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Immer mehr Menschen leiden an ›Dis-Embedding‹›Gefühl, nirgends dauerhaft zu Hause zu sein‹
›Gefühl, nirgends dauerhaft zu Hause zu sein‹
Durchschnittlich sechsmal im Leben wechselt heute ein Akademiker den Arbeitgeber und damit oft auch den Wohnort. Aber in dem Maße, wie sich Menschen im Zeitalter der Globalisierung flexibel zeigen, wächst auch ihr Wunsch nach Sicherheit: Forscher sprechen bereits von einer neuen Sehnsucht nach Heimat, berichtet das Gesundheitsmagazin Healthy Living in Ausgabe 12/2008. Kürzlich öffnete an der renommierten Berliner Charité sogar eine so genannte ethnopsychiatrische Ambulanz, in der Menschen behandelt werden, die an Heimwehkrankheit leiden. Die Patienten sind Menschen, die gezwungen waren, ihr Land zu verlassen, Flüchtlinge und Vertriebene. Aber auch Manager, die überall und nirgends zu Hause sind, und Kinder von Diplomaten, die mal in diesem, mal in jenem Land zur Schule gegangen sind. Dr. Ernestine Wohlfart, Psychiaterin und Leiterin der Ambulanz, sagt in Healthy Living:
Soziologen sprechen im Zusammenhang mit der neuen Sehnsucht nach Heimat vom Dis-Embedding: dem Gefühl, nirgends dauerhaft zu Hause und wirklich eingebunden zu sein. Denn die Globalisierung bringe einen doppelten Prozess mit sich, so der Soziologe Prof. Ralf Dahrendorf:
Auch aus diesem Grund pendeln heute Menschen teils sehr weite Strecken zur Arbeit oder bleiben selbst dann an ihrem Heimatort, wenn die Aussichten auf einen lohnenderen Job oder eine Karriere anderswo besser wären. Die Sogkraft des Vertrauten ist so groß wie die Angst, in der Fremde heimwehkrank zu werden: Bei einer Online-Umfrage gaben 55 Prozent aller Befragten an, noch in ihrem Geburtsort oder im Nachbarort zu wohnen. Und auch diese Zahl passt zum Phänomen der neuen Sehnsucht: Über 2500 Vereine widmen sich in Deutschland der Heimatpflege. Quelle
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