Anmeldung |
SpionageÜber Reflexionen in Teekannen, Kaffeetassen, Brillengläsern oder sogar in den Augen eines PC-Benutzers kann man die Daten eines beliebigen Bildschirms ausspionieren. Das haben Informatiker unter Leitung von Prof. Dr. Michael Backes (Lehrstuhl für Informationssicherheit und Kryptographie der Universität des Saarlandes) untersucht. Mit einer speziell angepassten Teleskop-Ausstattung im Wert von rund tausend Euro konnten die Saarbrücker Wissenschaftler noch in einer Entfernung von über zehn Metern Informationen rekonstruieren, die in verschiedenen Gegenständen gespiegelt wurden. Das Forscherteam geht davon aus, dass man mit professionelleren Geräten mühelos aus größerer Entfernung, etwa vom Fenster eines Nachbargebäudes aus, geheime Daten auf diese Weise ablesen könnte. Was sich wie eine Szene aus einem James-Bond-Film liest, könnten findige Kriminelle nutzen, um Industriespionage zu betreiben, Bankdaten zu erschnüffeln oder Politiker und Prominente zu beschatten. Den Informatikern im Team von Prof. Backes ging es hingegen darum, neue Sicherheitslücken frühzeitig aufzudecken und auf mögliche Gefahren hinzuweisen. weiter » Während die umstrittene Vorratsdatenspeicherung aufgrund verfassungs- rechtlicher Bedenken noch vom Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe geprüft werden muss, werden Zweifel am Nutzen der pauschalen Überwachungsmaßnahme laut. Die Internet-Ermittler der Initiative "no abuse in internet" (naiin), eine von der Wirtschaft getragene Einrichtung zur Bekämpfung von Online-Kriminalität, befürchten, dass die Aufklärung von per Internet verübten Straftaten durch die massenhafte Speicherung von Verbindungsdaten weiter erschwert wird. "Es ist davon auszugehen, dass sich Täter in dem Wissen, ständig überwacht zu werden, stärker abschirmen werden als bisher. Sprich: Der Grad der Abschottung, der beispielsweise bei Terroristen und Kinderporno-Zirkeln ohnehin schon sehr hoch ist, nimmt weiter zu. Selbst Kleinkriminelle werden fortan wohl vorsichtiger agieren und somit schwerer zu fassen sein", prognostiziert Arthur Wetzel, Präsident von naiin, unter Verweis auf die technischen Umgehungsmöglichkeiten. Laut der Initiative sind nur wenige Klicks erforderlich, um sich der Überwachung zu entziehen. Darüber hinaus bekräftigte naiin nochmals seine Kritik an der Vorratsdatenspeicherung. Die Initiative sei zwar der Ansicht, dass auf die Bedrohung durch den internationalen Terrorismus sowie auf den Anstieg der Online-Kriminalität angemessen reagiert werden müsse. Die Aushöhlung von Bürgerrechten und die Installation eines "hierzulande noch nie da gewesenen Überwachungsapparats" habe mit rechtsstaatlicher Kriminalitätsbekämpfung allerdings nicht mehr viel zu tun, hieß es am Montag in Berlin. weiter » Die Diskussion um die staatliche Vorratsdatenspeicherung übersieht eine wesentliche Tatsache, die die Privatsphäre und Geschäftsgeheimnisse schon seit Jahren bedroht: Von privater und kommerzieller Seite werden ständig Computer ausspioniert und Verbindungsdaten analysiert, ohne dass die Betroffenen davon wissen oder erfahren, berichtet der Fachinformationsdienst "Office Security Ticker" aus dem Fachverlag für Computerwissen (Bonn). Internetanbieter setzen hierfür spezielle Software ein, die auf Kenntnissen der IP-Vergabetechnik der Telekommunikationsanbieter basiert. So könne beispielsweise selbst ein kleineres Unternehmen herausfinden, für welche Informationen sich ein Konkurrent interessiert. Der Anbieter einer Online-Stellenanzeige erfahre, wer sich für die offene Stelle interessiert, ohne dass dieser sich tatsächlich meldet. Diese Analyse-Tools für den Verkehr auf Web-Sites liefern laut „Office Security Ticker“ zwar keine personengenauen Ergebnisse, aber immerhin lasse sich der Personenkreis sehr eng eingrenzen. Ausgangspunkt für die Identifizierung ist stets die so genannte IP-Adresse des eigenen Computers, die bei jeder Internetanwahl vom Provider automatisch zugeordnet wird. Was sie Internetanbietern auch ohne Spezial-Tools bereits verrät, könne man mit kleinen Programmen wie von www.wieistmeineip.de herausfinden. weiter » Die Pläne von Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble für die Onlinedurchsuchung privater Computer verstoßen nach Ansicht des früheren Innenminister Gerhart Rudolf Baum (FDP) gegen das Grundgesetz. Insbesondere gebe es keine "praktikablen Mechanismen für den Schutz des Kernbereichs der privaten Lebensgestaltung", sagt Baum im Interview mit ZEIT online. "Es wird nach allem, was wir wissen, nicht zu vermeiden sein, in diesen Kernbereich einzudringen". Baum stellt auch die Darstellung von BKA-Chef Jörg Ziercke in Frage, man wolle aufgrund der hohen Kosten in nur wenigen Fällen die Computer Verdächtiger online durchsuchen: "Ein Fall genügt, um einen Verfassungsverstoß feststellen zu können. Und wer sagt uns denn, dass Onlinedurchsuchungen nicht eines Tages sehr viel billiger werden. Meine Erfahrung ist, wenn etwas eingeführt wurde, gewinnt es eine Eigendynamik und wird sich ausweiten. Das haben wir bei der Telefonüberwachung erlebt". Durch das Gesetz, sollte es in Kraft treten, würden nach Ansicht des FDP-Politikers die Unverletzbarkeit der Wohnung, das Recht auf informationelle Selbstbestimmung, die Berufsfreiheit etwa der Anwälte und auch die Pressefreiheit verletzt. weiter » Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) hat in einem Brief an den iranischen Botschafter in Berlin die sofortige Freilassung von zwei zum Tode verurteilten kurdischen Journalisten gefordert. In dem Schreiben appelliert DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken, die Todesurteile gegen Abdulwahed Butimar und Adnan Hassanpur aufzuheben und die beiden Redakteure der kurdischen Zeitung ASO sofort auf freien Fuß zu setzen. Butimar und Hassanpur waren vor kurzem wegen Spionage zum Tode verurteilt worden, weil sie ausländische Medien über Menschenrechtsverletzungen im Iran und Angriffe auf die kurdische Minderheit informiert haben. "Butimar und Hassanpur haben das getan, was Aufgabe aller Journalisten ist: kritisch über Missstände in ihrem Land berichtet", heißt es in dem Schreiben an Botschafter Mohammed-Mehdi Achundsadeh wörtlich. Deshalb gebe es keinen Grund für ein Urteil gegen die beiden Journalisten. weiter » In Zeiten von Globalisierung und verschärftem Wettbewerb spähen manche Unternehmen systematisch ihre Konkurrenten aus. Dabei nutzen sie die unterschiedlichsten Methoden - oftmals sehr geschickt und ohne Spuren zu hinterlassen. Hans-Jürgen Stenger, Leiter der Forensische IuK des Bayerischen LKA legt in seine Keynote das aktuelle Bedrohungspotenzial für Unternehmen offen. Die „Anatomie eines Industriespionage-Angriffs“ wird anhand von Live-Demonstrationen und Kurz-Videos ebenfalls in einer Keynote auf der Veranstaltungsreihe aufgezeigt. An den drei Standorten Hanau (06.09.), Düsseldorf (13.09.) und München (25.09.) schärfen Experten in 4 Keynotes das Bewusstsein zur Abwehr von Informationsräubern. weiter » |
MonitoringBenachrichtigen bei Änderungen:
Externe VerweiseRezensionenRessourcen |