-688) oder die USS Dallas (SSN-700), beides U-Boote der Los-Angeles-Klasse, oder ein sowjetisches U-Boot der Alfa-Klasse. Die Waffen dieser U-Boote waren Torpedos, Anti-Schiff-Raketen, Cruise Missiles und Täuschkörper.

In seiner Funktion als Kommandant wurde der Spieler auf unterschiedliche Missionen geschickt. Seine Befehle erhielt er nach Eingabe eines Sicherheitscodes (als Kopierschutz für das Spiel) über einen Funkschreiber. Anschließend steuerte er von den wichtigsten Stationen (Ruderstand, Waffentafel, Sonarraum etc.) aus das U-Boot und versuchte, die Mission zu erfüllen. Erstmalig wurde dabei auf eine realistische Umsetzung tatsächlicher moderner Unterwasser-Kriegsführung Wert gelegt: Der Spieler musste vorrangig dafür sorgen, dass Sonardaten in ausreichender Menge vorhanden waren, um ein klares Bild der Lage um das U-Boot zu schaffen. Gerade im Bereich der Ortungsmethoden standen ihm allerlei Hilfsmittel zu Verfügung: Passivsonar für verschiedene Frequenzbereiche, Aktivsonar, Schleppsonar, Periskop. Gleichzeitig musste der Spieler auch die Sicherheit seines eigenes eigenen U-Bootes bedenken und nicht zu auffällig bzw. lärmintensiv vorzugehen.

Auch die Missionen boten viele Innovationen: Während frühere Simulationen wie Silent Service meistens dem Spieler das Ziel setzten, möglichst viele Feindschiffe zu versenken, wurde in 688 Attack Sub differenzierter vorgegangen. Die Aufgaben umfassten z.B. die unerkannte Beschattung feindlicher U-Boote oder den Schutz des zivilen Frachtverkehrs, aber auch klassische Versenkungsaufgaben. Jedes Szenario ließ sich sowohl auf Seiten der USA als auch der UdSSR spielen. Die PC-Version bot dabei auch die Möglichkeit, zwei Spieler in verteilten Rollen über Modem gegeneinander spielen zu lassen.

Technik

688 Attack Sub griff alle damals vorhandenen Grafikformate auf, mit 256 dargestellten Farben war davon die VGA-Version technisch am höchsten entwickelt. Das Spiel wurde die meiste Zeit über die verschiedenen Instrumente und die Schalttafel des U-Bootes gesteuert. Die "Außenwelt" wurde über die taktische Karte, das Periskop und eine Echolotansicht gezeigt. Dennoch war diese spärliche Präsentation ausreichend genug, um eine spannende Atmosphäre aufzubauen, zumal im Alarmfall auch sämtliche Bildschirme rot eingefärbt wurden, wie es dem Publikum zu dieser Zeit aus einschlägigen Filmen (z.B. Das Boot, Jagd auf Roter Oktober) bekannt war.

Die Soundeffekte wurden über Systemlautsprecher, AdLib oder Covox Speech Thing wiedergegeben und repräsentierten die unumgänglichen Sonar-"Pings", Feuer und Explosionsgeräusche. Als besonderes Feature konnte der Spieler auch im Sonarraum die Sonarsignatur des angewählten Ziels anhören und auf ihren Typ (Schiff/U-Boot/Lebewesen/Torpedo) analysieren lassen. An Musik existierte nur eine dramatische MIDI-Titelmelodie. Eine Sprachausgabe existierte erst in der Mega Drive-Umsetzung, zuvor meldeten sich die Offiziere und Ingenieure per Bild- und Texteinblendung zu Wort.

Das Spiel bot ebenfalls den schon beschriebenen Mehrspielermodus per Direktwahl über die Telefonleitung.

Rezeption

688 Attack Sub blieb für lange Zeit in seinem Genre unerreicht. Das '94er Sequel SSN-21 Seawolf stellt lediglich eine technische Überarbeitung des Spiels dar, und auch bei Rezensionen der weiteren Nachfolger wurde immer wieder auf das Originalspiel Bezug genommen, Dabei wurden allerdings entweder die mangelnden Innovationen beklagt, oder der Einwand erhoben, dass die Auswalzung des Spielprinzips auf mühsame und komplizierte Detailarbeit wie z.B. "Target Motion Analysis" (TMA) oder Sonarbedienung den Spielspaß gegenüber 688 Attack Sub schmälern würde.

Nachfolger

688 Attack Sub hat bis heute vier Nachfolger bekommen:

SSN-21 Seawolf und Jane's 688(i) Hunter/Killer erschienen bei Electronic Arts und wurden offiziell als Nachfolger des Originals von 1988 beworben. 688(i) bot eine recht moderne 3D-Grafik für Außenansichten und wurde inhaltlich noch komplexer und vielschichtiger. Nachdem EA's Jane's-Sparte im Jahr 2000 eingestellt wurde, gründeten die Entwickler von 688(i) das Entwicklungsstudio Sonalysts Combat Simulations und veröffentlichte in der Folgezeit Sub Command und Hostile Waters. Beide Spiele nutzen eine überarbeitete Version der 688(i)-Engine.

Trivia

  • Um die Atmosphäre auf dem sowjetischen U-Boot realistischer zu gestalten, wurde für sämtliche englischen Texte ein Pseudo-Kyrillisches Alphabet verwendet, was dann z.B. so aussah: ЗSTAЪLISЖIИБ SATЗLLITЗ ЦРLІИК (Für "establishing satellite uplink"). In der Mega Drive-Version wurden tatsächlich alle Texte ins Russische übersetzt.
  • Der Bildschirm für Schadensmeldungen zeigte auf der Los Angeles einen Seitenriss des U-Bootes. Auf dem Alfa-Boot dagegen war kein Seitenriss zu sehen, da offenbar während des Kalten Krieges in den USA in zivilen Kreisen keinerlei Informationen über das tatsächliche Aussehehn der Alfa vorhanden waren. Erst die Mega Drive-Version von 1992 behob diesen Informationsmangel, zeigte dabei aber auch Fehler: So hatte das dargestellte Alfa-Boot drei statt nur einem Propeller.
  • Die Nachbildung des sowjetischen Sonarcomputers trägt eine mit CCCP (kyrillisch: SSSR) überklebte Plakette: Toshiba/Made in Japan. Dies spielt auf einen politischen Skandal Anfang der 1980er Jahre an: Toshiba hatte an die UdSSR Präzisionsfräsen geliefert, welche im U-Bootbau zur Herstellung modernener kavitationsarmer Propeller benutzt wurden. Die US-Regierung war darüber sehr verstimmt, zumal diese Fräsen unter anderem zur Produktion der auf der Akula-Klasse verbauten Schrauben eingesetzt wurden.
  • Das sowjetische Boot der Alfa-Klasse wird in Missionsbeschreibungen stets als "PLA Leninskii Komsomol" bezeichnet. Tatsächlich hatten sowjetische U-Boote gar keine Eigennamen, sondern wurden einem Buchstaben und einer Nummer bezeichnet, beispielsweise K-219. Eine einzige Ausnahme bildete die reale "Leninski Komsomol" (K-3), das erste Atom-U-Boot der Sowjetunion. Darüber hinaus haben die U-Boote der russischen Marine nach 1992 Eigennamen enthalten, beispielsweise Kursk. PLA als Abkürzung für Podwodnaja Lodka Atomnaja (entsprechend dem amerikanischen SSN) wurde niemals im direkten Zusammenhang mit einem konkreten Schiff genannt.

Weblinks

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