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2. Sinfonie (Bruckner)
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Entstehung
Als Bruckner 1868 nach Wien kam, um sein Amt am Konservatorium (Professor für Harmonielehre und Kontrapunkt) als Nachfolger des berühmten Simon Sechter, anzutreten, war er sehr verschreckt von dieser sich im Umbruch befindenden Metropole. In dieser Zeit reiste er auch nach England und Frankreich, um als Orgelvirtuose aufzutreten, was ihm großen Erfolg einbrachte. Den ersten Satz der 2. Sinfonie skizzierte Bruckner wohl Anfang Oktober 1871, bereits am 11. Oktober begann er mit der Niederschrift. Nach einigen Unterbrechungen (f-Moll Messe) stellte er die Sinfonie während eines Sommeraufenthaltes in St. Florian fertig.
Allgemeines
Wie so oft in Bruckners Schaffen, wurde die Sinfonie gleich abgelehnt, sie sei zu schwierig und unspielbar, hieß es von seiten der Philharmoniker in Wien. Auch eine Kürzung von 20 bis 40 Takten brachte nicht den gewünschten Erfolg. Franz Liszt, der auch bei einer Probe anwesend war, soll von der Sinfonie begeistert gewesen sein und auch einige der Musiker stellten sich hinter Bruckner, was aber nichts nützte. Als er eine überarbeitete Version 1877 zur Uraufführung brachte, war er damit eigentlich nicht zufrieden, worauf er sie noch einmal durchsah. Die heute meist gespielte Fassung ist die letztgültige, bearbeitet vom Ersteller der Anton Bruckner-Gesamtausgabe, Leopold Nowak.
Das Werk
1. Satz: Moderato
Erstmals eröffnet Bruckner eine Sinfonie mit den typischen Tremoli der Streicher. Das erste Thema ist geprägt von Chromatik und Modulation, es ist zunächst nur zweitaktig. Aus diesen zwei Takten entwickelt sich aber ein ganzer Komplex, der durch mehrere Instrumentengruppen vorgetragen wird. Das zweite Thema ist, wie üblich, ein ländlich-ruhiges Thema, vorgetragen von den hohen Streichern, über ein Pizzicato der Bässe. Das dritte und letzte Thema - auch das ist für Bruckner typisch - ist ein Unisono-Thema über einem Streicherostinato. Vor der Reprise verharrt Bruckner in Generalpausen.
2. Satz: Andante. Feierlich, etwas bewegt
Im Andante zitiert sich Bruckner selbst, nämlich aus dem Benedictus der f-Moll Messe. Der Satz ist ein Rondo und hat, wohl auch durch die Zitate, einen sehr religiösen Charakter. Erstmals zeigt sich hier Bruckners charakteristische Formanlage des langsamen Satzes A-B-A'-B'-A.
3. Satz: Scherzo. Mäßig schnell - Trio. Gleiches Tempo
Das Scherzo stand in der Urfassung noch vor dem Andante (siehe Beethovens IX. Sinfonie). Aus sehr kleinen musikalischen Elementen besteht dieser Satz, der mit "roher Gewalt" (Orchester Tutti - c-Moll Klang) endet. Das Trio ist, wie üblich, von idyllischem Charakter.
4. Satz: Finale. Mehr schnell
Das erste Thema entfaltet sich vom Anfang (piano) in ständiger Steigerung und crescendo, bis in Takt 33 der erste Höhepunkt erreicht ist. Das zweite Thema wirkt wie ein krasses Gegenstück zu diesem „Vulkan-Thema“. Nach einem weiteren Ausbruch des Hauptthemas, setzt nach einer Generalpause ein Choral als drittes Thema ein, welcher der f-Moll Messe entnommen ist. Der Satz ist ein Sonatensatz mit Rondo-Elementen. Am Ende erscheint wieder das Thema aus dem ersten Satz, was für Bruckner auch typisch wird.
Literatur
Renate Ulm (Hrsg.): Die Symphonien Bruckners. Entstehung, Deutung, Wirkung (Taschenbuch), Bärenreiter, ISBN 3761815905
f-Moll Symphonie (Studiensinfonie) | 1. Symphonie c-Moll | Nullte Symphonie d-Moll | 2. Symphonie c-Moll | 3. Symphonie d-Moll | 4. Symphonie Es-Dur (Romantische) | 5. Symphonie B-Dur | 6. Symphonie A-Dur | 7. Symphonie E-Dur | 8. Symphonie c-Moll | 9. Symphonie d-Moll |
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