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Škoda (Maschinenbau)

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434.1100 - erste von Škoda gebaute Lokomotive
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Das "London Eye" mit Drehachsen und Stützen von Škoda
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Straßenbahn Škoda 16 T, mit Designentwurf von Porsche Design Group
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Lokomotive der Baureihe 372

Škoda [ˈʃkɔda] ist ein Maschinenbaukonzern mit Sitz in Plzeň (Pilsen), Tschechien, im Bereich Energie (Turbinen, Anlagenbau etc.) und Transport (Eisenbahn, Straßenbahn, Omnibus, etc.).

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Das Werk wurde 1859 von Ernst von Waldstein gegründet und produzierte mit über 100 Arbeitnehmern Einrichtungen für Zuckerfabriken, Brauereien und Bergwerke, sowie Kessel, Dampfmaschinen, Brücken und diverse Eisenbahneinrichtungen.

Ab 1866 wurde das Werk von dem Ingenieur Emil Škoda geleitet. Dieser kaufte Waldstein im Juni 1869 schließlich den Betrieb ab, seitdem trägt der Betrieb Škodas Namen. Emil Škoda modernisiert umfangreich das Werk, 1871 kommt eine neue Gießerei dazu, 1872 eine neue Maschinenbauhalle, 1882 eine Schmiede und 1886 ein neues Stahlwerk. Im Jahre 1876 entsteht die erste Auslandsvertretung in Kiew wohin Škoda hauptsächlich Zuckerfabriken lieferte (ein späteres Hauptgebiet des Konzerns). Neben Zuckerfabriken, Brauereien oder Dampfmaschinen orientierte sich Škoda immer mehr auf Rüstungstechnik. Ab 1886 wurden in Pilsen Kanonentürme für Schlachtschiffe hergestellt, drei Jahre später dann auch die Kanonen. Ab den 80. Jahren spezialisierte sich Škoda auch auf Brückenbau. Ab 1890 arbeitet eine neue Rüstungsabteilung, für die 1896 ein neues Werk erbaut wurde. 1899 wurde der Betrieb in eine Aktiengesellschaft umgewandelt, Emil Škoda behielt sich aber die Aktienmehrheit. Am 8. August 1900 stirbt Emil Škoda bei einer Zugreise zum Kurort Bad Gastein. Zur dieser Zeit arbeiteten im Betrieb 3211 Arbeiter und ca. 250 Verwaltungsangestellte. Zu den Vorzeigestücken aus der Jahrhundertwende gehören zum Beispiel Teile für Schleusen des Suezkanals, Teile des Niagara-Kraftwerks oder Teile für japanische, russische und südamerikanische Schlachtschiffe oder für französische und deutsche Handelsschiffe. Škoda spezialisierte sich immer mehr auf den Rüstungsbereich. Andere Bereiche wurden als die Aktiengesellschaft Spojené strojírny, früher Škoda, Ruston, Bromovský, Ringhoffer ausgegliedert. Škoda wurde so zum reinen Stahl- und Rüstungskonzern. Das Werk wurde zur größten Waffenschmiede der Habsburgischen Monarchie Österreich-Ungarn. Produziert wurden unter anderem Kanonen aller Größen, bis hin zu Bordkanonen der K.u.K. Marine und Mörsern, Kaliber 380 mm. In den Jahren 1914 bis 1918 lieferte das Werk 12693 Kanonen der K.u.K. Armee. Im Jahre 1914 arbeiteten bei Škoda ca. 10000 Angestellte, 1917 waren es schon 32000. Im Mai 1917 kam es zu einem schweren Unfall in der Munitionsfabrik im Pilsner Stadtteil Bolevec, bei welchem über 200 Menschen ums Leben kamen.

Nach Kriegsende war Škoda ein überdimensionierter und voll auf die Rüstungsindustrie orientierter Mammut-Konzern. Die zum Richtungswechsel zu friedlich anwendbaren Industriebereichen benötigten Mittel kamen vom französischen Rüstungskonzern Schneider et Cie. Das erste Nachkriegsprodukt waren Lokomotiven. Es entstanden die Bereiche Lebensmittel-, Tabak-, Automobil- und Flugzeugindustrie. Škoda baute in aller Welt Zuckerfabriken, Mühlen, Brauereien, Kraftwerke, Bergwerke oder Schlachtwerke auf. 1921 fusioniert Škoda wieder mit Spojené Strojírny. In den Konzern wurden Betriebe in Hradec Králové und Prag eingegliedert, dazu kamen zwei Kohlebergwerke. Im Jahre 1925 fusionierte Škoda mit dem Automobilhersteller Laurin & Klement in Mladá Boleslav (heute Automobilhersteller Škoda Auto), 1926 wurde der Flugzeughersteller Avia eingegliedert und 1927 besaß Škoda eine eigene Fluggesellschaft. Im Jahre 1930 beschäftigte der Konzern 36 Tausend Angestellte.

Während des zweiten Weltkrieges gehörte die Aktienmehrheit von Škoda (und der Waffenschmiede Brünn) zuerst den Vereinigten Stahlwerken und der Dresdner Bank, später den Reichswerken Hermann Göring AG. 1942 entsteht die Holdinggesellschaft Waffen-Union Škoda-Brünn mit Sitz in Berlin. Nur im Werk Pilsen arbeiteten 1944 45.000 Arbeiter, im ganzen Konzern waren es um 101.000. Am 25. April 1945 wurde das Werk in Pilsen durch einen Luftangriff der Alliierten fast vollständig zerstört.

Nach dem zweiten Weltkrieg wurde Škoda wie auch weitere wirtschaftlich bedeutende Betriebe verstaatlicht und einige leichtere Zweige (Autos, Flugzeuge und Ähnliches) abgetrennt. Nicht mehr zum Konzern gehört seit 1945 die PKW-Sparte Škoda Auto. 1950 wird der Konzern in 7 Betriebe geteilt. Das Pilsener Hauptwerk orientiert sich danach vorwiegend auf Schwerindustrie, zuerst Dampf- und später elektrische Lokomotiven, Turbinen und andere Einrichtungen für Kraftwerke. Nach wie vor werden schlüsselfertige Industrieanlagen im Ausland gebaut. In den fünfziger Jahren wurde in Pilsen das Nuklearprogramm eingeleitet.

Nach der Wende 1989 wurde der Konzern privatisiert (in eine Aktiengesellschaft umgewandelt), umstrukturiert und auf privatwirtschaftliches Agieren ausgerichtet. Er befindet sich seit dem im ständigen Wandel und auf der Suche nach potenten Partnern. Nach der neusten Umstrukturierung in die ŠKODA HOLDING beschäftigt das ehemalige Großunternehmen nur noch 5.500 Arbeitnehmer. Im Geschäftsjahr 2003 wurde wieder ein Gewinn von etwa 11 Millionen Euro bei einem Umsatz von etwa 350 Millionen Euro erzielt. Als eine Kuriosität können die von Škoda gelieferten Teile (die Drehachse und die Stützen) des neuen Londoner Riesenrads gelten.

Heute tragen einige unabhängige Betriebe den Namen Škoda.

ŠKODA Holding a.s.

ŠKODA Holding a.s. ist das eigentliche Folgeunternehmen von ŠKODA Plzeň. Heute teilt sich der Konzern auf zwei Bereiche.

Bereich Power (Energie-Sparte)

  • ŠKODA POWER a.s.
  • ŠKODA POWER Pvt. Ltd.
  • ŠKODA JINMA TURBINE Ltd.

Bereich Transportation (Lokomotiven und Bahnfahrzeuge, Straßenbahnen, O-Buse)

  • ŠKODA TRANSPORTATION s.r.o.
  • ŠKODA ELECTRIC s.r.o.
  • ČKD VAGONKA, a.s.
  • Sibelektroprivod Novosibirsk
  • ŠKODA OSTROV s.r.o.
  • VÚKV, a.s.

ŠKODA JS a.s.

ŠKODA JS ist die Nuklear-Sparte von Škoda. Das Nuklearprogramm entwickelte sich bei Škoda schon in den fünfziger Jahren. Der erste hergestellte Reaktor war der Gasgekühlte Reaktor für das erste Tschechoslowakische AKW Jaslovské Bohunice (heute Slowakei). Danach übernahm Škoda die Herstellung und auch Entwicklungsarbeiten an der sowjetischen Reaktorbauart VVER. Es wurden insgesamt 21 VVER 440/V-213 und drei VVER 1000/V-320 Reaktorsätze für verschiedene Kernkraftwerke in Mittel- und Osteuropa hergestellt (darunter auch alle Reaktoren aller tschechischen und slowakischen Kernkraftwerke). Ab 1970 wurden insgesamt 7 Forschungsreaktoren hergestellt, davon 2 für Forschungszwecke bei Škoda in Vochov, 3 für das Kernforschungsinstitut Řež und 2 für die Tschechische Technische Universität Prag. Nach 1993 wurde das Werk aus dem Škoda-Konzern ausgegliedert und es entstand das Tochterunternehmen ŠKODA JADERNÉ STROJÍRENSTVÍ s.r.o., aus dem 1999 die heutige Aktiengesellschaft entstand. Ab 2004 gehört das Unternehmen zur russischen OMZ Group.

ŠKODA PRAHA a.s.

...

ŠKODA STEEL

In folge der Privatisierung entstanden 1993 zuerst die Betriebe ŠKODA, HUTĚ, Plzeň, s. r. o. (Hüttenwerke) und ŠKODA, KOVÁRNY, Plzeň, s.r.o (Schmieden). Beide waren bis 2004 im Konzern Škoda Holding eingegliedert. Danach wurden sie von der russischen Gruppe OMZ gekauft und im ŠKODA STEEL Konsortium vereint.

ŠKODA VÝZKUM s.r.o.

Im Jahre 1907 wird bei Škoda ein eigenes Forschungsinstitut eingerichtet. In folge der Privatisierung wurde das Institut aus dem Škoda-Konzern ausgegliedert. Heutiger Eigentümer ist das Kernforschungsinstitut Řež.

Lokomotivbau

Die erstgebaute Lokomotive (Fabriknummer 1/1920) entstammt der österreichischen Reihe 270 und zählt heute zum Sammlungsbestand des Technischen Nationalmuseums in Prag (NTM). Die Lok 434.1100 wird in der Tschechischen Republik mehrmals jährlich für besondere Veranstaltungen eingesetzt.

Literatur

  • D. Bechný u.a.: Historie a současnost podnikání na Plzeňsku. Městské knihy, Žehušice 2002, ISBN 80-86699-01-3

Weblinks

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