Gewohnheiten legt man nur schwer ab, aber manchmal muß man alte Zöpfe einfach abschneiden. So beispielsweise bei Office-Paketen, deren Bedienkonzept komplett umgekrempelt wird - so geschehen bei Microsoft Office 2007, bei dem die gewohnten Menü- und Symbolleisten vollständig ersetzt werden durch so genannte "Register" und "Ribbons". Wenn man aber nun schon bei Word umlernen muß, kann man ebensogut zu einem Alternativprodukt wechseln.
Weitere Gründe für einen Umstieg gibt es genug: Microsoft Office ist teuer und hat seit etlichen Jahren eine Reihe lästiger Bugs; Frontpage ist in keiner Office-Version mehr enthalten, man muß es also in jedem Fall separat kaufen, und das Nachfolgeprodukt Expression Web verwendet noch das konventionelle Bedienkonzept; außerdem wird Microsoft Office in absehbarer Zeit nicht unter GNU/Linux zur Verfügung stehen.
Zumindest für mich sind das genug Gründe, einen Umstieg zu versuchen. Das Open-Source-Pendant OpenOffice.org (kurz: OOo) bietet sich als Alternative an: Es ist mittlerweile relativ funktionsreich, wird aktiv weiterentwickelt, ist kostenlos und für alle möglichen Plattformen einschließlich Microsoft Windows und GNU/Linux verfügbar. Außerdem gibt es mittlerweile recht brauchbare Anleitungen, How-tos, Foren und Mailinglisten für OOo, so dass man mit seinen Problemen nicht ganz allein gelassen wird.
OpenOffice habe ich zwar von Anfang (Version 1, 2002) an immer wieder ausprobiert, es gab aber immer zu vieles, was für mich nicht funktioniert hat; daher habe ich aus Zeitdruck und/oder Bequemlichkeit wieder meine gewohnten (bewährten, zuverlässigen) Programme verwendet. Seit Ende 2005 gibt es nun die Version 2 von OOo, bei der insbesondere die Benutzung verbessert wurde; in der Zwischenzeit wurden auch die gröbsten Bugs repariert, so dass eigentlich nur noch die Bequemlichkeit gegen einen Umstiegsversuch sprach. In diesem Artikel schildere ich meine Erfahrungen bei diesem Wechsel, insbesondere mit dem Textverarbeitungsmodul Writer.