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Österreichischer Gewerkschaftsbund

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Der Österreichische Gewerkschaftsbund ist eine 1945 gegründete überparteiliche Interessenvertretung für Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen. Traditionell wird er aber von den Sozialdemokraten dominiert. Er ist als Verein konstituiert, und gliedert sich intern in neun Teilgewerkschaften.

Inhaltsverzeichnis

Teilgewerkschaften

Die neun Teilgewerkschaften sind:

Weiters sind die Gewerkschaften GdG, GBH, KMSfB, GPF und vida als "infra – Die Allianz der Infrastrukturgewerkschaften" gemeinsam tätig.

Ein Zusammenschluss von KMSfB und GÖD wird seit längerem diskutiert; derzeit laufen Gespräche zur Teilübernahme der Schulden der KMSfB durch die GÖD und zu stärkerer Kooperation bei gleichzeitigem Erhalt der Unabhängigkeit des KMSfB.[1]

Die Bezeichnung Teilgewerkschaft ist für die Gewerkschaften des ÖGBs zutreffender als die Bezeichnung Fachgewerkschaften, da die Einteilung nicht vollständig nach Wirtschaftsgruppen erfolgt, sondern weitaus komplexer funktioniert.

So haben sich die Fachgewerkschaften (also jene Gewerkschaften die für bestimmte Teile des Wirtschaftlebens zuständig sind) nur um die Arbeiter ihrer Betriebe zu kümmern, während sich die GPA um die Angestellten kümmert.

Weiters betreuen die Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes (GÖD, GdG) nicht nur Arbeitnehmer des Staates, sondern auch die aus dem staatlichem Umfeld ausgelagerten Firmen, so diese nicht ihre eigenen Gewerkschaften (GPF, vida) haben.

Der ÖGB als Unternehmer

  • Oesterreichische Nationalbank (8,3%), mit dem BAWAG-Anteil gesamt 20,2% (diese Beteiligungen werden - so wurde am 2. Mai 2006 bekanntgegeben - infolge des BAWAG-Skandals an die Republik Österreich übertragen, welche ihrerseits eine Garantieerklärung in Höhe von 900 Mio EUR für die BAWAG abgibt)
  • Sotour Austria
  • AVP Beteiligungs GmbH
  • Pontes Beteiligungs-AG
  • Solidaritäts-Privatstiftung
  • Arbeitsmarktservice Betriebsgesellschaft
  • Elektronische Datenverarbeitung GmbH & Co KG
  • Pichler Medienvertrieb
  • Bücherzentrum

Der ÖGB als Stiftungseigner

  • Desana-Stiftung, über die der ÖGB direkt bis zu 37% am zusammengebrochenen US-Brokerhaus Refco beteiligt war (siehe auch BAWAG-Affäre).
  • Die drei Stiftungen "Bagani", "Waterbridge" und "Gutenstein" in Liechtenstein, die die Verbindlichkeiten in Höhe von 670 Mio. Euro von acht liechtensteinischen Stiftungen der Bawag übernahmen [1].

Fraktionen

Die Führung des ÖGB ist nach Fraktionen organisiert. Die Fraktionen haben enge Bindungen zu den jeweiligen politischen Parteien. Die Fraktion sozialdemokratischer Gewerkschafter (FSG) ist die stärkste Fraktion und besetzt die meisten Spitzenpositionen. Die FSG hat ein enges Verhältnis zur SPÖ. Zweitstärkste Fraktionen ist die Fraktion Christlicher Gewerkschafter (FCG) die der ÖVP nahesteht und die Gewerkschaft öffentlicher Dienst dominiert, die unabhängigen GewerkschafterInnen (UG[2]), die Fraktion Parteifreier Gewerkschafter, die Freiheitlichen Arbeitnehmer (FA) und die Fraktion Gewerkschaftlicher Linksblock (GLB).

Organisation

Zusätzlich zu den Teilgewerkschaften und den Fraktionen ist der ÖGB auch in Abteilungen organisiert, so zum Beispiel die Jugendabteilung (ÖGJ), die mehr oder weniger in jeder Gewerkschaft vorhanden ist.

Darüber hinaus existiert wiederum die Aufteilung in Landesorganisationen, die sich auch in den meisten Gewerkschaften fortsetzt.

Bis zum 27. März 2006 war Fritz Verzetnitsch Präsident, welcher aber nach dem Bekanntwerden des sogenannten „BAWAG-Skandals“ von sämtlichen gewerkschaftlichen und politischen Funktionen zurücktrat - und am 2. Mai vom ÖGB entlassen wurde. Als seinen interimistischen Nachfolger bis zum nächsten Bundeskongress 2007 hat Verzetnitsch den bisherigen Vizepräsidenten Rudolf Hundstorfer beauftragt.

Die innere Demokratie des Vereines ÖGB ist nicht ausgeprägt. Die Mitglieder in den Betrieben und Dienststellen haben kein direktes Wahlrecht, weil die Ergebnisse der jeweils letzten Betriebsrats- beziehungsweise Personalvertretungswahlen eins zu eins auch auf die gewerkschaftlichen Gremien umgelegt werden. In letzter Konsequenz bestimmen daher auch Nichtmitglieder über die Zusammensetzung der gewerkschaftlichen Gremien. Der Aufbau des ÖGB ist zudem stark zentralistisch. Dies führte in der Vergangenheit auch dazu, dass sich ein scheidender Präsident seinen Nachfolger aussuchen konnte (Benya "bestimmte" Verzetnitsch). Die Wahl war dann ein bloßer Formalakt.

Der ÖGB ist Mitglied der Sozialpartnerschaft und hat mit seiner hohen Mitgliederzahl großen Einfluss auf die Wirtschafts- und Sozialpolitik. Er besitzt beträchtliche wirtschaftliche Macht (die BAWAG mit Anteilen an Druckereien sowie Reisebüro RUEFA, das aber 2005 vollständig vom Österreichischen Verkehrsbüro gekauft wurde).

Der ÖGB hat laut eigenen Angaben (2004) ca. 1,4 Mio. Mitglieder, erleidet aber seit vielen Jahren beträchtlichen Mitgliederschwund. <timeline> ImageSize = width:638 height:420 PlotArea = width:60% height:70% left:40% bottom:20% AlignBars = late

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Präsidenten des ÖGB

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Weblinks

Wikipedia
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