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Östrogen

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Östrogene (wissenschaftlich Estrogene) sind die wichtigsten weiblichen Geschlechtshormone aus der Klasse der Steroide, auch Follikelhormone genannt. Sie werden hauptsächlich in den Eierstöcken (Ovarien) in Follikel und Gelbkörper, zu einem geringeren Teil auch in den Nebennierenrinden produziert. Während der Schwangerschaft werden die Östrogene auch in der Plazenta gebildet. Auch Männer produzieren im Hoden kleine Mengen an Östrogenen; zudem wird ein gewisser Teil des Testosterons im Fettgewebe durch ein Enzym, die sog. Aromatase, in Östrogene umgewandelt.

Ein weiteres wichtiges weibliches Geschlechtshormon ist das Progesteron, das Gelbkörperhormon, welches vor allem im zweiten Teil des weiblichen Zyklus in den Eierstöcken produziert wird.

Bild:Estrane.png
Strukturformel von Estran
(13β-Methyl-steran)

Estrogene sind Steroide, die als Grundgerüst Estran (13β-Methyl-steran) besitzen.

Inhaltsverzeichnis

Biosynthese

Östrogene entstehen durch die Umwandlung von männlichen Geschlechtshormonen. Hauptsächlich entsteht Östradiol durch Umwandlung von Testosteron. Die Umwandlung wird durch das Enzym Aromatase katalysiert. Dabei wird der Ring mit den C-Atomen 1 bis 6 des Sterangerüstes in eine aromatische Struktur (siehe Aromat) isomerisiert.

Wirkung

Östrogen fördert die Reifung einer befruchtungsfähigen Eizelle. Durch Östrogen wird die Gebärmutterschleimhaut gut durchblutet, der Muttermund öffnet sich und das Gebärmutterhalssekret wird durchlässig für Spermien. Östrogen signalisiert der Hypophyse die Eizellreife und löst damit indirekt den Eisprung aus.

Die Konzentration der Östrogene ändert sich erheblich im Verlauf des weiblichen Zyklus. Gesteuert wird die Produktion von der Hypophyse über die Gonadotropine (FSH und LH). Nach der Menopause fällt die Östrogensynthese im weiblichen Körper stark ab.

Im Blut werden Östrogene meist an Eiweiß gebunden transportiert. An bestimmten Organen (z.B. der weiblichen Brust und der Gebärmutter) befinden sich spezifische Östrogenrezeptoren, an die sich die Östrogene binden. Die Östrogene werden direkt zum Zellkern transportiert und beeinflussen so die Aktivität der Zellen. In der Antibabypille sind Östrogene enthalten und täuschen dem Körper eine Schwangerschaft vor.

Natürliche Östrogene

Synthetische Östrogene

Hyperandrogenismus

Etwa 5-10 % aller Frauen leiden unter den Folgen einer genetisch bedingten Ungleichverteilung männlicher und weiblicher Hormone, Ursache des sogenannten polyzystischen Ovarsyndrom PCOS (eigener Artikel).

Literatur

  • Ulrich Meyer (2004): Die Geschichte der Östrogene. In: Pharmazie in unserer Zeit. Bd. 33, Nr. 5, S. 352-356. doi:10.1002/pauz.200400080
  • Christian Behl: Estrogen: Mystery drug for the brain? The neuroprotective activities of the female sex hormone: The Neuroprotective Activities of the Female Sex Hormone. Springer, Wien, 2001, ISBN 3211835393

Siehe auch

Hormonersatztherapie - Sexualhormone - Testosteron - Antiöstrogen

Weblinks

Bild:Qsicon Lücke.png Dieser Artikel weist folgende Lücken auf: * Abschnitt „Psychische Wirkung“ fehlt ganz – siehe Diskussion.

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Wikipedia
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