Neuer Web-Browser für Windows: Apple Safari

Der Computerhersteller Apple streckt seine Hände wieder ein Stück weiter in die Welt von Microsoft Windows aus: Auf der Entwickler-Konferenz WWDC (World Wide Developers Conference 2007) stellte Apple-Chef Steve Jobs den Web-Browser Safari 3.0 vor, der als so genannte Public Beta auch für Microsoft Windows in den Versionen XP und Vista verfügbar ist. Natürlich gibt es die neue Browser-Version auch für Mac OS X Tiger und Leopard. Der öffentliche Betatest beginnt ab sofort, eine Endversion soll im Oktober verfügbar sein.

Die Software läuft bereits deutlich stabiler als Swift, der ebenfalls Apples WebKit-Engine nutzt, ist jedoch - zumindest für deutschsprachige Benutzer - noch nicht für den Alltagseinsatz geeignet: Gravierende Darstellungsfehler machen deutschsprachige Websites unlesbar - Safari kann weder fett noch kursiv ausgezeichneten Text darstellen, die entsprechenden Elemente der Website bleiben unsichtbar. Diese Probleme bestätigte auch Heise Online in einem Kurztest vom 12. Juni 2007; dort heißt es sogar:

"Wer neugierig geworden ist und den Browser ausprobieren will, sollte aber warten. Es lohnt sich noch nicht" (1).

Safari basiert - und das ist das eigentlich interessante - auf der Rendering-Engine KHTML, die ursprünglich für den KDE-Browser Konqueror entwickelt wurde. Mit Safari für Windows steht nun erstmals eine weitere Browser-Alternative neben Gecko (Mozilla, Seamonkey, Firefox, K-Meleon) und Presto (Opera) für Microsofts Internet Explorer zur Verfügung.

Nach Angaben von Steven Jobs hat Safari derzeit einen Marktanteil von fünf Prozent und 18 Millionen Nutzer; man wolle die Erfahrungen aus der Portierung von iTunes auf die Windows-Plattform nun nutzen, diesen Anteil auszubauen (2).

Obwohl sich Windows-Safari momentan noch nicht für den Alltagseinsatz eignet, vermittelt die aktuelle Vorabversion bereits einen erheblich besseren Eindruck von KHTML unter Windows als das Open-Source-Projekt Swift; eingesetzt wird hier das unter LGPL- und BSD-Lizenzen verfügbare WebKit von Apple. Seit etlichen Monaten geistern verschiedene Alpha-Versionen von Swift durch das Internet, die jedoch bisher nahezu vollkommen unbenutzbar waren.

Der bereits deutlich weiter fortgeschrittene Entwicklungsstand von Safari lässt hoffen, dass es Apple ernst meint, sich mit seinem Web-Browser in der Windows-Welt zu verbreiten. Um sich allerdings als echte Alternative zu den bereits existierenden Windows-Browsern zu etablieren, wird sich Apple mit den anscheinend gravierenden Sicherheitslücken von Safari beschäftigen müssen: Ein Browser, der ebenso unsicher ist wie Microsofts Internet Explorer dürfte von den Endbenutzern wohl kaum als ernsthafte Alternative wahrgenommen werden.

Bis Apple diesen Beweis angetreten hat, gibt es genau zwei bewährte Optionen, die man als Windows-Anwender tunlichst nutzen sollte:

  1. Opera 9.2
  2. Firefox 2.0.0.4

Netmarks

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