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Österreichische Nordwestbahn
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Die K.k. priv. Oesterreichische Nordwestbahn (ÖNWB) war ursprünglich eine rein österreichische Eisenbahnstrecke, die Wien mit Böhmen verband. An diese angeschlossen waren mehrere Flügel- und Stichbahnen. Mit Ende des Ersten Weltkriegs und dem Zerfall der Monarchie verblieb der überwiegende Teil des Streckennetzes in der Tschechoslowakei. Zwischen 18. Mai 1952 und 16. Dezember 1989 war auf Grund der politischen Situation in der Tschechoslowakei der grenzüberschreitende Personenverkehr sogar gänzlich eingestellt.
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Vorgeschichte
Auf Vorschlag des Direktors der Nordbahn (Raphael Foges) wurde eine Flügelbahn von Floridsdorf nach Stockerau errichtet. Am 30. Oktober 1838 erhielt die „Kaiser-Ferdinands-Nordbahn“ die Vorkonzession für diese Linie. Am 26. Juli 1841 befuhr ein Zug mit der Lokomotive „Patria“ erstmals die eingleisige Strecke nach Stockerau.
Verschiedene deutsche Wirtschaftskreise planten schon Ende der 1860er Jahre eine direkte Verbindung von Berlin nach Wien über Reichenberg. Österreich wünschte außerdem eine kurze Verbindung von Wien mit den Häfen der Ostsee und Nordsee, die auch Mittelböhmen (Kohlengruben und Zuckerfabriken) erschließen sollte. Dies war damals mit mehreren Frachtbriefen verschiedener Eisenbahngesellschaft möglich, wobei man auch von der StEG unabhängig sein wollte.
Schon 1865 leistete die SNDVB verschiedene Vorarbeiten für dieses Projekt, hatte aber mehrere Konkurrenten, besonders die StEG. 1867 vereinigte sich die SNDVB mit einigen anderen Bewerbern und erhielt am 8. September 1868 die Konzession zum Bau und Betrieb der Strecke Wien–Jungbunzlau sowie mehrerer Flügelbahnen.
Am 26. Juli 1870 wurde die K.k. priv. Oesterreichische Nordwestbahn (ÖNWB) gegründet, um Wien über Stockerau, Hollabrunn, Retz und Znaim mit Jungbunzlau zu verbinden und damit eine zweite Nord-Südverbindung in Böhmen zu erschaffen. Schon im Jahre 1874 war mit der Strecke Wien–Mittelgrund (Tetschen) die Hauptstrecke der Österreichischen Nordwestbahn fertiggestellt.
Viele Abteilungen von ÖNWB und SNDVB wurden zusammengelegt, eine vollkommene Fusionierung scheiterte aber an den Aktionären der alten Pardubitz-Reichenberger Eisenbahn.
Schon 1895 wollte der Staat die ÖNWB übernehmen, doch die Verstaatlichung verzögerte sich immer wieder. Erst am 15. Oktober 1909 übernahm die kkStB die Betriebsführung.
Das Netz der ÖNWB bestand im wesentlichen aus zwei Teilen: dem Stammnetz (Netz A) mit staatlicher Zinsengarantie und dem Ergänzungsnetz (Netz B), das hauptsächlich die Elbetalbahn betraf.
Eröffnungsdaten
- 6. Dezember 1869: Kolín–Goltsch-Jenikau (A)
- 29. Oktober 1870: Kolín–Jungbunzlau (A)
- 21. Dezember 1870: Groß Wossek–Wostromer (A)
- 21. Dezember 1870: Parschnitz–Pelsdorf (A)
- 21. Dezember 1870: Goltsch-Jenikau–Deutschbrod (A)
- 25. Jänner 1871: Deutschbrod–Iglau (A)
- 23. April 1871: Iglau–Znaim (A)
- 1. Juni 1871: Deutschbrod–Pardubitz (A)
- 1. Juni 1871: Wostromer–Pelsdorf (A)
- 1. Juli 1871: Jedlesee–Stockerau (A, Kauf, eigentliche Eröffnung 26. Juli 1841)
- 1. Oktober 1871: Pelsdorf–Hohenelbe (A)
- 1. November 1871: Znaim–Stockerau (A)
- 17. Dezember 1871: Wostromer–Jitschin (A)
- 17. Dezember 1871: Trautenau–Freiheit (A)
- 1. Juli 1872: Jedlesee–Wien (A)
- 1. Juli 1872: Zellerndorf–Sigmundsherberg (A)
- 4. Oktober 1873: Nimburg–Lissa (B)
- 4. Oktober 1873: Königgrätz–Chlumetz (B)
- 1. Januar 1874: Lissa–Schreckenstein (B)
- 1. Januar 1874: Aussig an der Elbe–Schreckenstein (B)
- 14. Jänner 1874: Königgrätz–Lichtenau-Wiegstadtl (B)
- 10. September 1874: Korneuburg–Donaulände (B)
- 5. Oktober 1874: Geiersberg–Wildenschwert (B)
- 5. Oktober 1874: Schreckenstein–Tetschen–Mittelgrund (B)
- 15. Oktober 1874: Lichtenau–Mittelwalde (B)
- 1. Jänner 1880: Schleppbahn Laube–Tetschen (B)
- 1. März 1890: Wien–Donaukai (B)
Strecke in Österreich
Aufgrund der bereits von der Nordbahn errichteten Eisenbahnstrecke Floridsdorf–Stockerau war der Bau einer eigenen Linie in diesem Abschnitt unrentabel und so bemühte sich die ÖNWB um den Kauf dieser Strecke. Der Kaufvertrag wurde am 21. August 1871 geschlossen und ab 1. November 1871 führte die ÖNWB den Betrieb auf dieser Teilstrecke.
Bereits in der Konzession war der Baubeginn mit 8. September 1870 festgelegt. Die Baubewilligung wurde
- für den Bahnhof Wien mit 14. August 1869
- für die Strecke Wien–Jedlersdorf mit 24. April 1870
- für die Strecke Stockerau–Zellerndorf mit 8. September 1870
- für die Strecke Zellerndorf–Grenze bei Unterretzbach mit 21. September 1870
erteilt.
Der Streckenbereich von Stockerau nach Znaim wurde am 1. November 1871 in Betrieb genommen werden. An diesem Tag übernahm die ÖNWB auch – wie schon beschrieben – den Betrieb auf dem von der Nordbahn erworbenen Abschnitt Floridsdorf–Stockerau.
Mit Inbetriebnahme der Strecke Wien-Nordwestbahnhof–Jedlersdorf war die Strecke von Wien bis Znaim durchgehend befahrbar. Nach der Fertigstellung der Güteranlagen am Nordwestbahnhof in Wien wurde am 1. Juli 1872 der Gesamtbetrieb (Personen- und Frachtverkehr) aufgenommen.
1873 wurde die von Zellerndorf nach Laa an der Thaya führende Pulkautalbahn eröffnet.
1874 errichtete die ÖNWB als Anschluss an die Donauschifffahrt vom Bahnhof Korneuburg eine Abzweigung zur Donaulände bei Korneuburg mit eigenem Bahnhof. Die endgültige Inbetriebnahme erfolgte am 22. September 1874.
1890 wurde in Wien einen Anschluss an das Eisenbahnnetz der Staatsbahnen hergestellt.
Mit der Errichtung von Sicherungsanlagen konnte die Durchgangsgeschwindigkeit in den Bahnhöfen erhöht werden. Aus diesem Grund wurden zwischen 1884 (Spillern) und 1895 (Hetzmannsdorf-Wullersdorf) mit mechanischen Stellwerken ausgerüstet. Der Nordwestbahnhof selbst folgte im Jahr 1909.
Da der Zugsverkehr immer mehr zunahm, wurde bald ein zweites Gleis nötig. Ende 1898 wurde erstmals eine entsprechende Baubewilligung für den Abschnitt Wien–Stockerau erteilt. Der Baubeginn wurde jedoch immer weiter hinausgeschoben. 1904 wurde das zweite Gleis dann zwischen Wien und Znaim kommissioniert und im Juli des gleichen Jahres wurde zwischen Wien und Stockerau mit den Arbeiten begonnen. Der Rest der Strecke wurde eingleisig belassen. Ab 1. Mai 1908 wurde auf dem neuen Gleis der Vollbetrieb aufgenommen.
Am 4. Oktober 1904 wurde die „Lokalbahn Absdorf–Stockerau“ eröffnet.
Die in Retz abzweigende „Lokalbahn Retz–Drosendorf“ wurde am 21. Oktober 1910 eröffnet. Am 10. Juni 2001 wurde der Personenverkehr auf der gesamten Strecke und der Frachtverkehr zwischen Weitersfeld und Drosendorf eingestellt.
1916 wurde der in der Nähe des Autokaders gelegene Bahnhof Jedlersdorf großzügig ausgebaut und die Einbindung der Stammersdorfer Lokalbahn vorbereitet. Dieses Vorhaben wurde aber nie realisiert. Die Verbindung vom Bahnhof Jedlersdorf zur Ladestelle Leopoldau an der Nordbahn wurde zwischen Mai und November des gleichen Jahres errichtet und ist als Floridsdorfer Hochbahn oder „Italienerschleife“ bekannt.
Mit dem Ende des Ersten Weltkrieges sanken die Zugzahlen und die nachfolgende Wirtschaftskrise zwang die Bundesbahnen zum Rationalisieren. Eine Gesetzesänderung im Jahr 1922 machte den Abbau von mindestens 56 Schrankenanlagen und der zugehörigen Schrankenwärter möglich.
Während des Zweiten Weltkriegs wurde der Bahnhof an der Donaulände von Korneuburg kräftig ausgebaut. Eine Verbindungsschleife zwischen Nordwestbahnhof und Nordbahnhof wurde zwar am 26. Jänner 1945 in Auftrag gegeben, aber erst nach