Ökologie

Das Abschlachten der Wale im Südpolarmeer hatte weitaus gravierendere ökologische Folgen als bisher bekannt war. Nach Angaben des Meeresbiologen Victor Smetacek vom Alfred Wegener Institut für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven führte das weitgehende Verschwinden der Blauwale zu einem massiven Niedergang des Krill, der Hauptnahrung der Meeressäuger.

Früher hätten die Wale jährlich schätzungsweise 180 Millionen Tonnen Krill gefressen, das ist mehr Biomasse, als alle Fangflotten und Aquakulturen pro Jahr an Meerestieren auf den Weltmarkt bringen, sagt Smetacek der Wochenzeitung Die Zeit. Dass der Krillbestand trotz des Verschwindens seiner Räuber abgenommen habe, gelte als antarktisches Paradox.

Der Meeresbiologe Smetacek erklärt das so: "Die vielen Wale hielten als Umweltgärtner ein sehr produktives Ökosystem aufrecht. Mit ihrer Dezimierung verfiel es". Ihren Meeresgarten bestellten die Wale und Kleinkrebse durch intensives Recycling lebenswichtiger Nährstoffe in der oberen Wasserschicht.  weiter »

Ölfirmen verschmutzen die Nordsee im katastrophalen Ausmaß beim alltäglichen Betrieb ihrer Ölplattformen. Das ist das Ergebnis eines Greenpeace-Beobachtungsfluges entlang der dänischen, norwegischen und englischen Küsten. Bei den 75 überflogenen Förder- und Bohrplattformen haben Greenpeace-Experten große Ölteppiche entdeckt.

Jedes Jahr gelangen tausende Tonnen Öl in das Meer. Die schleichende Ölverseuchung, die von der Öffentlichkeit nicht wahrgenommen und von der Politik hingenommen wird, schädigt die Meeresumwelt so stark wie ein großes Tankerunglück.

Die Plattformen fördern ein Gemisch aus Öl, Gas und Wasser. Auf der Plattform wird das Wasser vom Öl getrennt und als sogenanntes Produktionswasser ins Meer geleitet. Das Abwasser darf maximal 40 Gramm Öl pro Kubikmeter Wasser enthalten. Das Problem: Je länger die Lagerstätte ausgebeutet wird, desto mehr Wasser enthält das geförderte Öl und desto mehr Produktionswasser wird ins Meer geleitet. Dadurch steigt die Ölverschmutzung immer stärker an.  weiter »

Es wird stiller in europäischen Wäldern, zahlreiche Vogelarten stehen auf der Roten Liste. Doch so ganz genau kann niemand sagen, wie es tatsächlich um den Bestand einiger Arten bestellt ist. Um einen wirklichen Überblick über das Verbreitungsgebiet der heimischen Vogelwelt zu erhalten, müsste praktisch jeden Tag eine ganze Schar von Hobbyornithologen ausschwärmen, um die Tiere zu zählen. Weil die Vögel außerdem oft verborgen im Unterholz oder hoch oben in den Wipfeln sitzen, sind die Vogelkundler auf ihr Gehör und das Fachwissen angewiesen. In großen Gebieten ist somit eine kontinuierliche, flächendeckende Kartierung nahezu unmöglich.

Angesichts solcher Probleme ist der Naturschutz auch auf neue technische Methoden angewiesen. Diese werden ihnen nun unter anderem von Bonner Wissenschaftlern geliefert. Denn Informatiker der Universität Bonn haben Detektoren entwickelt, die einige Vogelstimmen automatisch erkennen können.

Das hat nichts mit Unterhaltung zu tun, sondern dient dem Naturschutz. Denn der neuartige Stimmdetektor erkennt zuverlässig die charakteristische Gesangsdarbietung verschiedener Vogelarten und vereinfacht so die Bestandsaufnahme der gefiederten Tierwelt.  weiter »

Die Besteuerung für Unternehmen und Angestellte, die einen Dienstwagen fahren, soll sich in Zukunft gestaffelt am Kohlendioxidausstoß orientieren. Die Anschaffung von sparsamen und damit klimafreundlichen Wagen soll dadurch belohnt werden.

Das sieht ein heute von Greenpeace vorgestelltes Reformkonzept für die Besteuerung von Firmen- und Dienstfahrzeugen vor. Das umfassende Konzept wurde vom Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS) für die Umweltschutzorganisation entwickelt. Derzeit können Unternehmen die Kosten ihrer Firmenwagen in voller Höhe von der Steuer absetzen, unabhängig vom CO2-Ausstoß. Die bisherige Regelung fördert damit den Anteil besonders schwerer und klimaschädlicher Firmenwagen.  weiter »

"Wer als Unternehmer oder Dienstwagennutzer nachhaltig und klimabewusst handelt, muss dafür auch belohnt werden", fordert Marc Specowius, Verkehrsexperte von Greenpeace. "Es ist ein klimapolitisches Unding, dass durch das aktuelle Steuersystem die größten Spritfresser auf unseren Straßen von der Allgemeinheit subventioniert werden. Jeder Steuerpflichtige zahlt pro Jahr 132 Euro für die schlimmsten Klimaschweine". Die Unternehmen können sich durch die Abschreibungspraxis häufig mehr als 60 Prozent der Anschaffungskosten vom Steuerzahler zurückholen.

Zum Schutz des brasilianischen Regenwaldes wird ein weiteres Jahr kein Soja von neu gerodeten Urwaldflächen gehandelt. Greenpeace stellt dieses Verhandlungsergebnis zwischen der brasilianischen Regierung, dem nationalen Verband der Soja-Händler (Abiove) und weiteren Umweltverbänden heute in der brasilianischen Hauptstadt Brasilia vor.

Eine breite Allianz von Soja-Abnehmern, darunter McDonalds, Ritter Sport, Carrefour und Marks & Spencer unterstützt die Verlängerung des bestehenden Moratoriums. Nach einer Kampagne von Greenpeace gegen die Rodung des Regenwaldes hatten die größten brasilianischen Soja-Händler im Juli 2006 einem zweijährigen Stopp des Handels zugestimmt.  weiter »

"Das neue Soja-Moratorium ist ein Meilenstein für den Erhalt des Regenwaldes in Amazonien", sagt Tobias Riedl, Waldexperte von Greenpeace. "Der Regenwald Amazoniens ist die größte Klimaanlage des Planeten, Heimat indigener Völker und Lebensraum unzähliger Arten. Regierung und Industrie haben verstanden, dass eine Ausweitung der landwirtschaftlichen Produktion nicht auf Kosten des Regenwaldes geschehen darf".

DAX-Unternehmen, Mittelstand, öffentlicher Dienst bestimmen die Wirtschaftsschlagzeilen in Deutschland. Dabei wird oft übersehen, welche volkswirtschaftliche Bedeutung Freizeitbeschäftigungen wie die Bienenhaltung haben. Allein deren volkswirtschaftlicher Wert beträgt jährlich rund zwei Mrd. Euro durch die Bestäubungstätigkeit der Honigbiene, die bei 80 Prozent der heimischen Nutz- und Wildpflanzen die Arterhaltung sichert und das Insekt zum drittwichtigsten landwirtschaftlichen Nutztier nach Rind und Schwein macht.

2007 ließ ein riesiges Bienensterben in den USA bereits erahnen, welchen Schaden der massive Verlust von Honigbienen für die Wirtschaft und die Ökologie eines Landes haben kann und man reagierte auch hierzulande aufmerksam und sensibler auf dieses Thema. Seit April 2008 sind die Imker in Südwestdeutschland von erheblichen Bienenschäden betroffen. Im Unterschied zur USA konnte durch ein gutes Krisenmanagement die Ursache schnell ermittelt werden. Aus den sofort eingeleiteten Untersuchungen kann eindeutig geschlossen werden, dass eine Kontaktvergiftung der Bienen durch Abrieb des Pflanzenschutzmittelwirkstoffs Clothianidin bei Maissaatgut vorlag.

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit ordnete am 15. Mai 2008 mit sofortiger Wirkung das Ruhen der Zulassung von acht Saatgutbehandlungsmitteln an. Die betreffenden Mittel dürfen weder gehandelt, noch vorhandene Bestände ausgebracht werden. Der Bundesverband der deutschen Bienenzüchter D.I.B. fordert nun nach der Ursachenklärung die möglichst rasche Umsetzung weiterer Schritte. Dazu gehört, den Imkern in den betroffenen Regionen möglichst schnell und unbürokratisch zu helfen. Außerdem müssen Maßnahmen ergriffen werden, die gewährleisten, dass sich Schäden des eingetretenen Ausmaßes nicht wiederholen können, so D.I.B.-Präsident Anton Reck.  weiter »

Eine Pollen sammelnde Biene

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hat für eine Reihe von Beizen, darunter auch das Insektengift Clothianidin (Handelsname Poncho), die Zulassung für Saatgut zurückgezogen. Hintergrund der Notbremse ist das massive Bienensterben in Baden, das in zeitlicher und räumlicher Übereinstimmung mit dem Ausbringen von gebeiztem Saatgut zu stehen scheint.

Angestoßen wurde dieser Schritt durch das couragierte Auftreten der Imker und ihrer Verbände, die in der Öffentlichkeit auf das dramatische Bienensterben aufmerksam gemacht haben. Sollten sich die Wirkstoffe, davon die meisten aus der Gruppe der hochtoxischen Neonicotinoide, als Auslöser bestätigen, dürfte das Ausmaß der Schäden für die Natur und vielen weiteren Insekten wesentlich größer sein. Die Bienen sind gute Indikatoren für den Zustand unserer Natur und stehen stellvertretend für die meisten Insekten.

Die gehäuften Todesfälle bestätigte auch Dr. Christoph Otten, einer der Verantwortlichen für das Projekt "Deutsches Bienenmonitoring" in einem Interview mit dem ZDF-Magazin "Abenteuer Wissen". Hunderte von Imkern liefern seit Jahren Daten über Zustand und Zahl ihrer Bienenvölker. Im Winter 2007/2008 waren die Verluste besonders groß, die Anzahl der Kolonien ging um 21 Prozent zurück.  weiter »

cover of Gerhard Stinglwagner, Ilse Haseder, Reinhold Erlbeck: Das Kosmos Wald- und Forstlexikon (2005)Das Kosmos Wald- und Forstlexikon

author: Gerhard Stinglwagner
Ilse Haseder
Reinhold Erlbeck
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binding: Gebundene Ausgabe
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Das Kosmos Wald- und Forstlexikon ist ein Nachschlagewerk von Gerhard Stinglwagner, Ilse Haseder und Reinhold Erlbeck aus dem Jahr 2005, das als Standardwerk für Forstleute, Biologen, Naturschützer,Jäger, Historiker und alle am Ökosystem Wald Interessierten gilt; das Werk liegt hier als vollkommen aktualisierte und erweiterte Ausgabe vor.

Das repräsentative Nachschlagewerk im Schmuckschuber ist konkurrenzlos in Umfang und Ausstattung: 17.400 Stichworte und ca. 1.400 meist farbige Abbildungen und Illustrationen informieren von ›A‹ bis ›Z‹ über alle Themen rund um Wald und Forst. Doppelseitige Features stellen wichtige Schwerpunkte vor, und Tabellen sorgen für Überblick.

Auf der Basis der neuesten Forschungsergebnisse zeigt der Band in vielfältiger Weise die ökologisch-biologischen Zusammenhänge des Ökosystems Wald auf. Er erklärt alle wichtigen Begriffe der Forstbiologie, befasst sich neben der Flora und Fauna des Waldes mit Aspekten des Natur- und Umweltschutzes und informiert umfassend über Waldkrankheiten sowie Umweltschäden, die unsere Wälder bedrohen. Beiträge zur Darstellung des Waldes in Literatur, Malerei und Musik runden das Nachschlagewerk ab.  weiter »

Sumatra-Tiger (Panthera tigris sumatrae)

Auf Sumatra lebt eine vom Aussterben bedrohte Population des asiatischen Tigers, der Sumatra-Tiger (Panthera tigris sumatrae). Die kleinste lebende Unterart der Raubkatze ist deutlich gefährdet: maximal 500 Tiere, so schätzt Prof. Sven Herzog, Inhaber der Professur für Wildökologie der TU Dresden, gibt es noch. Der Wildökologe will genauer herausfinden, wieviel Tiere auf der indonesischen Insel leben, was ihr Überleben gefährdet, und vor allem wie es um ihre genetische Struktur steht. Sie bestimmt nämlich, wie anpassungsfähig die Tiger tatsächlich sind.

Wie ermittelt man aber die genetische Struktur einer Tierart, von der auf Tausenden von Quadratkilometern gerade einmal eine Handvoll Tiere lebt? Zumal der Sumatra-Tiger ja aus naheliegenden Gründen nicht gejagt werden darf. Der in Dresden arbeitende DAAD-Stipendiat Muhammad Ali Imron entwickelt im Rahmen seiner Doktorarbeit gerade im Labor eine nicht-invasive Erhebungsmethode: über Haare oder Exkremente der Tiger soll DNA gewonnen werden, damit jedes einzelne Individuum identifiziert werden kann.

Mit Unterstützung der Gadjah-mada Universität in Yog-Yakhatr, mit der die TU Dresden für dieses Projekt zusammenarbeitet, will Imron herausfinden, welche Streifgebiete und welche bevorzugten Beutetiere der Tiger hat. Dabei kann sich der Student nur an ganz wenige Studien zum Sumatra-Tiger und zu anderen Tiger-Unterarten, etwa in Indien, halten.  weiter »

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cover of Tourismus und Ökologie. Wechselwirkungen und Handlungsfelder (Lehr- und Handbücher zu Tourismus, Verkehr und Freizeit)author: Hansruedi Müller
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