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1. FFC Turbine Potsdam

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Turbine Potsdam
Bild:TurbinePotsdam.jpg
Voller Name 1.Frauenfußballclub
Turbine Potsdam
Spitzname(n)Tor-Bienen
Gegründet1. April 1999
StadionKarl-Liebknecht-Stadion
Plätze9.254
PräsidentGünter Baaske
TrainerBernd Schröder
AdresseAm Luftschiffhafen 02
14471 Potsdam
Homepagewww.ffc-turbine.de/
LigaFußball-Bundesliga (Frauen)
2005/061. Platz
Trikotfarben Trikotfarben Trikotfarben
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Trikotfarben
 
Heim
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Dieses Dokument entstammt in seiner ersten oder einer späteren Version der deutschsprachigen Wikipedia. Es ist dort zu finden unter dem Stichwort 1._FFC_Turbine_Potsdam, die Liste der bisherigen Autoren befindet sich in der Versionsliste; die Originalfassung kann dort auch bearbeitet werden. Alle Texte der Wikipedia und ihre Derivate stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.
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Auswärts
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Der 1. FFC Turbine Potsdam (eigentlich 1. Frauenfußballclub Turbine Potsdam 71 e.V.) ist ein Fußballverein aus Potsdam. Er ging aus der am 3. März 1971 innerhalb der BSG Turbine Potsdam gegründeten Frauenfußballmannschaft hervor. Als eigenständiger Verein existiert der 1. FFC Turbine Potsdam seit dem 1. April 1999. Die Farben des Vereins sind blau-weiß.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

1971 – 1978: Aller Anfang ist schwer

Am 31. Dezember 1970 wird Bernd Schröder, Mitarbeiter des VEB Energieversorgung, vom Direktor zur Planungskommision beordert. Auf dem Weg zum Büro erblickte er an der Wandzeitung einen sonderbaren Zettel:

"Gründen Frauen Fußball Mannschaft. Bitte melden. 3. März 1971. 18 Uhr. Klubhaus Walter Junker.
BSG Turbine Potsdam, Sektion Fußball"

Schnell wurde dieser Zettel im gesamten Betrieb zum Gesprächsthema, da niemand wusste, wer diesen Zettel überhaupt aufgehangen hat.[1]

Am besagten 3. März 1971 war das Klubhaus voll mit Frauen und ein paar ratlosen Funktionären. Der zufällig anwesende Bernd Schröder entschloss sich, das Traineramt zu übernehmen. Am nächsten Tag stand das erste Training auf dem Programm. Am 25. Mai 1971 trug die Mannschaft bei Empor Tangermünde ihr erstes Spiel aus, welches die Turbinen mit 3:0 gewannen. Ein Jahr später wurde erstmals eine Bezirksmeisterschaft ausgespielt, die Turbine überlegen für sich entscheiden konnte. Schröder war ständig auf der Suche nach talentierten Spielerinnen. Dabei konzentrierte er sich nicht nur auf Spielerinnen anderer Vereine, sondern auch auf Leichtathletinnen, die mangels Persepktive oder aus anderen Gründen von den Kaderschmieden aussortiert wurden. Da Schröder mittlerweile eine gehobene Position innerhalb des VEB inne hatte konnte er im Handumdrehen Arbeitsplätze und Wohnungen besorgen.

Geld war zu dieser Zeit ebenfalls sehr knapp. Die Spielerinnen mussten teilweise die Trikots selber besorgen und die Vereinsembleme selber annähen. So kam es vor, dass das Turbine-Wappen auf einigen Trikots links, in der Mitte oder rechts angebracht war.

1979 – 1990: Meisterschaften und gefälschte Briefe

Trainer des 1. FFC Turbine Potsdam
Zeitraum Name
1971-1992 Bernd Schröder
1992-1993 Peter Raupack
1993-1994 Frank Lange
1995 Sabine Seidel
1995-1997 Lothar Müller
1997 Eckart Düwiger
seit 1997 Bernd Schröder

1979 wurde erstmals eine "Bestenermittlung" im DDR-Frauenfußball ausgespielt. Die BSG Turbine ging als Favorit in die Ausscheidungsspiele. Doch Turbine verpasste das Finalturnier. Auch die zweite Bestenermittlung fand ohne die Turbinen statt und Schröder geriet immer mehr unter Druck. Die Bestenermittlung 1981 sollte in Potsdam stattfinden. Falls sich Turbine wieder nicht qualifizieren sollte stand Schröder zur Disposition. Akribisch gestaltete der Trainer die Vorbereitung. Fünf Trainingseinheiten pro Woche wurden angesetzt, dazu ein Trainingslager an der Ostsee. Mit Ach und Krach qualifizierte sich die Mannschaft für das Finalturnier.

Ungeschlagen und mit nur einem Gegentor beendeten die Turbinen das Turnier als Sieger. Pro Spielerin gab es eine Prämie von 50 Ostmark und Schröder wurde der "Aktivist der sozialistischen Arbeit" verliehen.[2] In den folgenden Jahren eilten die Turbinen von Sieg zu Sieg und gewannen auch 1982 und 1983 die Bestenermittlung. In der DDR fanden sich nur noch wenige gleichwertige Gegner. Auch im Ausland haben sich die Erfolge der Turbinen herumgesprochen und die Mannschaft erhielt Einladungen für Turniere aus den Niederlanden und Italien. Diese Einladungen kamen aber nie in Potsdam an. Die Sportfunktionäre untersagten den Freizeitsportlerinnen Reisen ins kapitalistische Ausland.

Mit einer List erschlich sich Schröder die erste Auslandsreise für seine Mannschaft. Er bat den ungarischen Veranstalter, auf der Einladung einfach die Teilnehmerliste zu ändern. Statt dem USC Landhaus Wien und Dinamo Zagreb standen nun Levski Sofia und Sparta Prag auf der Liste. Der Trick funktionierte und Turbine durfte fahren. Allerdings wurde die Mannschaft von einem Parteifunktionär begleitet. Der durchschaute das Spiel und Schröder wurde nach der Rückkehr für ein Jahr international gesperrt. Nach Ablauf der Sperre erhielt der Verein eine Einladung aus Polen. Diesmal fälschte Schröder höchstpersönlich die Teilnehmerliste um sich eine Reisegenehmigung zu erschleichen. In Breslau angekommen kam es zu einem Eklat, als der mitgereiste Parteifunktionär die Gastgeber aufforderte, die anwesenden Mannschaften aus Westeuropa nach Hause zu schicken. Man einigte sich darauf, dass die Turbinen ein Freundschaftsspiel gegen die Gastgeberinnen austrugen. Schröder durfte nach der Rückkehr zwar Trainer bleiben, aber die Mannschaft wurde bis auf weiteres jede Auslandsreise untersagt.[3]

Nach der sechsten und Letzten DDR-Meisterschaft kam es zu einem Umbruch in der Mannschaft. Zahlreiche Leistungsträgerinnen beendeten altersbedingt ihre Karrieren und Schröder musste die Mannschaft verjüngen. Der Fall der Berliner Mauer hatte auch Kosequenzen für den Sport. Da sich der VEB keine Betriebssportmannschaft mehr leisten konnte wurde am 1. Januar 1990 die BSG in den SSV Turbine Potsdam überführt. Am 5. Januar 1990 gewann Schröders Mannschaft im Rahmen des Berliner Hallenturniers ein Einlagespiel gegen den VfB Lichterfelde. Einen Tag später düpierten die Turbinen die westdeutsche Elite bei einem Turnier in Hagen. Langsam begannen die Westvereine, sich für die Spielerinnen von Turbine zu interessieren. Zu einem Exodus wie bei den Männern kam es aber nicht, da die Westvereine nicht alle Versprechungen hielten. Den Titel konnte Turbine nicht verteidigen. Beide Spiele gegen die BSG Post Rostock gingen verloren und das Endspiel wurde als Gruppenzweiter verpasst. In der Saison 1990/91 ging es um die Qualifikation für die Bundesliga. Nur die zwei erstplatzierten Mannschaften sollten sich qualifizieren. Die Saison schloß der Verein aber nur als Dritter ab und die Turbinen waren erstmals zweitklassig.

1991 – 1997: Krise, Aufstieg, Weichenstellung

Mit drei Punkten Vorsprung auf den 1.FC Lübars wurden die Turbinen Meister der Oberliga Nordost. Die folgende Aufstiegsrunde wurde zu einem Desaster. Am Ende standen die Turbinen mit nur einem Unentschieden gegen den STV Lövenich da. Nach der Saison trat Schröder nach 21 Jahren zurück und übernahm den Managerposten. Zu dieser Zeit plagten finanzielle Sorgen den Verein und das Umfeld. Die Spielerinnen verloren ihre Arbeitsplätze und manchmal wusste der Verein nicht, ob er sich überhaupt die Fahrt zum nächsten Auswärtsspiel leisten konnte. Peter Raupach übernahm ohne großen Erfolg das Traineramt und belegte mit der Mannschaft lediglich den vierten Platz. 1993 holte Schröder Frank Lange zum Verein. Mit ihm kam der Erfolg zurück. In der Winterpause verpflichtete der Verein mit zwei Russinen erstmals ausländische Spielerinnen. Diese erwiesen sich als Volltreffer und Turbine wurde Meister. Nach einem 3:2-Sieg über Wattenscheid 09 konnte bereits nach vier von sechs Spieltagen der Aufstiegsrunde gefeiert werden. Hochkarätige Neuverpflichtungen waren aus finanziellen Gründen nicht drin und so ging der Verein mit viel Optimismus in die erste Bundesligasaison.

Der Auftakt wurde zu einem Debakel: Am ersten Spieltag kam der FC Rumeln-Kaldenhausen ins Karl-Liebknecht-Stadion. Mit 11:0 gewannen die Gäste die Partie. Während der gesamten DDR-Zeit hatte der Verein kein einziges Heimspiel verloren. Es folgten weitere Pleiten im Pokal und in der Liga und die Kritik an Lange wuchs von Spiel zu Spiel. Ende 1994 endete Langes Trainerzeit mit einem Eklat. Vor dem Spiel in Rheine erwähnte Manager Schröder in einem Privatgespräch mit Rheines Trainer Alfred Werner, das Frank Lange bei einer weiteren Niederlage entlassen wird. Dies sprach sich schnell herum und Rheine gewann das Spiel. Auf der folgenden Pressekonferenz passierte zunächst nichts. Schröder nahm nach der Pressekonferenz Lange an die Seite um die Situation unter vier Augen zu besprechen. Umringt von der Presse und den Spielerinnen, die in der Zwischenzeit Wind von der Sache bekamen verkündete Schröder die Trainerentlassung. Aus Protest kündigten einige Spielerinnen an, nicht mehr für Turbine spielen zu wollen.[4]

Die ehemalige Turbine-Spielerin Sabine Seidel übernahm Ende 1994 für den Rest der Saison die auf dem letzten Tabellenplatz stehende Mannschaft. Um die Mannschaft zu verstärken wurden drei weitere russische Spielerinnen geholt. Mit einem Kraftakt schob sich die Mannschaft noch auf den sechsten Tabellenplatz und konnte die Klasse halten. Auch wenn es sportlich mittlerweile besser lief wollten sich die neuen Russinen nicht integrieren und schwänzten ihren Deutschkurs. Zum Saisonende war das Trio wieder in die Heimat geflogen und Turbine brauchte wieder einen neuen Trainer. Über den Mannschaftsbetreuer stellte der Verein Kontakt zu Lothar Müller her. Mit seiner Verpflichtung wurde Turbine auch für (West-)Berliner Spielerinnen interessant, die bisher nur die Nase gerümpft hatten, wenn es um Turbine ging. Die Saison 1995/96 schlossen die Turbinen zwar wieder auf dem sechsten Platz ab, konnten aber die Zahl der Gegentore erheblich senken. Darüber hinaus schlug die Mannschaft den Gruppensieger Grün-Weiß Brauweiler zu Hause mit 3:2.

In der Saison 1996/97 ging es um die Qualifikation für die eingleisige Bundesliga. Nur die ersten vier qualifizierten sich direkt für die neue Klasse und Turbine wollte selbstverständlich dabei sein. Sportlich wurde die Saison zu einer Achterbahnfahrt und am Ende sprang nur der fünfte Platz heraus. Nun ging es in die Relegation, wo Turbine auf Wattenscheid 09, WSV Wolfsburg und Hertha 03 Zehlendorf traf. Am vorletzten Spieltag schaffte die Mannschaft von Lothar Müller durch einen 2:0-Sieg gegen Wattenscheid die Qualifikation für das Oberhaus. Erstmals erreichte der Verein das Halbfinale im DFB-Pokal. Auf eigenem Platz unterlag man dem FC Eintracht Rheine mit 2:3. Wieder begann eine Trainerdiskussion und der Verein beschloss, einen hauptamtlichen Trainer einzustellen. Die Wahl fiel auf Eckart Düwiger, der kurz zuvor beim Spandauer SV entlassen wurde.

1997 – 2005: Der lange Weg zur Spitze

Mit Ariane Hingst konnte der Verein eine Nationalspielerin verpflichten. Die Sache gestaltete sich jedoch sehr schwierig. Hingst musste zu einem Bundesligisten wechseln, wenn sie weiter in der Nationalmannschaft spielen wollte. Mit Hertha Zehlendorf verpasste sie den Aufstieg, Tennis Borussia Berlin stieg aus der Bundesliga ab. Nur sehr widerwillig ging sie in den „Osten“.[5] Hingst wahrte in den ersten Monaten eine gewisse Distanz zu ihren Mannschaftskameradinnen. Die Situation änderte sich, nachdem der Trainer ausgetauscht wurde. Ein Hauptsponsor musste Konkurs anmelden und der Verein konnte sich das Gehalt von Düwiger nicht mehr leisten. Kurzerhand wurde der Vertrag mit dem Trainer aufgelöst und Bernd Schröder übernahm wieder das Training. Schröder ließ die Nachlässigkeiten seiner Nationalspielerin nicht zu und setzte Hingst schon mal auf die Bank, wenn er unzufrieden war. Erst danach näherten sich Hingst und ihre Mitspielerinnen einander an. Im Laufe der Saison kehrte Conny Pohlers vom TuS Niederkirchen zurück. Die erste Saison der eingleisigen Bundesliga beendete die Turbine auf Platz sechs und der langsame Aufstieg begann.

In der Saison 1998/99 wurden die Weichen für die späteren Erfolge gestellt. Am 12. März 1999 versammelten sich die Mitglieder der Frauenfußballabteilung im Klubhaus der MEVAG. Sie beschließen die Loslösung vom SSV Turbine Potsdam und die Gründung eines eigenständigen Vereins unter dem Namen 1. FFC Turbine Potsdam zum 1. April 1999. Sportlich schob sich der Verein auf den vierten Platz vor und erreichte erstmals eine ausgeglichene Bilanz. Während der Saison kam es zu einem legendären 4:4-Unentschieden gegen den 1. FFC Frankfurt. Die Frankfurterinnen führten bereits mit 4:0 bevor die Turbinen das Spiel noch drehten. Mit diesem Spiel begann die Rivalität der beiden Vereine, die auch heute noch andauert. Im Pokal erreichte die Mannschaft zum zweiten Mal das Halbfinale. Beim FCR Duisburg verlor man mit 2:0.

Die letzte Saison im alten Jahrtausend wurde wieder auf Platz vier abgeschlossen. Erstmals wiesen die Turbinen eine positive Bilanz auf und erstmals blieb die Mannschaft im Karl-Liebknecht-Stadion ungeschlagen. Zu Saisonbeginn machte Bernd Schröder Ariane Hingst zum Mannschaftskapitän. Mit diesem riskanten Schachzug wollte Schröder erreichen, das Hingst mehr Verantwortung übernimmt. Dieses Risiko sollte sich in den folgenden Jahren auszahlen. Ebenfalls im Jahr 2000 gewann der Verein die erstmals ausgespielte deutsche Meisterschaft der B-Juniorinnen. Einige dieser Spielerinnen, darunter Viola Odebrecht, schafften in der nächsten Saison den Sprung in die erste Mannschaft, die die Bundesliga aufmischten.

Als die Saison 2000/01 abgepfiffen wurde standen die Turbinen erstmals auf dem zweiten Platz. Turbine war die einzige Mannschaft, gegen die Meister 1. FFC Frankfurt nicht gewinnen konnte. Im Pokal schafften es die Turbinen erneut ins Halbfinale. Gegner war auf heimischen Terrain der FFC Flaesheim-Hillen. Auch nach der Verlängerung waren keine Tore gefallen, so dass die Entscheidung im Elfmeterschießen fallen musste. Hier waren die Gäste aus dem Ruhrgebiet erfolgreicher. Die Vizemeisterschaft sollte kein Einzelfall sein. Schon 2002 konnte der zweite Platz bestätigt werden. Zu Saisonbeginn wurde die Nationaltorhüterin Nadine Angerer von Bayern München verpflichtet und Conny Pohlers wurde mit 27 Saisontoren Torschützenkönigin der Bundesliga. Dafür war im Pokal wieder im Halbfinale Endstation. Beim Hamburger SV unterlagen die Turbinen mit 2:3. Da der HSV in der gleichen Saison aus der Bundesliga abstieg war die Niederlage besonders peinlich. Die Turbinen wollte mehr und so schlug der Verein im Sommer 2002 kräftig auf dem Transfermarkt zu.

Von Bayern München holte man die Torjägerin Petra Wimbersky, aus Brauweiler die Jungnationalspielerin Navina Omilade und aus Aue die hochtalentierte Anja Mittag. Doch zunächst gab es eine weitere Pokalblamage. In der ersten Runde mussten die Turbinen zum Regionalligisten Hamburger SV und verloren mit 2:0. Dafür lief es in der Bundesliga besser und Turbine war mit dem dominierenden 1. FFC Frankfurt auf Augenhöhe. Am letzten Spieltag kam es zum Showdown im Karl-Liebknecht-Stadion. Frankfurt hatte zwei Punkte Vorsprung und Turbine musste gewinnen, um Meister zu werden. Das „Endspiel“ sollte Fußballgeschichte schreiben: 8.000 Zuschauer kamen ins Stadion, ein bis heute unerreichter Rekord. Auch das Fernsehen war vor Ort. Der Hessische Rundfunk und der Ostdeutsche Rundfunk Brandenburg übertrugen die Partie live und konnten zusammen eine halbe Millionen Zuschauer erreichen.[6] Es entwickelte sich eine spannende Partie mit Torchancen auf beiden Seiten. In der 89. Minuten wird Petra Wimbersky mit einem Steilpaß in Richtung Frankfurter Tor geschickt. Der Schuß landet im Tor und im Stadion brach ein stürmischer Jubel aus. Vergebens, denn die Linienrichterin hatte Abseits angezeigt. Wenige Augenblicke später folgte der Abpfiff und Frankfurt wurde zum dritten Mal in Folge Meister.

Turbine startete gut in die Saison 2003/04, die von der WM 2003 in den USA unterbrochen wurde. Vier Turbinen wurden von der damaligen Bundestrainerin Tina Theune-Meyer nominiert: Nadine Angerer, Ariane Hingst, Viola Odebrecht und Conny Pohlers. Die deutsche Nationalmannschaft wurde schließlich Weltmeister. In der Bundesliga eilten die Turbinen von Sieg zu Sieg und blieben schließlich auswärts ohne Niederlage. Im Pokal-Achtelfinale hieß der Gegner wieder einmal Hamburger SV. Eine gewisse Angst machte sich breit und im Spiel selbst führte der HSV lange mit 1:0, ehe Viola Odebrecht mit einem Verzweiflungsschuß den Ausgleich erzielte. In der Verlängerung sorgte Jennifer Zietz für den umjubelten Siegtreffer. In der Winterpause holte Turbine endlich den ersten gesamtdeutschen Titel: Im Finale des DFB-Hallenpokals schlug Schröders Mannschaft den HSV mit 1:0. Nach weiteren Pokalsiegen über Bad Neuenahr und Brauweiler standen die Turbinen erstmals im Pokalfinale. Gegner war der Erzrivale 1. FFC Frankfurt. Von Beginn an bestimmte Turbine das Spiel und kam durch Tore von Conny Pohlers, Jennifer Zeitz und Anja Mittag zu einem 3:0-Sieg.

In der Bundesliga war der Titel ebenfalls zum Greifen nahe. Am vorletzten Spieltag schlug Turbine den FCR 2001 Duisburg mit 3:1 und ging mit einem Punkt Vorsprung auf den 1. FFC Frankfurt ins Saisonfinale. Auch dieses Jahr kam es am letzten Spieltag zum Duell der Giganten. Dieses Mal hatte Frankfurt allerdings Heimrecht. Der amtierende Meister war in einer Krise. Nach dem verlorenen Pokalfinale wurden sie im Final-Rückspiel des UEFA Women's Cup mit 5:0 von Umeå IK regelgerecht vorgeführt. 4.800 Zuschauer füllten das Stadion am Brentanobad, darunter ca. 1.000 Turbinefans. Die Turbinen spielten sich in einen wahren Rausch und führten schon zur Halbzeit mit 3:0. Am Ende stand ein 7:2-Sieg und Potsdam war endlich deutscher Meister.

Deutscher Meister und Pokalsieger 2004
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Freude über den UEFA-Cup

Neben der Titelverteidigung stand in der Saison 2004/05 auch die erstmalige Teilnahme am UEFA Women’s Cup teil. Dieser wurde erstmals mit einem neuen Modus ausgespielt und Turbine musste erst in der zweiten Runde eingreifen. Dort richtete der Verein das Miniturnier aus und startete mit zwei Siegen gegen KS AZS Wroclaw (Polen) und Montpellier HSC (Frankreich). Im letzten Spiel gegen den italienischen Meister Torres Terra Sarda ging es um den Gruppensieg. Nach einem unterhaltsamen 7:5-Sieg wurden die Turbinen Gruppensieger. Im Viertelfinale wartete der russische Vertreter Energy Woronesch. Nach einer abenteuerlichen Anreise kam es in Russland zu einem 1:1. Im Rückspiel machten die Turbinen dann mit einem 4:1-Sieg alles klar. Trondheims-Ørn SK aus Norwegen hieß der Halbfinalgegner. Mit zwei deutlichen Siegen zog Turbine ins Finale gegen den schwedischen Club Djurgårdens IF/Älvsjö. Das Hinspiel in Stockholm wurde durch Tore von Conny Pohlers und Anja Mittag mit 2:0 gewonnen. So konnten die Turbinen locker ins Rückspiel gehen. Etwa 8.700 Zuschauer füllten das Karl-Liebknecht-Stadion und Turbine legte gleich los wie die Feuerwehr. Schnelle Tore von Conny Pohlers und Petra Wimbersky sorgten für eine frühe Führung. Bereits zur Halbzeit stand das Endergebnis von 3:1 fest und Turbine war Europapokalsieger.

Im DFB-Pokal zog die Mannschaft wieder ins Finale ein. Es kam zu einer Wiederholung des Vorjahresendspiels. Wieder hieß der Gegner 1. FFC Frankfurt und wieder ging Turbine mit einem 3:0-Sieg vom Platz. Bereits in der Winterpause konnte Turbine den DFB-Hallenpokal durch einen 5:3-Finalsieg über die Frankfurterinnen verteidigen. Dafür klappte es in der Bundesliga nicht mit der Titelverteidigung. Die Mannschaft musste der Doppelbelastung Europapokal Tribut zollen und wurde nur Dritter.

UEFA Women's Cup-Sieger und Pokalsieger 2005

2005 – heute: Umbruch

Auch wenn die Turbinen den Europapokal gewinnen konnten tippte im Vorfeld der Saison 2005/06 auf die Potsdamerinnen als neuen deutschen Meister. Mit Isabel und Monique Kerschowski holte der Verein lediglich zwei Talente aus Berlin, während sich die Konkurrenz aus Duisburg und Frankfurt ordentlich verstärkte. Frankfurt führte lange Zeit die Tabelle an, ehe die Hessinen nach einer 2:1-Niederlage beim SC Freiburg aus dem Tritt kamen. Dann fuhr Turbine nach Frankfurt und kehrte mit einem 6:2-Sieg heim. Überragende Spielerin war Conny Pohlers, die alleine vier Treffer erzielte. Unmittelbar danach gelang im Heimspiel gegen den FCR 2001 Duisburg ein wichtiger 2:0-Sieg, und das obwohl die Duisburgerinnen die überlegene Mannschaft waren. Insgesamt legte Turbine zum Schluß eine Serie von dreizehn Siegen in Folge hin und holte nach einem 3:1-Sieg beim HSV die zweite gesamtdeutsche Meisterschaft. Conny Pohlers wurde mit 36 Saisontoren zum zweiten Mal Torschützenkönigin.

Im DFB-Pokal hieß die Endspielpaarung zum dritten Mal in Folge Potsdam – Frankfurt. Während die Turbinen in den zwei vorangegangenen Endspielen souverän gewinnen konnnte so war das Endspiel 2006 eine schwere Angelegenheit. Bei strömenden Regen spielten die Frankfurterinnen sehr defensiv und ließen nur wenige Chancen zu. Zehn Minuten vor Spielende wechselte Schröder Isabel Kerschowski ein, die nur wenig später den Führungstreffer erzielte. Frankfurt machte hinten auf und Petra Wimbersky erzielte nach einem Konter den 2:0-Endstand.

Im UEFA Women’s Cup erreichten die Turbinen erneut das Finale. Der Weg dorthin war etwas steiniger. Nach einer erfolgreichen Gruppenphase und zwei Kantersiegen im Viertelfinale gegen Valur Reykjavik (8:1 und 11:1) kam es im Halbfinale zur Neuauflage des Endspiels von 2005. Das Hinspiel verloren die Turbinen auf eigenen Platz gegen Djurgårdens IF/Älvsjö. In Stockholm drehten die Potsdamerinnen dann richtig auf und zogen durch einen 5:2-Sieg ins Finale ein. Dort wartete der 1. FFC Frankfurt. Zum ersten Mal standen damit zwei Mannschaften aus dem gleichen Land im Finale. Im Hinspiel hatte Potsdam Heimrecht. Bei regnerischem Wetter gewann Frankfurt mit 4:0 und ging als haushoher Favorit ins Rückspiel. Obwohl die Chancen von Turbinen gegen Null tendierten spielte die Mannschaft von Bernd Schröder munter mit und es entwickelte sich eine hochklassige Partie. Auch das Rückspiel gewann Frankfurt mit 3:2.

Nach der Saison 2005/06 verließen mit Petra Wimbersky und Karolin Thomas gestandene Bundesligaspielerinnen die Mannschaft. Als Neuzugänge präsentierte Potsdam bis auf die finnische Jungnationalspielerin Essi Sainio nur junge Talente, von denen besonders die sechzehnjährige Bianca Schmidt für Aufsehen sorgte. Der Start in die Saison 2006/07 mißlang völlig. Mit zwei Niederlagen in Essen und gegen Wolfsburg starteten die Turbinen in die Saison. Erst langsam kam die Mannschaft in Fahrt, wurde jedoch durch Heimniederlagen gegen Frankfurt und Duisburg zurückgeworfen. Innerhalb der Mannschaft rumorte es. In der Winterpause verließ Britta Carlson den Verein in Richtung Wolfsburg. Wie vor ihr Petra Wimbersky begründete sie ihren Schritt mit Differenzen zwischen ihr und dem Trainer. Im DFB-Pokal war schon in Runde zwei Endstation. Auch im Europapokal konnten die Erfolge der Vorjahre nicht wiederholt werden. Zunächst mühte sich die Mannschaft in der Gruppenphase mit dem KFC Rapide Wezemaal (Belgien) und dem SV Saestum (Niederlande) ab, ehe man nach einen deutlichen Sieg gegen Sparta Prag doch noch Gruppensieger wurde. Im Viertelfinale schied die Schröder-Elf gegen Brøndby IF aus.

Der März 2007 verlief turbulent. Erst gab Ariane Hingst ihren Wechsel ab 1. April zu Djurgården Damfotboll bekannt. Dann folgten die Wechselankündigungen von Conny Pohlers (zum 1. FFC Frankfurt) und Navina Omilade (zum VfL Wolfsburg). Aufgrund dieses personellen Aderlasses wurde Schröder von Seiten der Fans scharf kritisiert. Schröder ließ sich jedoch nicht beirren und setzte die wechselwilligen Spielerinnen in der Folgezeit nur noch selten ein.

Erfolge

  • UEFA Women's Cup-Sieger 2005
  • UEFA Women's Cup-Finalist 2006
  • Deutscher Meister 2004, 2006
  • Deutscher Vizemeister 2001, 2002, 2003
  • DFB-Pokalsieger 2004, 2005, 2006
  • DFB-Hallenpokalsieger 2004, 2005
  • DDR-Meister 1981, 1982, 1983, 1985, 1986, 1989
  • DDR-Vizemeister 1984, 1988

Stadion

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Turbine-Fahne im Karl-Liebknecht-Stadion

Der 1. FFC Turbine Potsdam trägt seine Heimspiele im Karl-Liebknecht-Stadion Potsdam-Babelsberg aus. Der Verein teilt sich das Stadion mit dem Männer-Oberligisten SV Babelsberg 03.

Spieler und Trainer

Kader Saison 2006/07

Stand: 30. März 2007

Position Nr. Land Spieler Geburtsdatum Körpergröße bei Turbine seit letzter Verein Länderspiele
Tor 25 Bild:Flag of Germany.svg
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Nadine Angerer 10.11.1978 1,75 2001 Bayern München 43
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Christina Bellinghoven 06.08.1988 1,74 2003 FCR 2001 Duisburg 0
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Desirée Schumann 06.02.1990 1,77 2006 VfB Hermsdorf U 17
Abwehr 8 Bild:Flag of Germany.svg
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Inken Becher 02.09.1978 1,66 2003 Tennis Borussia Berlin 13
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Laura Brosius 08.01.1990 1,64 2002 SG Bornim 0
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Stefanie Draws 16.10.1989 1,72 2006 FFV Neubrandenburg U 19
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Juliane Höfler 15.03.1987 1,68 2002 MSV Neuruppin 0
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Peggy Kuznik 12.08.1986 1,73 2000 SV Blau-Weiß Tröbitz 0
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Babett Peter 12.05.1988 1,72 2006 1.FC Lokomotive Leipzig 10
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Josephine Schlanke 19.03.1988 1,80 2002 SV 1813 Dennewitz U 19
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Franziska Hagemann 03.02.1989 1,62 2003 SG Einheit Bad Sülze 0
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Aferdita Kameraj 05.06.1984 1,71 2006 Hamburger SV 0
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Navina Omilade 03.11.1981 1,75 2002 FFC Brauweiler Pulheim 50
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Essi Sainio 09.09.1986 1,66 2006 HJK Helsinki 3
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