Anmeldung |
Studie: Unternehmertum für Museen im europäischen WettbewerbsvergleichAngesichts zunehmenden Konkurrenzdrucks sowie Privatisierungs- und Sparmaßnahmen aufgrund geringerer öffentlicher Subventionen sind Kultureinrichtungen dazu angehalten, ihre Betriebe zu professionalisieren. Museen, die unternehmerisch handeln und den Kunden in den Fokus rücken, werden künftig mehr Mittel erwirtschaften und sich behaupten. Im europaweiten Vergleich sind der Louvre und das Centre Pompidou in Frankreich die Spitzenreiter. Dies ist das Ergebnis einer Studie der internationalen Unternehmensberatung Arthur D. Little, für die in Europa führende Museen nach dem Grad ihres strategischen und unternehmerischen Handelns untersucht wurden. Gemessen an der Publikumsfrequenz im Jahr 2007 führt der Louvre mit 8,3 Millionen Besuchern vor dem Centre Pompidou (5,5, Millionen) sowie der Tate Gallery (5,2 Millionen) und dem British Museum (4,9 Millionen). Die Museumsinsel Berlin (2,2 Millionen Besucher) folgt als bester deutscher Vertreter erst auf Platz neun.
Museumsbesuche in Deutschland nur durchschnittlich - viele Museumsmuffel48 Prozent der Deutschen besuchen zumindest einmal im Jahr ein Museum oder eine Ausstellung. Damit liegt Deutschland allenfalls im Mittelfeld, bei den Schweden sind es 62 Prozent und bei den Dänen sogar 65 Prozent. Mehr als die Hälfte der Deutschen hat somit in den letzten zwölf Monaten kein einziges Mal ein Museum oder eine Ausstellung besucht, hier liegt laut Studienautor Höffinger "noch enormes brachliegendes Potenzial". Mehr privat - weniger StaatNeben einem attraktiven inhaltlichen Angebot ist die Erschließung neuer Erlös- und Ertragsquellen ein weiterer wichtiger Indikator zur Bewertung der Performance. Die Bedeutung der öffentlichen Hand in der Kulturförderung geht zurück. Unabhängigkeit von Subventionen und die Finanzierung der Museen durch eigene Mittel wird immer wichtiger.
"Third Places" als Kultur-Cluster für neue ZielgruppenZur Erschließung weiterer Zielgruppen empfiehlt die Studie unter anderem die Konzeption semi-öffentlicher Räume, sogenannter "Third Places", in denen sich ein Museum nicht nur als Einzelinstitution vermarktet, sondern sich als Nukleus eines spannend inszenierten Gesamtareals versteht. Ein Museum kann damit Kernelement einer ganz neuen Destination werden. Ideale Voraussetzungen für eine derartige "Clusterbildung" hätten Kulturareale in München und in Berlin, setzten diesen Ansatz aber noch nicht konsequent genug um. Hervorzuheben sei dagegen das Wiener Museumsquartier (MQ), das jährlich über drei Millionen Besucher anzieht und mit einer Vielfalt künstlerischer, kommunikativer und gastronomischer Angebote begeistert:
Quelle
Ähnliche Beiträge
|
MonitoringBenachrichtigen bei Änderungen:
Lesezeichen setzenExterne VerweiseRezensionenRessourcen |
Primat der Ökonomie
Wenn Museen eine "Wettbewerbskraft" brauchen, die sich aus "Merchandise" ergeben (und nicht aus den präsentierten Ausstellungen und Kunstobjektien), dann möge man die Eintrittskarten doch höchstbietend versteigern. Und die Objekte am besten gleich mit.
Was ist denn das für ein abartiges Kulturverständnis? Wenn "mehr als die Hälfte der Deutschen [...] in den letzten zwölf Monaten kein einziges Mal ein Museum oder eine Ausstellung besucht" hat, könnte das vielleicht auch an den Eintrittspreisen liegen? Früher war der Eintritt in staatliche Museen jedenfalls kostenlos. Ja, in der BRD, nicht in der DDR.