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Microsoft FrontpageMicrosoft Frontpage ist ein visueller HTML-Editor mit herausragenden Site-Management-Funktionen. Als einziges im Rahmen dieses Erfahrungsberichts behandelte Software-Lösung verwaltet Frontpage dynamische Inhalte nur sehr eingeschränkt und ist keine quelloffene oder freie Software, sondern ein kommerzielles Produkt. Das ursprünglich von Vermeer Technologies Inc. entwickelte FrontPage (FP) (Markteinführung von FrontPage 1.0: 1995) wurde von Microsoft übernommen und als FrontPage 1.1 im Frühjahr 1996 auf den Markt gebracht. FP ist heutzutage der meistverkaufte und am häufigsten genutzte visuelle Web-Editor. FP hat bei vielen Web-Designern einen schlechten Ruf; die eine Fraktion schwört auf das HTML-Authoring im Quelltext, die andere setzt auf die Konkurrenzprodukte von Adobe (GoLive) bzw. Macromedia (Dreamweaver). Das Microsoft-Produkt ist verpönt durch seine vermeintliche Eigenschaft, den HTML-Quellcode eigenmächtig umzuformatieren und teilweise zu modifizieren sowie durch schlechte, vorgefertigte Seiten-Designs (eine Art "Templates"). Beide Probleme existieren heute allerdings nicht mehr bzw. treten nur bei Anwendern mit geringen Kenntnissen auf. Interessanter ist jedoch, dass die eigentlichen Stärken von FrontPage kaum bekannt zu sein scheinen und offensichtlich nur selten genutzt werden; dies sind vor allem: Zumindest drei echte Probleme gibt es jedoch: Ich arbeite mittlerweile seit einem knappen Jahrzehnt mit Frontpage und habe damit wirklich alles implementieren können, von kleinsten Websites mit statischen HTML-Seiten über datenbankgestützte Unternehmensauftritte bis hin zu meinem eigenen 500.000-Seiten-Projekt Kefk Network: Frontpage hat sich dabei als äußerst robust und sehr zuverlässig erwiesen, allerdings bereitet es mit zunehmend Unbehagen, an ein absolut konkurrenz- und alternativenloses Microsoft-Produkt gebunden zu sein, zum anderen ergeben sich zunehmend Schwierigkeiten, die Limitierungen von Frontpage immer wieder auszureizen und zu überschreiten. Das Kefk Network ist in mehrere Dutzend Webs gegliedert, das sind Organisationseinheiten von Frontpage, die etwa einer Subsite entsprechen; in neueren Versionen von Frontpage ist es zusätzlich möglich, die Webs in Subwebs zu untergliedern und diese auch zu verschachteln. Webs und Subwebs sind gegeneinander weitgehend gekapselt, können also eigene Designs und Navigationsstrukturen verwenden, außerdem kann man erheblich schneller mit einem Subweb mit ein paat tausend Dateien arbeiten als mit einem gigantischen "Root"-Web mit hunderttausenden von Dateien. Das Hauptproblem bei der Organisation in Webs und Subwebs besteht zum einen darin, dass Navigationsstrukturen nicht automatisch integriert werden können und zum anderen im Site- und Link-Management das ebenfalls immer auf ein Web bzw. Subweb beschränkt ist. Die einzigartioge Stärke von Frontpage, das automatische Korrigieren von Links auf Dateien, Verzeichnisse oder Seiten, die verschoben werden, hat also seine Grenze dort, wo man in ein anderes Web oder zu einem Subweb überwechselt. Eine weitere Stärke von Frontpage ist der extrem schnelle und vollständig über die Tastatur bedienbare Editor; er arbeitet standardmäßig in einer Art WYSIWYG-Modus, man kann aber – übrigens ebenfalls blitzschnell über die Tastatur – jederzeit in eine Code-Darstellung wechseln; daneben stehen noch verschiedene andere Darstellungsmodi zur Verfügung, die ich aber nur selten benötige. Das bestechende an dem HTML-Editor von Frontpage ist der enorme Leistungsumfang, die Schnelligkeit und die Visualisierung praktisch aller Operationen. Auch die Integration von Bildern ist funktional und extrem schnell: Bilder können per Drag & Drop in Seiten oder Randleisten eingefügt oder per Doppelklick bearbeitet werden; Frontpage selbst kann Bilder skalieren und beschneiden, zusätzlich kann natürlich auch eine externe Bildbearbeitung eingebunden werden. Beispielsweise können auch komplexe Tabellen sehr schnell und fehlerfrei erzeugt werden, man wird dabei nicht mit semantisch irrelevantem Formatierungs-Marup belästigt, hat aber jederzeit Zugriff auf den Quellcode. Zumal das alles auch sehr zuverlässig funktioniert ist es wohl nicht zu weit gegriffen, Frontpage als perfekten Texteditor für typische kleine Hypertext-Knoten zu bezeichnen. Aus den bereits angedeuteten Gründen skaliert Frontpage und sein Seitenmanagement jedoch nicht ausreichend, so dass bei einer großen Website lediglich der plattformgebundene Seiteneditor ohne Site-Management übrig bliebe – und das wäre zu wenig, um das Programm weiter einzusetzen.
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